EU-Rechtsausschuss bricht GEMA-Monopol

youtube-gesperrtAus der Abteilung „Demokratie bei der Arbeit“: Der EU-Rechtsausschuss hat seine abschliessenden Empfehlungen zur Modernisierung des Verwertungsrechts veröffentlicht. Wir können damit rechnen, dass das EU-Parlament entsprechend abstimmt und die weitreichenden Veränderungen mittelfristig in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Das allerdings bedeutet dann das Ende der GEMA, wie wir sie kennen. Warum?

Nach dem sehr wahrscheinlich kommenden Reglement gibt es europaweite digitale Verwertungen, keine nationalen Extrawürste mehr. Urheber können dann ihre Werke unter Creative Commons Lizenz für private Nutzung freigeben – was die GEMA bisher verweigert. Die Ausschüttung der Tantiemen muss zügiger als bisher erfolgen und vor allem nach gleichen Kriterien – das bedeutet das Ende der „Standardwerke“, die bisher nach obskuren Regeln mehr Geld bekommen, zulasten der weniger bekannten Komponisten. Urheber sollen sich künftig aussuchen können, von welcher Gesellschaft sie sich vertreten lassen wollen – Schluss also mit den nationalen Vorrechten. Anbieter von kommerziellen Musikdownloads und Streaming können in Zukunft ihre EU-Lizensierung von einer übergeordneten Einrichtung bekommen und müssen nicht mehr direkt mit der GEMA verhandeln; Youtube dürfte sich darüber freuen, genauso wie Millionen von Musikfreunden hierzulande. Die einschneidendste Entmachtung allerdings ist die kommende Verpflichtung für Verwertungsgesellschaften, einen Katalog der von ihnen vertretenen Werke im Internet anzubieten. In anderen Worten: ein Opt-In.

Damit fällt endlich das ebenso legendäre wie bizarre GEMA-Monopol, also der Alleinvertretungsanspruch der Gesellschaft gegenüber jedweder Musik, auch von unbekannten, anonymen oder frei verteilenden Künstlern. Das EU-Gesetz dürfte im Lauf des nächsten Jahres kommen, das grosse Geheule über das drohende Ende unserer abendländischen Kultur auch.

EU-Ausschussentwurf PDF
netzpolitik
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4 Kommentare

  1. Ist schon der 1. April? Man liest ja nur noch Schreckensmeldungen, dass man sowar garnicht zu glauben vermag …

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  2. Wenn das tatsächlich so durchgeht wie Du Dir das vorstellst – klatsche nicht nur ich Beifall. Die GEMA hat mit ihrer Tarifreform rücksichtslos versucht, auf Kosten von Clubs und Diskotheken stärker abzuzocken, angeblich zum Wohle aller. Genau diese Rücksichtslosigkeit hat sie im Gegenzug jetzt verdient. „You’ve claimed all this time that you would die for me. / Why then are you so surprised to hear your own eulogy?“ (Tool – Eulogy)

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  3. wäre doch gelacht wenn unsere Lobby… äh Volksvertretung das nicht noch bis in die Nichtigkeit aufgeweicht bekommt.

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    • DU HAST JA SOOOOOOOOOOOOOOOWAS VON RECHT!!!!

      andere alternativen wären (und das wäre weder das erste noch das einzige mal) das sie es bis zum saintnimmerleinstag hinauszögern oder es einfach komplett ignorieren und stattdessen für die GEMA „quasi“ die strafe aus steuergeldern zahlen.

      da ist auf „unsere“ volks-ins-knie-ficker absoluter verlass!

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