Deutsche Strafrechtsprofessoren fordern Cannabis-Freigabe

Lorenz BöllingerLorenz Böllinger ist Professor für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Bremen und Mitglied des drogenpolitischen Expertennetzwerks „Schildower Kreis“. Er hat eine Petition an die neue Bundesregierung gerichtet, mit dem Ziel, Cannabis freizugeben, und als ersten Schritt eine Enquete-Kommission einzurichten, die die Legalisierung durchführen soll.  Es gibt in Deutschland 240 Professoren für Strafrecht, Böllinger hat sie alle um Teilnahme an der Petition gebeten, 105 von ihnen machen mit.

Das ist massiv, um nicht zu sagen, episch. Er erklärt, dass ein Verbot von Cannabis sinnlos sei, weil die Droge weit weniger schädlich ist als legale Substanzen. Das gerne gehörte Argument, unser Land sei an internationale Vereinbarungen gebunden, entkräftet er mit dem Hinweis darauf, dass der Vereinbarungstext fast frei auslegbar formuliert ist, und einzelne Nationen bereits aus der UN-Vereinbarung ausgestiegen sind (etwa Bolivien). Entsprechendes gilt für bestehende EU-Regelungen. Ich finde, wir sollten Lorenz Böllinger und die anderen 105 Professoren hier unterstützen. Cannabis muss legal werden. Das ausführliche Interview findet ihr hier: legal tribune, pic uni bremen

10 Kommentare

  1. Oi, bitte Korrekturlesen vor dem Posten :-P

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    • Das kommt davon, wenn man zwischen 2 Terminen schnell noch nen Artikel postet.

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      • was warn das für termine? mit libanesen und afghanen? jamaikanern? uruguay?

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        • Wie? Egal. Hauptsache was mit Cannabis.

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      • um’s für die nachwelt nochmal festzuhalten, so sah’s vorm edit aus:

        „Das gere gehörte Arguemnt, unser LAnd sei an internationale vereinbarungen gebunden, entkräftet er mit dem Hinweis darauf, dass der Vereinbarungstext fast fre auslegbar foirmuliert ist, und einzelne Nationen bereits aus der UN-Vereinbarung ausgestiegen sind (etwa Bolivien).“

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  2. viel wichtiger wäre es endlich von der rein drogenorientierten debatte wegzukommen – diese stattdessen als eine art abfallprodukt zu führen. generell sollte der immense nuten der pflanze in seiner ganzheit herausgestellt werden und in die gesellschaft getragen werden.

    die besseren argumente liegen sowieso unisono bei den befürwortern.

    wer dann damit kommen will das es auch THC-arme, sowie genmanipulierte, hanfpflanzensorten gäbe denen kann man mittlerweile mit SÄMTLICHEN zum thema exitieren STUDIEN entgegen das dieses zeug eben nicht – nicht mal annähernd – so vielfältig verwendet/verarbeitet werden kann. denn leider wurde ja nicht nur das THC weggezüchtet sondern infolgedessen auch viele andere wichtige eigenschaften der pflanze. bzw. diese bestehen bei den (auch natürlichen) sorten nicht im vollem umfang zur verfügung.

    es ist zum kotzen das es diesen dummstudierten scheiß-politikern seit jahrzehnten nicht in den schädel zu bekommen ist das es NUR VORTEILE geben würde einen größeren teil der heimischen landwirtschaft auf hanf umzustellen. es gibt keine andere pflanze die man so dermaßen vielfältig verarbeiten und verwenden kann.

    für die die mit dem thema nicht soviel anfangen können und interessierte.

    hier mal ein sehr gute seite zum thema (abseits der sensationshascherei – grins – ):

    http://hanfverband.de/index.php/themen/cannabisfakten/1002-warum-hanf-ueber-die-oekologischen-und-oekonomischen-moeglichkeiten-des-rohstoffs-hanf#nr_03

    Warum Hanf? – Über die ökologischen und ökonomischen Möglichkeiten des Rohstoffs Hanf

    [ Warum Legalisieren

    Seit 10.000 Jahren nutzen die Menschen Hanf. Dennoch wurde diese alte Kulturpflanze im vergangenen Jahrhundert verboten. Nicht die Forderung nach Legalisierung von Hanf gehört also als außergewöhnliche Idee auf den Prüfstand, sondern das geschichtlich gesehen relativ kurze Experiment „Kriminalisierung“.

    Das Hanfverbot sollte die Konsumenten vor Gefahren schützen, von denen wir heute wissen, dass sie nicht im behaupteten Umfang bestehen. Cannabiskonsum führt weder zu körperlichen Schäden, noch ist er der Einstieg in eine Suchtmittelkarriere. Noch nie starb ein Mensch an einer Cannabisüberdosis, dennoch werden beinahe täglich Todesurteile oder lebenslange Freiheitsstrafen für den Besitz von Hanf verhängt.

    Quasi nebenbei wurde der Menschheit die Nutzung einer der vielseitigsten Nutzpflanzen verboten. Auch nach der Wiederzulassung von „THC-armem“ Hanf in der EU bestehen immense Schranken für seine Nutzung. So müssen interessierte Bauern hohe bürokratische Hürden nehmen um eine Anbaugenehmigung zu erhalten. Noch immer ist der Anbau sogar rauschunwirksamer Sorten in vielen Ländern, z.B. der USA, verboten.

    Das Hanfverbot behindert die technische Weiterentwicklung von hanfverarbeitenden Maschinen ebenso wie die medizinische Forschung an einer der ältesten Heilpflanzen. Beinahe täglich sterben Menschen, weil ihnen die lebensrettende Medizin Cannabis vorenthalten wird.

    Die vollständige Legalisierung von Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel ist längst überfällig. In den 70 Jahren Hanfverbot wurde keines der Ziele dieses Gesetzes erreicht!

    Heute konsumieren mehr Menschen Cannabis als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt der Geschichte. Cannabis kann von den meisten in ihrem Umfeld problemlos erworben werden. Gerade junge Menschen werden darüber hinaus vom Verbot geradezu zum Konsum verleitet.
    Auf der anderen Seite müssen Bauern und Verarbeiter noch immer gegen das Image von Hanf als Killerdroge ankämpfen. Manche innovative Hanfanwendung scheitert bis heute am unmöglichen staatlichen Spagat zwischen Drogenkrieg und Wirtschaftsförderung. ]

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  3. Noch epischer wärs gewesen, wenn der Professor gleich höhere Polizeibeamte aus dem gesamten Bundesgebiet an der Petition teilnehmen lassen hätte. Meines Wissens würden sich die meisten (zumindest in nördlichen Deutschland und Berlin) für eine Legalisierung aussprechen.
    Reine Cannabiskonsumenten (=nicht Mischkonsumenten) verhalten sich i.d.R. handzahm und entsprechen nicht dem Cliché Drogenabhängiger (ob Alkoholiker oder Junkies). Es sind vielmehr ruhige und meist recht intelligente Mitbürger aus ALLEN Schichten, welche der Gesellschaft mit Ihrer Leidenschaft keinen Schaden oder ähnliches zufügen.
    Durch eine Legalisierung würde der Spaß-Konsum wie in den Niederlanden zurückgehen. Eine Legalisierung als Medikament wie in den U.S.A. ist längst überfällig – da gibt es praktisch keine Gegenargumente, außer eine geldgierige Pharmalobby.
    Leider wird diese Petition an einer verstaubten stockkonservativen Menschen verachtenden Politik scheitern, dessen Gefolgsleute offensichtlich unter teilweise bis zu totalen Realitätsverlust leiden.
    Einem dieser Politiker-„Typen“ hatte ich mitgeteilt, daß er sich mal um seine Familie bzw. seinen Polytoxikomanisch veranlagten Sohn kümmern solle. Man sagte mir nur: „Bitte schriftlich.“. Hätte ich zur Polizei gehen sollen und dem „Typen“+Sohn noch mehr Probleme (als eh schon bestanden) zu bereiten? Hätte ich aussprechen sollen, daß sein Sohn nicht nur konsumiert, sondern auch Amphetamine verkauft? Längere Zeit später brachte man den Sohn dann für lange Zeit in eine Klinik und wahrscheinlich ist er aufgrund seiner Problematik immer noch in Behandlung.

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  4. Das wird schon, auch ohne mich. Ralf Caspers hat das vor einer Woche in Quarks & Caspers sehr schön erklärt: Hanf ist die BESTE Alternative zu Baumwolle. Schade daß er keinen echten Hanf als Pflanze gezeigt hat :D

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  5. Hallo und Danke für den hilfreichen Post! Toller Blog.

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