Steven Spielberg und George Lucas sagen Zusammenbruch der Filmindustrie voraus

hollywood sign

Die beiden Filmlegenden Steven Spielberg und George Lucas erklärten kürzlich auf einer Veranstaltung der University of Southern California zur Zukunft der Unterhaltungsmedien, dass sie eine bevorstehende massive Veränderung im Filmbusiness erwarten. Spielberg sagte: “Es wird eine Implosion geben, wenn drei, vier oder sechs dieser Produktionen mit Megabudget floppen, das wird alles verändern”.

Und er sieht den Grund dafür vor allem im Überangebot der Unterhaltungsindustrie: “Wir können die Woche nicht verlängern. Wir können den 24-Stunden-Rhythmus nicht erweitern. Also stehen wir vor einer zu grossen Auswahl”. George Lucas fügt hinzu: “Wir werden weniger und grössere Kinos haben, mit breitem Zusatzangebot. Eine Kinokarte wird 50 oder 100 kosten, mehr so wie bei hicklassigen Sportveranstaltungen, und die Filme werden ein Jahr oder so dort laufen. Das werden wir dann als “Moviebusiness” ansehen. Und alles andere ist Fernsehen oder Filmdownloads- und streaming”.

Und Lucas präzisierte: “Das muss nicht sowas wie TV-Sendungen oder -Kabel sein, sondern eher Internet-TV”. Und das sei eine gute Sache, findet er, weil dann eine viel grössere Bandbreite von Nischenprodukten möglich wird. Eine Million Zuschauer seien zukünftig genug, um eine Produktion zu finanzieren – im Unterschied zu heute.

Spielberg setzt noch dazu: “Es ist das totale Chaos. Aber daraus werden einige sehr interessante Entwicklungen resultieren. Heute entstehen grossartige Chancen für junge Leute, einfach in die Branche zu kommen und das zu tun, was sie wollen. Und zwar weil die Wächter des Bestehenden alle tot sind”.

Nochmal zur Erklärung: Steven und George reden hier von der nahen Zukunft. Und wir sollten ihnen zuhören, weil das zwei schlaue alte Hasen sind.

verge, pic sören peters cc by sa

6 Kommentare

  1. „Eine Kinokarte wird 50 oder 100 kosten.“

    Kostet jetzt schon zu viel. + Sprit + Trinken + Popcorn + Nachos = ~30 Euro für einen Filmabend. Alleine.

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    • genau das Gleiche hab ich auch gedacht
      immerhin kann ich Trinken und Futteralien (ok Popcorn und Nachos nicht bzw. nur bedingt) auf „Handtasche Freundin“ auslagern ;)

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  2. aber vielleicht gibts dann endlich sowas wie eine Kino-Flat. Da wäre ich sofort dabei, wenn das zu einem fairen Preis funktioniert.

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  3. diese ganzen mega produktionen kosten nur deshalb soviel weil eine handvoll beteiligter an diesen produktionen oftmals jeweils 2stellige millionenbeträge in die tasche stecken.

    sprich: ein oder zwei sehr bekannte regisseure und manchmal 2 bis 10 sehr bekannte hauptdarsteller die einzeln je zwischen 10+ bis 30+ millionen gage kassieren. dazu oftmals noch eine ganze reihe aus der reihe B mit gagen zwischen 1+ bis 10+ millionen.

    schwuppdiwupp sind schon alleine da sehr oft gleich mal 100 bis 300+ millionen beieinander.

    dazu das gerade aller aller-populärste CGI studio – das gleich mal nur des namens wegen 5 und 10 mal so teuer ist wie ein anderes gleichwertiges, aber weniger populäres. und zack: schon wieder sind 200 oder 300 millionen vom winde verweht.

    das gleiche gilt auch für die bereiche special FX (mechanische), stunts, bühnenbildner, musik etc. etc.

    aber gerade die beiden – spielberg/lucas – habens nötig etwas zu sagen, sind das doch zwei die seit jahrzehnten sprichwörtlich für jeden furtz, ein paar fingerzeige oder ein paar hin-geschmierte zeilen bzw. wegen ihres namens alleine (also ohne überhaupt irgendetwas zu tun außer den namen herzugeben, sprich: produzent) gleich mal etliche millionen für reines nichtstun einstreichen.

    nur mal ein bspl.
    zwar schon etwas älter und aus dem fernsehen, aber die darsteller sind und waren schließlich auch für hollywood-kino-produktionen tätig. als 1994 die sitcom FRIENDS anfing kassierten die darsteller ca. 20 tausend pro folge. im zuge des sich rasch einstellenden erfolges wurden daraus sehr bald 50-60, dann 100 tausend dann ab etwa staffel 4 oder 5 gleich mal mehrere 100 tausend PRO FOLGE. und für die letzen 3 oder 4 staffeln kassierten diese dann gar schon summen zwischen 500 tausend und 1 MILLION (letzte staffel) pro folge. dazu kamen immer größere namen als wiederkehrende neben- und gast-darsteller sowie schreiber und regieseure. aufgedröselt heißt das für eine 23-25 minütige folge mussten die letzten jahre dann schon mal 10 bis 20 (bis zu 6 mio. für die hauptdarsteller alleine) millionen eingeplant werden bevor sie überhaupt gedreht wurde. nebenbei wurden die gagen für die einzelnen kino-produktions-einsätze der 6 hauptdarsteller auch immer astronomischer. zB. jeniffer aniston kassierte dann irgendwann schon mal 25 mio. pro film. offizielle zahlen sprechen von ca. 80 millionen dollar (nur die gagen – also ohne jedwede werbeverträge und dergleichen) die jeder der 6 stars in den 10 jahren ihrer tätigkeit für die sitcom einstrich.

    warum ich gerade dieses bspl. wählte?
    OK. zum einen ist es natürlich eine ausnahme – wenn auch nicht eine gänzlich singuläre (man erinnere sich nur mal zB. an SEINFELD und noch so einige sitcoms und serien mit ähnlichem oder teilweise größerem durchschlag) – und natürlich war dieses auch eine art lotto-ticket für alle beteiligten (was allen zu gönnen war und ist). gleichzeitig zeigt es aber besonders markant auf woran das ganze system krankt. nämlich an den teilweise IRRSINNIGEN gagen einiger weniger (und bei kinoproduktionen die kosten-posten = extrem überteuerte studios und FX-schmieden und dergleichen mehr). das wiederum entzieht allem anderen – vor allem den wirklichen kreativ-prozessen außerhalb des absolutistisch reinen kommerzes – die wertvollen ressourcen. für die kreative basis – aus der neue ideen kommen und neue wege beschritten werden – ist dann einfach nichts mehr da um überhaupt noch kreativ werden zu können (ein ver/hungender künstler kann sich zwar viel vortsellen und ausdenken, wird aber nie in der lage sein etwas vorführen oder vorzeigen zu können).

    man erinnere sich:
    hierbei handelte es sich NUR eine sitcom! keine special FX, keine teure CGI, keine aberwitzigen stunts, keine außergewöhnlichen locations (bis auf eine handvoll ausnahmen ganz zum schluss), keine sonstigen riesigen ausgaben für zB. kostüme, bühnenaufbauten, musik, orchester und/oder dergleichen mehr. lediglich nur der gestiegenen gagen alleine wegen waren in den letzten 3 jahren die produktionskosten auf bis zu ca. 20-30 millionen pro 23-25 minütiger folge anzusetzen.

    ist es da wirklich so verwunderlich das ausgerechnet diese beiden – in hollywood seit jahrzehnten mitunter die top abkassierer ihrer zunft – eine baldige implosion des systems voraussagen?

    verwunderlich ist doch höchstens nur das es nicht schon längst geschehen ist.

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  4. Kinobesuch

    Karten vorbestellen: 10 Minuten.
    Fahrt zum Kino + Parken + halbe Stunde, da Karten reserviert: ~1 Stunde
    Warten, bis der Film startet: (je nach Werbung) 40 -50 Minuten .
    Kino verlassen + Auto befreien + Heimfahrt: ~30 Minuten.

    Overhead für einen Kinobesuch circa 3 Stunden.

    Internet Stream

    x Minuten + ungestört Film gucken.

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  5. selber schuld, die ganze monster gegen menscheit scheiße und die 10te filmschrottfolge sind jetzt vielleicht nicht unbedingt die sachen auf die jeder wartet

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