In 30 Jahren gibt es keine Arbeit mehr

orion robots

Oder fast keine. Weil dann Künstliche Intelligenz alle normalen Aufgaben erfüllen kann. Das sagt Moshe Vardi, Professor für Computer­wissen­schaften an der Rice University, einer forschungsintensiven, privaten US-Elite-Uni. Im Jahr 2045 (da wäre ich gerade mal 85) wird es nach seinem Forschungsstand so gut wie keine Arbeit mehr für Menschen geben. Weder mechanische, produktive, noch administrative.

Wir sollten uns vor Augen halten, dass Schawchweltmeister Kasparov vor ganzen 15 Jahren von Deep Blue besiegt wurde. Heute gewinnt die Künstliche Intelligenz beim Wörterratespiel Jeopoardy und fährt ohne menschliche Hilfe Auto. Und in 15 Jahren? Und in 30? Wir erleben, dass die Informationsrevolution heute schon genze Branchen plattmacht. Weil Information frei verteilbar geworden ist, weil Computer immer schwierigere Aufgaben in immer kürzerer Zeit zu immer geringeren Kosten ausführen können.

Wir haben in Deutschland heute schon über 10 Millionen Menschen, die nicht von Arbeit leben können und Zuschüsse vom Staat brauchen, einfach, weil es nicht mehr genug qualifizierte Arbeit gibt. Wir rollen tatsächlich unaufhaltsam in eine wirtschaftliche Singularität: Irgendwann in einer nicht all zu fernen Zukunft, die wir (fast) alle erleben werden, werden fast alle Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen sein, weil Rechner und Robots ihren Job besser und billiger erledigen. Mit sehr, sehr wenigen Ausnahmen. Das Konzept der Vollbeschäftigung ist heute schon obsolet, in 30 Jahre wird das Konzept Arbeit ebenfalls auf dem Müllhaufen der Geschichte landen.

Wenn die Piratenpartei mit ihrer unermüdlichen Diskussion eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) tatsächlich vom Flächenbombardement der systemtragenden Medienkonzerne und ihrer politischen Vertreter aus den Parlamenten ferngehalten würde (was ich nicht glaube), entstünde in wenigen Jahren eine BGE-Partei. Die nur eine zentrale Forderung hat: Wir, das Volk, verlangen einen Teil der Reichtümer, die ihr Konzerne in unserem Land erwirtschaftet. Weil das Land, das ihr da benutzt, uns gehört, und wir für die Benutzung Miete verlangen. Ich sage voraus, dass es so kommen wird, mit (wahrscheinlich) oder ohne (notfalls) die Piraten. In kürzerer zeit als den von Moshe Vardi genannten 32 Jahren.

Singularityhub, das pic ist aus der Fernsehserie Raumpatrouille Orion aus dem Jahr 1965, als Roboter noch etwas exotisches und utopisches waren.

Ich habe in einem früheren 11k2-Artikel ausgerechnet, wie hoch diese Miete ungefähr wäre: Für ein Grundeinkommen von 1000 Euro pro Bürger betrüge die Wertschöpfungssteuer auf alles gerade mal 4 % – oder eben 8 %, wenn wir jedem gleich 2000 Euro auszahlen. Zusätzlich zu 12 % Wertschöpfungssteuer auf alles, um den bisherigen öffentlichen Haushalt zu finanzieren. 11k2

3 Kommentare

  1. also wenn du mir garantiert bis ans lebensende jeden monat 1000 euro überweist, hör ich sofort auf mit arbeiten, das is schonmal klar.

    vollbeschäftigung war btw schon immer ein mythos, weil diese laut definition nur grob angebot und nachfrage ins verhältnis stellt aber keine auskunft über qualifikation gibt.
    weiterführend ist arbeit immer dann arbeit wenn irgendjemand was tut wofür ein anderer bezahlt. und da gibts ne menge dinge die auch in 30 jahren nicht durch technik zu ersetzen sind (denke ich zumindest).

    aber unterm strich hat vardi natürlich recht. automatisierung führt zu beschäftigungslosigkeit, genau deswegen macht man sie. die erkenntnis hätte man aber auch schon vor 30 jahren haben können… im gegenzug erhöht man stetig die bürokratie, so bleiben die menschen in lohn und brot. on top: während eines jeden wahlkampfes hat man schonmal ein planbares thema: „wir müssen bürokratie abbauen“, was dann natürlich keiner macht weils arbeitslose produziert.
    das ist aber für uns alles noch kein problem, bis die robots anfangen sich selbst zu produzieren und zu optimieren. aber bis wir soweit sind hab ich hoffentlich das zeitliche gesegnet.

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  2. ist doch scheiß egal was „konzerne“ bzw. deren eigner dann sagen werden oder auch nicht. maschinen bekommen keinen lohn um zB. weitere maschinen zukaufen.

    ist dieser zivilisationsstand erst einmal erreicht so haben sich die mächtigen -in ihrer endlosen gier nach immer noch mehr – praktisch nebenbei selber entmachtet.

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  3. Singularityhub, du hast recht: „Orion, bitte melden. Kurze Meldung wir sind unter Druck – hatten eine Auseinandersetzung zwischen zwei Offizieren auf der Brücke – mit Watschen vor den Augen der Robots!!! Das hat bei denen zu Störungen in der Programmierung zur Rollenverteilung geführt, und jetzt schicken die uns zur Arbeit. Schickt Hilfe. Aber Vorsicht – Robots sind bewaffnet!“

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