Report: US-Banken werden Supermächte

Dmatt taibbier US-Ent­hüllungs­journalist Matt Taibbi (pic) beschreibt in seinem jüngsten Artikel für das Magazin Rolling Stone eine Entwicklung, die zu immer noch mehr Profit und Macht für US-Banken führt. Lobbyismus ist die moderne Geissel unserer Demokratien, Parlamente und Regierungen werden korrumpiert, um wett­bewerbs­verzerrende Vorteile für einzelne Unternehmen und Branchen zu beschliessen. Im konkreten Artikel „The Vampire Squid Strikes Again: The Mega Banks‘ Most Devious Scam Yet“, beschreibt er, dass in einem Nebensatz „Financial Services Modernization Act of 1999“ die Beschränkung der Banken auf Finanzgeschäfte aufgehoben wurde.

Das führt seither dazu, dass US-Grossbanken wie Morgan Stanley, JPMorgan Chase oder Goldman Sachs ganze Rohstoff-Verwertungsketten inclusive Tankern oder Warenhäusern aufkaufen. Nicht, weil dort die Gewinnmargen so besonders hoch sind. Sondern. weil man die Weltmarktpreise manipulieren kann, wenn man einen beträchtlichen Teil des Angebots kontrolliert – wie das im Fall von Aluminium und anderen industriellen Halbzeugen der Fall ist. Nicht, um mit einem künstlich angeheizten Rohstoffmarkt einen Dollar extra zu machen. Sondern, um mit vorher selbst aufgesetzten Derivaten, Swaps, Optionen, Futures und danach selbst manipulierten Rohstoffpreisen ganze Finanzmärkte abzuräumen. Zum Schaden aller anderen. Das Geld, das die Banken auf diese Weise ernten, wird ja nicht zuvor irgendwo produziert. Nein, sie nehmen es uns weg. Anlegern, die ihre Rentenfonds verlieren. Nationen, die ihr Sozialsystem abbrennen, um Mittel zur Bankrettung freizulegen. Alles mit dem Segen des US-Parlaments. Was die letzte verbliebene Supermacht da aufstellt, ist eine neue Dimension des kalten Kriegs. Nur diesmal nicht gegen „den Kommunismus“, sondern gegen alle anderen. Verträge wie TTIP (Tafta) sind übrigens dazu gedacht, dieses Regime der US-Finanzwirtschaft auf die ganze Welt auszudehnen. Kapitalismus war ja eigentlich nie so gedacht gewesen (Sorry, Herr Marx). Er sollte eine Wirtschaftsform sein, keine monetäre Virusepidemie. Früher oder später müssen wir etwas dagegen tun. Und ich fürchte, das wird nicht friedlich ablaufen können. Taibbi drückt das zum Abschluss seines Berichts so aus: „When does the fun part start?“

rollingstone, pic Tony from New Jersey cc by

9 Kommentare

  1. Gibst du nun also doch zu, dass knallbonbons Gewalttyraden richtig waren :P

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    • Nur wenn er nich mitliest. Hab doch hier im Blog sowas wie ne pädagogische Verantwortung.

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  2. Soweit nichts Neues seit -zig, ach was sag ich, seit hunderten von Jahren…ich war ja schon gegen die Bankenrettung, aber auf mich hört ja keiner ;)

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  3. Thomas hat recht: Im Westen Nichts Neues – und der Krieg ist noch immer das beste Geschäft. Den Internen markt zuhause mag man ja kaputtgemacht haben, aber da ist noch immer viel zu holen mit Waffen und Munition – Und natürlich: Wiederaufbau – siele Cheneys „Halliburton“.
    Wollen wir dich mal sagen: Banken haben die Haushypotheken und Rentenkonten rund um die Welt mit vollem Bankeninternationalismus gründlich abgesahnt und bonusverteilt, sich selbst dabei himmlisch überbezahlt, und sind ohne jede Strafe davongekommen.
    Wie das so angeht? Je nun, Regierungen und Regierungschefs sind doch käuflich. Wahlen? Wass’n dat? Wie sagte noch jener britische Politiker:
    „Wenn Wahlen irgedwas bedeuten würden, wären sie längst abgeschafft.“
    Dasselbe sollte für Banken gelten, aber leider bedeuten sie viel zu viel.

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    • wobei aber sämtliche banken in allen ländern per staatstreich „enteignung“ von heute auf morgen verstaatlicht werden könnten (und nein- das hat nichts mit kommunismus zu tun sondern mit dem jeweils gesamtgesellschaftlichen wohl und interesse der jeweiligen landesbevölkerung). und das ohne das es signifikant negative auswirkungen auf die (realen) märkte hätte. im gegenteil könnte dieses vorgehen sogar als heilsam wirkende warnung für alle anderen marktteilnehmer gelten.

      das einzige und wirkliche problem sind einerseits die immer korrupter werdenden politiker und die andererseits immer feigeren und rückgratloseren obendrauf.

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      • Und wer würde im Falle einer Enteignung das Ruder bei den Banken übernehmen. Genau die von dir beschriebenen Politiker. Das ist schon bißchen wie die Wahl zwischen Pest und Cholera, oder?

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        • man könnte es auch 2 außerordentlichen kommissionen in die hände geben. 1 ausführende und 1 erstinstanzlich kontrollierende.

          weitere auflagen:

          alle 5 jahre muss der komplette apparat ausgetauscht sein

          dazu

          absolute transparenz.

          und

          mindestens noch 3 von einander völlig unabhängige kleinere kontrollinstanzen (davon eine die ausschließlich nur aus steuerfahndern etc, besteht) deren jeweilige mitglieder alle 3 jahre komplett ausgetauscht werden müssen.

          einführung der komplett-haftung (auch mit dem eigenen vermögen) bei nachgewiesener korruption (spezl-dienste, wegsehen, vorteilsnahme, etc.) und einer verschärfung bei tatsächlicher krimineller betätigung (verschieben, verschleiern, selbstbereicherung in größerem umfang, etc,) sofort (echte) lebenslange haftstrafe ohne jedwede aussicht auf vorzeitige entlassung (zB. durch begnadigung) etc.

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  4. […] Das führt seither dazu, dass US-Grossbanken wie Morgan Stanley, JPMorgan Chase oder Goldman Sachs ganze Rohstoff-Verwertungsketten inclusive Tankern oder Warenhäusern aufkaufen. Nicht, weil dort die Gewinnmargen so besonders hoch sind. Sondern. weil man die Weltmarktpreise manipulieren kann, wenn man einen beträchtlichen Teil des Angebots kontrolliert – wie das im Fall von Aluminium und anderen industriellen Halbzeugen der Fall ist. Nicht, um mit einem künstlich angeheizten Rohstoffmarkt einen Dollar extra zu machen. Sondern, um mit vorher selbst aufgesetzten Derivaten, Swaps, Optionen, Futures und danach selbst manipulierten Rohstoffpreisen ganze Finanzmärkte abzuräumen. Zum Schaden aller anderen. Das Geld, das die Banken auf diese Weise ernten, wird ja nicht zuvor irgendwo produziert. Nein, sie nehmen es uns weg. Anlegern, die ihre Rentenfonds verlieren. Nationen, die ihr Sozialsystem abbrennen, um Mittel zur Bankrettung freizulegen. Alles mit dem Segen des US-Parlaments. Was die letzte verbliebene Supermacht da aufstellt, ist eine neue Dimension des kalten Kriegs. Nur diesmal nicht gegen „den Kommunismus“, sondern gegen alle anderen. Verträge wie TTIP (Tafta) sind übrigens dazu gedacht, dieses Regime der US-Finanzwirtschaft auf die ganze Welt auszudehnen. Kapitalismus war ja eigentlich nie so gedacht gewesen (Sorry, Herr Marx). Er sollte eine Wirtschaftsform sein, keine monetäre Virusepidemie. Früher oder später müssen wir etwas dagegen tun. Und ich fürchte, das wird nicht friedlich ablaufen können. Taibbi drückt das zum Abschluss seines Berichts so aus: „When does the fun part start?“ Quelle: 11k2.wordpress.com […]

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  5. […] Das führt seither dazu, dass US-Grossbanken wie Morgan Stanley, JPMorgan Chase oder Goldman Sachs ganze Rohstoff-Verwertungsketten inclusive Tankern oder Warenhäusern aufkaufen. Nicht, weil dort die Gewinnmargen so besonders hoch sind. Sondern. weil man die Weltmarktpreise manipulieren kann, wenn man einen beträchtlichen Teil des Angebots kontrolliert – wie das im Fall von Aluminium und anderen industriellen Halbzeugen der Fall ist. Nicht, um mit einem künstlich angeheizten Rohstoffmarkt einen Dollar extra zu machen. Sondern, um mit vorher selbst aufgesetzten Derivaten, Swaps, Optionen, Futures und danach selbst manipulierten Rohstoffpreisen ganze Finanzmärkte abzuräumen. Zum Schaden aller anderen. Das Geld, das die Banken auf diese Weise ernten, wird ja nicht zuvor irgendwo produziert. Nein, sie nehmen es uns weg. Anlegern, die ihre Rentenfonds verlieren. Nationen, die ihr Sozialsystem abbrennen, um Mittel zur Bankrettung freizulegen. Alles mit dem Segen des US-Parlaments. Was die letzte verbliebene Supermacht da aufstellt, ist eine neue Dimension des kalten Kriegs. Nur diesmal nicht gegen „den Kommunismus“, sondern gegen alle anderen. Verträge wie TTIP (Tafta) sind übrigens dazu gedacht, dieses Regime der US-Finanzwirtschaft auf die ganze Welt auszudehnen. Kapitalismus war ja eigentlich nie so gedacht gewesen (Sorry, Herr Marx). Er sollte eine Wirtschaftsform sein, keine monetäre Virusepidemie. Früher oder später müssen wir etwas dagegen tun. Und ich fürchte, das wird nicht friedlich ablaufen können. Taibbi drückt das zum Abschluss seines Berichts so aus: „When does the fun part start?“ Quelle: 11k2.wordpress.com […]

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