Das dezentrale, verschlüsselte Internet, ab 2014

John McAfee

John McAfee ist mit Antivirensoftware reich geworden und führt seither das ausgefüllte und bizarre Leben eines Silicon-Valley-Multmillionärs. Am Wochenende hat er auf dem C2SV Festival seine Pläne vorgestellt, am 23. März nächsten Jahres ein Gerät namens D-Central zu verkaufen, dazu einige Infrastruktur. Das bildschirmlose Kistchen kommt dann für unter 100 US-Dollar (ca.74 Euro) und dient einem einzigen Zweck:

Ein dezentrales, verschlüsseltes, aus D-Central Wlan-Zellen gebildetes dunkles Internet zu schaffen. Das sich mit dem bisherigen, von Konzernen und Staatsorganen kontrollierten Internet verbindet und ein weltweites Netz herstellt, allerdings ohne NSA und BND.

Natürlich hören wir jetzt schon die Klagerufe, das System würde dann von Kriminellen und Terroristen genutzt. Aber das, so entgegnet McAfee mit kühler Logik, gelte auch für das Telefon. Und auch für alles andere, wir wir uns selbst nach kurzem Nachdenken klarmachen können.

Was die neue Firma McAfees, Future Tense Central, da vorhat, ist eine Revolution, und wird von den Herrschern über das alte Internet verbissen bekämpft werden. Wir dürfen also gespannt sein.

Eine scheinbare Konkurrenz erhält D-Central durch das Projekt Occupy.here vom US-Startup Triple Canopy Labs, das allerdings darauf abzielt, eine neue Plattform zu schaffen, auf der Informationen sicher (da dezentral über Wlan-zelle) ausgetauscht werden können. D-Central dagegen ist für den Austausch beliebiger Datenmengen geplant, eine Art SciFi-Version von Filesharing also. Weiterer Unterschied: Occupy.here läuft auf eigenen, ortsfester Routern, während D-Central selbst ein mobiler Router ist. Die beiden Konzepte könnten sich also durchaus ergänzen.

Wir wünschen dem heute 68jährigen John auf jeden Fall viel Erfolg bei seinem Projekt und ein langes, gesundes und erfolgreiches Leben. Das D-Gerät werde ich mir im nächsten Frühjahr auf jeden Fall kaufen.

future tense central

techcrunch, zdnet, theverge

pic: johnmcafee, privat

7 Kommentare

  1. Halt uns auf dem Laufenden!

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  2. Man sollte Mr.McAfee nicht so ernst nehmen bzw. nicht unbedingt alles glauben was er so von sich gibt

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  3. Wenn das Ding mobil ist, dann muss ich es ständig aufladen oder was?

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  4. Wäre sehr gut.
    Aber Moment: Wie ging denn die Gerichtssache aus?

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  5. Und wie läuft das in good ol Germany mit der Störerhaftung? Da lässt sich doch sicher was konstruieren, um das Gerät von vornherein zu verbieten, oder?

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  6. Lol, das stellt für die NSA und mich schon lange kein Hindernis mehr dar.

    Wenn ein Nutzer über die Kiste auf eine Website ausserhalb des Darknets surft (auch unbemerkt), dann haben diese und alle Router dazwischen (über die die Pakete ausserhalb des Darknets laufen) vollen Zugriff auf die lokale Sicht auf das Netz. Also auch auf VPNs, Darknets und Router-Konfig-Schnittstellen.

    Kinderkram. Und trügerische „Sicherheit”.

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