Kevin Spacey erklärt, wie man Piraterie loswird

kevin spcey edinborough

Jaaa, ich weiss. Das Wort „Piraterie“ ist ein Oxymoron. Ein grundsätzlich falsches Konzept, weil es von der exklusiven Möglichkeit von Besitz an Erdachtem ausgeht. Aber gut, die Vermarktung von ausgedachten Sachen ist ein Riesenproblem, weil seit der Informationsrevolution Koipen nicht mehr immer etwas zum Anfassen sind. Auf dem International Television Festival in Edinburgh Ende August erklärte Filmschauspieler Kevin Spacey allerdings, wie man das ganze Problem los wird. Er erklärte den atemlosen Kongressteilnehmern:

„Gebt den Leuten, was sie wollen, wann sie es wollen, in der Form, in der sie es wollen, und zu einem vernünftigen Preis, und sie werden eher dafür bezahlen als es einfach so zu nehmen.“

Da haben wir mehrere wichtige Punkte in einem Satz zusammengefasst: Schluss mit der Regionalvermarktung und künstlichen Verzögerung. Wenn jemand einen neuen Film in Originalsprache haben will und er dafür bezahlt – warum nicht? Schluss mit der Beschränkung auf Formate. Es bringt nichts, einen neuen Film exklusiv auf doppelt kopiergeschützter Blu-Ray rauszubringen, wenn ich denselben Streifen am selben Abend umsonst runterladen kann. Und ganz wichtig: Hört auf, Fantasiepreise für digitale Kopien zu verlangen. Wenn das Epos (oder das Musikalbum, oder das Ebook) nur einen Bruchteil des bisherigen Preises kostet, wird ein Vielfaches der Kunden zugreifen. Das kann man ausprobieren, wie etwa Valve Software das bereits erfolgreich getan hat. Das Ergebnis bei Games war, das bei einem Sechstel des heute üblichen Verkaufspreises der Gewinn am grössten war. Für Filme, Serien, Musik, Ebooks mus man das nooch testen. Viel Spas dabei, und danke nochmal an Kevin für die offenen Worte.

hypebot, pic

8 Kommentare

  1. ist im prinzip doch einfachste wirtschaftslogik. nur will das
    komischerweise nicht in die seit den letzten 30+ jahren scheuklappen-bewehrten BWL-BLÖDSTUDIERTEN ins hirn rein.

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    • Naja, bei BWL kann man nicht wirklich von Blödheit als Studienfolge sprechen, eher ist das BWL-Studium die Folge von Blödheit.

      Beim Wort „Piraterie“ stört mich im Grunde nur, daß das, was in Somalia abgeht, ebenfalls so genannt wird. Und damit gehe ich gar nicht konform.

      Ansonsten weiter so „Prot“ :D

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  2. BWL-BLÖDSTUDIERTE sind alle (ALLE) eben nicht so schlau wie ein Filmmillionär Kevin Spacey, der ohne die horrenden Preise, die er anprangert, nicht seine Millionen eingeheimst hat, die er dann zum Glück nicht gehabt hätte (wäre besser, dann könnte er jetzt nicht als Promi so einen Stuss erzählen). Der Nachwuchs kann sich ruhig gegenseitig zerfleischen, denn der billigste Anbieter gewinnt. Raus kommt dann DSDS oder einer dieser elenden Soapoperas.
    Ich kann dieses ganze hohle Piratengeschwaffel einer schönen neuen Welt nicht mehr hören, wenn man die Preise drastisch senkt und Kreativen das einzige wegnimmt, was deren Schaffen schützt. Preise lassen sich ja etwas senken. Natürlich nicht unter den Bedingungen in der digitalen Welt, wo gottgleiche Informatiker in ihren Firmen in den neuen „Arbeit“smarktstrukturen mit Online-Shops/Marketing ein zu großes Stück vom Kuchen abkassieren. Jaja – die armen Programmierer und überhaupt. Einen Webshop aufzusetzen kostet nun einmal 10% Gewinnbeteiligung und mehr…
    IronieON Wie wäre es Diebstahl wieder als Mundraub zu legalisieren und Mundraub gleich auf größere Dinge auszulegen? Jeder klaut sich alles einfach zusammen, denn der Preis für die Waschmaschine oder den Porsche-Tretroller war zu teuer. Selbst Schuld… und die Pizza hier, die bezahle ich nicht – ist zu teuer. IronieOFF
    …ein Grund nicht die Piraten zu wählen.
    Ich bin dafür Menschen wie Kevin Spacey ihr Vermögen zu halbieren um damit die Hälfte der Schulden anderer zu beseitigen. In Amerika ist die Schere ähnlich groß. Durch ein Gesetz einfach seinen eigenen Rat weltlich umsetzen: „Das Leben war für viele zu teuer. Die Halbierung der Vermögen – das mußte sein… wir geben damit den Leuten, was sie wollen.“.
    Gleichzeitig Superstar-Schöpfungen verbieten. Die kommerzielle Vermarktung (wie gottgleiche Darstellungen) von einzelnen Menschen unter Strafe zu stellen bis die letzte Boyband ausgestorben ist und kein Mensch wie „Kevin Spacey“ mehr in Mikrofone labbern darf.

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    • Zitat: „Die kommerzielle Vermarktung (wie gottgleiche Darstellungen) von einzelnen Menschen unter Strafe zu stellen“

      Erzähl das mal den Scientologen oder anderen totalitären Sekten…obwohl, was schwafel ich – wir LEBEN in einem totalitären System, nennt sich Kapitalismus, und aus dieser Sekte kommen wir so schnell nicht raus.

      Und Kevin Spacey ist noch einer der coolen Schauspieler. Ich mag ihn, definitiv :)

      @knallbombi: mach mal einen konstruktiven Vorschlag….bloßes Bashing und Fordern halte ich für keine gewinnbringende Vorgehensweise…im Vergleich liegt das politische Piratentum jedenfalls derzeit vorne (meine persönliche Meinung), aber das geht ganz sicher noch viel besser, da stimme ich mal zu…

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      • knallbongbong hatte nach den ganzen seichten artikeln hier halt so einiges an hass & gewalt angestaut, dass er erst hier alles entladen konnte.

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        • ZuZui? Wer bist Du denn?
          Es ist doch so, daß Piraten auch nur Kosmetik am System betreiben. Vor lauter Bäumen ist der Wald nicht mehr zu sehen.

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          • Die piratten nehme ich auch nicht in schutz. Dich wollte ich auch garnicht kritisieren.

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      • Konstruktive Vorschläge:
        – Abschaffung der Subventionen für amerikanische Filme, wenn Deutsche Drehplätze genommen werden; http://www.welt.de/wirtschaft/article116514819/Schlechte-Filme-vom-Steuerzahler-subventioniert.html . Die Gelder können in Deutsche oder zumindest Europäische Produktionen gesteckt werden. Am besten in Dokumentarfilme, welche die Wirtschaftskrise darstellen und Wege heraus statt hinein.
        – Öffentliche Finanzierung von „Medienschulen“ ähnlich „Musikschulen“. Sollte den freien Internetzugang für jeden ermöglichen; evtl. mit geringem Entgelt. In Australien kann man das in Bibliotheken. Darüber hinaus wären Kurse für neue Medien nicht schlecht für die Gegenwart & Zukunft. Die Kosten zum allgemeinen Nutzen sind sehr gering. Vor allem in Problembezirken.
        – Integration von Kuturschaffenden. Die Stadt sollte günstig (oder kostenlos) alle Wochen oder Monate Freiflächen zur Verfügung stellen und jeden (nicht nur Kevin Spaceys) ermöglichen seine Künste (ob kleines Theater, Comedy, Film, Musik… ) öffentlich aufzuführen. Nicht im Stil der heutigen Stadtfeste voller Alkohol und Konsum. Als Gegenpol zu der Fastfoodgesellschaft. Als Plätze wären Zirkusfreiflächen, große Parkplätze und in der kalten Jahreszeit Turnhallen etc. geeignet.
        – Allein meine Stadt fördert ein Tourismusunternehmen mit 600000 Euro. Nur 20% davon würde reichen, daß in Musikschulen, Theater und sonstigen schon vorhanden Kultureinrichtungen wieder etwas mehr funktioniert.
        – Das Geld (125000 Euro) könnte man auch in einem Masseneinkauf von Videokameras (300-500 Stück für 100000 Euro investieren und diese dann unterschiedlichsten Menschen/Gruppen der Stadt einfach in die Hand drücken. Das Tourismusunternehmen könnte für die verbliebenden 25000 Euro einen perfekten Film über die was wahre Leben in der Stadt cutten und veröffentlichen lassen, anstatt damit künstliche Imagepflege zu betreiben.

        Es gibt von meiner Seite aus viele Ideen nur werden diese nicht umgesetzt. Der Status Quo hat eben das sagen und will nicht, daß es sich ändert.

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