Spanien erfindet Steuer auf Sonnenlicht

sonne

Die von Korruptionsaffären verfolgte spanische Regierung der rechtskonservativen Partido Popular hat sich offenbar ganz dem Drängen der Lobbyisten ergeben und eine Steuer auf Sonnenlicht beschlossen; nur Regierungschef Rajoy muss das Gesetz noch unterzeichnen, damit es gültig wird. Wer also zukünftig Solarzellen aufs Dach montiert, muss Abgaben bezahlen, die zu mehrfachen Kosten für die Heimstromerzeugung führen.

Auch und gerade dann, wenn der Solarstrom selbst verbraucht wird. Wer sich davor drücken will und erwischt wird, bezahlt Strafen in Millionenhöhe. Damit dürfte das Energie-Oligopol der grossen Konzerne weiter gestärkt werden, die bisher schon von Milliardenzahlungen des spanischen Staates profitieren. In Spanien wird nämlich der Endverbraucher-Strompreis vom Staat festgelegt, die Differenz zum undurchsichtig kalkulierten Erzeugerpreis trägt der Steuerzahler – ähnlich wie die deutsche “Einspeisungsvergütung”, nur teurer.

Deswegen ist es notwendig, Parteien in die Parlamente zu wählen, die der Korruption noch nicht völlig ergeben sind. Bei uns dann im September. Am 15. und am 22. Ich zähl auf euch.

El pais, Energias renovables, pic emilian robert vicol cc by

2 Kommentare

  1. Nun obwohl das hier wohl wirklich sehr stark von Lobbyisumus geprägt ist, darf man das nicht so schwarz weiß sehen.

    Eine Steuer auf solar anlagen kann durchaus gerechtfertigt sein.
    Angenommen ich bin komplett Energie Selbstversorger, dann trage ich ja nicht mehr zum Erhalt des Stromnetzes bei, obwohl ich weiterhin davon profitiere, und wenn meine Anlage mal nicht so gut läuft bekomme ich trotzdem Strom aus dem Netz, zu eigentlich zu günstigen Konditionen.
    Außerdem wird um mich rum die gesamte Infrastruktur vom allgemeinen Stromnetz gespeist von der ich dann profitiere aber nichts zu beitrage.
    Klar ärgert sich jetzt der Kleinsolarbetreiber, aber möglicherweise hat er bis jetzt genauso gegen die Gesellschaft gearbeitet wie der Großkonzern?

    Es gibt auch bei uns einige Beispiele bei denen man auf selbst erzeugtes Steuern zahlen muss, Schnapsbrennen z.B.

    Was ich eigentlich sagen will, ist dass wir das schwarz weiß denken lassen sollten und immer alles möglichst objektiv von möglichst allen Seiten beleuchten und durchdenken sollten.

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  2. Was ist ein Paradoxon?
    Ein ehrlicher, dem Volke dienender Politiker.
    Ändern tut sich nur was, wenn’s wie in Lybien, Ägypten oder Tunesien abläuft. Ob es dann zum Guten ist, steht auf einem anderen Blatt in einem anderen Sonnensystem

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