Wie man die Rente einer ganzen Generation stiehlt

rentnerin

Der Rolling Stone, früher ein Musik-, heute eines der letzten ernstzunehmenden US-Nachrichtenmagazine, beschreibt ausführlich, wie in den USA die Rentenkassen der öffentlichen Angestellten von den selben Leuten geplündert werden, die zuvor für die Finanzkrisen der jüngeren Vergangenheit verantwortlich waren. Rentenfonds, die bereits durch gewagte Fehlspekulationen geschwächt sind, werden jetzt umdirigiert, weg von den Leistungsberechtigten und hin zu neuen Spekulationen der Finanzhaie. Begründungsszenario:

Wir müssen die Rentenauszahlungen senken, weil sich die öffentliche Hand die gigantischen Summen nicht mehr leisten kann. Pech für die Feuerwehrleute, das Pflegepersonal, die Beamten.

Wieso kommt uns das jetzt bekannt vor? Weil es in Deutschland genau so läuft. Eine “konservative” Regierungsmehrheit (also einschliesslich der SPD) nutzt die Rentenbeiträge angesparten Renten für sachfremde Ausgaben und schraubt dann die Leistungen herunter, schiebt das Rentenalter hinaus und zwingt dadurch ältere Menschen in Frührente, mit deutlich schlechteren Leistungen. Der Zwang wird besonders deutlich bei älteren Arbeitslosen, denen das ALG2 verweigert wird, so das sie auch gegen ihren Willen früher in Rente gehen müsssen und dann mit niedrigen Zahlungen abgespeist werden können. Dieselben “Konservativen” nutzen aber die daraus resultierenden Existenzängste, um die solchermassen Übervorteilten mit scheinheiligen Versprechungen an die Wahlurne zu locken. Dort wie hier ein politisches Perpetuum Mobile, mit Milliarden-Profitgarantie.

rollingstone, pic rowena waack cc by nc nd

8 Kommentare

  1. Ich bin sicherlich kein Kommunist, aber die Ergebnisse jahrzehntelanger neokapitalistischer Politik kommen jetzt zum tragen.
    Und während über die Kürzungen und Verknappungen bei der Gesellschaft in der Regierung diskutiert wird knallen anderswo die Champagnerkorken.
    Was ist aus der Begrenzung von Managergehältern etc. geworden. Alles Strohfeuer, die lediglich zur Beruhigung des Mobs beitragen sollten.
    Wenn wir (Die Wähler und die konservativen Politiker) so weitermachen, wird man sich in 10 – 15 Jahren die Frage stellen müssen, ob man als Normalbürger im Sozialismus nicht besser aufgehoben wäre?

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    • Nur ein Idiot denkt in falschen Dichotomien. Von daher musst du nicht erwähnen du seist kein Kommunist, um dazu berechtigt zu sein den Kapitalismus zu kritisieren. Es gib mehr als diese beiden extremen Denkrichtungen, mehr als diese eine Denkachse, und mehr als diesen einen relativen Bezugspunkt. :)

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      • Der deutsche Hund ist zu solchen Gedanken leider unfähig.

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  2. Wir müssen aufhören, „(Neo-)Konservative” zu sagen, und anfangen, „(soziopathische) Faschisten” zu sagen.

    Denn Leute die alles kaputt machen, wollen nix konservieren, sondern Leute die die (Volks-)Regierung durch ein Industrie-Oligopol ersetzen wollen, sind Faschisten.
    (Nein, Rassist/Nationalist muss man dazu nicht sein.)

    Und deren Firmen sind eine Spezies mit soziopathischen Wesenszügen.

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  3. naja, butter bei die fische… so schlimm kanns nicht sein, sonst gäbs schon längst ne revolution. eins ist erstmal klar: der darwinismus funktioniert und der funktioniert schon sein n paar millionen jahren. der ist mangels natürlichem feind tatsächlich auf wichtig für das überleben unserer spezies.
    ICH fühl mich in diesem land zwar seitens der regierung nicht fair behandelt, aber es geht mir gut genug um damit zu leben. das scheint bei ner ganzen menge anderer leute auch so zu sein. und wenn eine partei wir die cdu derart bei einer wahl abräumt, ja tut mir leid … hört endlich auf zu meckern, tut was oder lebt damit.

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    • Lange wird das aber nicht mehr gut so gehen, und dann werden die Deutschen mal wieder ihr wahres Gesicht zeigen.

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  4. Deine Aussage „Eine “konservative” Regierungsmehrheit (also einschliesslich der SPD) nutzt die angesparten Renten für sachfremde Ausgaben …“ ist inhaltlich falsch.

    Wir haben (bald: hatten) ein Rentensystem mit Umlageverfahren, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Rentenversicherung und http://de.wikipedia.org/wiki/Umlageverfahren

    Kurz gesagt zeichnet es sich dadurch aus, dass die derzeit eingezahlten Beiträge sofort an die aktuell Berechtigten ausgezahlt werden. Es wird also kein Kapital angespart. Die Garantie, dass die Einzahlenden später tatsächlich etwas ausgezahlt bekommen übernimmt hierbei der Staat.

    Unter den aktuell gegebenen Bedingungen funktioniert dies jedoch nicht mehr, da die Einnahmen geringer ausfallen, als die zu leistenden Auszahlungen.

    Über die ausschlaggebende Ursache dieses Missverhältnisses gibt es unterschiedliche Auffassungen. Hierzu zählen vor allem der demographische Wandel und politische Entscheidungen (Veränderung des Arbeitsmarkts zugunsten der Arbeitgeber, Reform der Sozialsysteme hin zu kapital gedeckten Systemen zugunsten der Versicherungen).

    Deine Ausführung wird in so fern aber wieder richtig, dass unsere Regierungen diesem Problem nicht durch Steigerung der Einnahmen, sondern Kürzungen auf der Ausgabenseite entgegen zu wirken versucht.

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    • Vom Konzept her hast du mit deiner Kritik recht, ich ändere das entsprechend.

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