Wen wähle ich nur am 16. März? Ach, ja, jetzt weiss ichs!

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In einer Woche ist hier Kommunalwahl. Also die Wahl, die von über der Hälfte der Wahlberechtigten ignoriert wird, weil die ja wohl nicht so wichtig sei. Im Gegenteil: Hier wählen wir Gremien, deren Entscheidungen ganz unmittelbar unser Leben betreffen. Stadt-, Kreis- und Gemeinderäte, die wir übrigens genauso gegen die allgegenwärtige Korruption schützen müssen wie andere Volksvertreter. Nämlich indem wir die Zusammensetzung dieser Räte klug wählen.

In meiner geliebten Heimatstadt hatten wir in den letzten sechs Jahren wieder ganz besonders dicken Filz im Rathaus, der sich alle Mühe gab, die diversen Millionenskandale zu verdecken. Mit wechselndem Erfolg. So dass für mich feststeht: Die Stadtregierung muss wechseln. Weil die davor einfach weit weniger schlimm war. Und ihre Politik nicht von Werbeagenturen machen liess, was zwar den PR-Effekt schmälert, dafür aber zu direkterer Demokratie führt.

Nun haben wir in unserer etwas verschlafenen, kleinen Grossstadt eine Partei, die so zerstritten ist, dass sie sich in der abgelaufenen Amtsperiode in zwei Teile spaltete. Nein, nicht die Piraten. Die CSU. Die also eine Splitter-CSM hervorgebracht hat, und sich von der lokalen Ausführung von Pro Deutschland unterstützen liess. Das sind also die Leute, die auf keinen Fall nochmal einen Fuss in die Lokalregierung kriegen dürfen (ebensowenig wie der äussere rechte Rand mit ihren einwanderer- und sozialfeindlichen Shooting-Stars AfD). Die “F”-Partei hat meiner Ansicht nach ihre Existenzberechtigung schon vor längerem verkauft.

Wenn man die „weniger schlimmen“ Parteien betrachtet, wird schnell klar, dass eine „weniger schlimme“ Stadtregierung nicht ohne die SPD auskommen wird. Oder ohne die Grünen. Das wird aber nicht reichen, also müssen die noch alternativeren Parteien dazu. Ich kann die beiden eben genannten sowieso nicht wählen. Wenn du sehr konservativ bist, aber aus den bekannten Gründen keine “C”-Parteien möchtest, steht dir die Option der Freien Wähler offen. Diese waren bisher in meiner geliebten Heimatstadt immer knapp über dem politischen Existenzminimum angesiedelt, allerdings könnte sich das mit der Entdeckung des Wutbürgertums ändern. Nur: Sicher wissen wir das nicht.

Für manche in der hiesigen Kulturszene gilt die neue Wählerliste “Polit-WG” als wählbar. Nur: Deren Programm ist keines, das für die Gesamtheit der Bürger da wäre, sondern die Forderungsliste einer bestimmten Klientel. In die ich rein rechnerisch auch zählen könnte, so als integrer Teil des lokalen Kulturlebens. Aber mir genügt es nicht, nur Forderungen für eine Subkultur aufzustellen. Ich will eine andere Stadt. Eine bessere, vor allem eine sozialere. Und ich erwarte von den Leuten, die ich wähle, dass sie nicht nur nett sind, sondern die Knochen im Leib haben, um für die bessere Stadt zu kämpfen.

Also ist es diesmal für mich die Linkspartei, und ihr OB-Kandidat Alex Süssmair. Die wähle ich am nächsten Sonntag, auch wenn ich da wahrscheinlich nicht eintreten würde, weil mir die Partei eigentlich zu linkskonservativ und zuwenig libertär ist. Was aber in der Mischkalkulation von 60 Stadtratssitzen nichts ins Gewicht fällt, da will ich einfach Leute haben, die gegen rechtsgerichtete Politik kämpfen. Ihr könnt meinem Beispiel folgen, oder etwas anderes ankreuzen. Aber geht hin, verdammt. Man kann die Welt nicht retten mit dieser Aktion, aber man kann sie ein ganz klein wenig weniger Scheisse machen. Und dafür lohnt sichs doch, oder?

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5 Kommentare

  1. wettwn das die AfD mind. 6%+ bekommen wird.

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  2. „Deren Programm ist keines, das für die Gesamtheit der Bürger da wäre, sondern die Forderungsliste einer bestimmten Klientel.“

    Echt jetzt? Fritz, hast du es nicht gelesen oder nur nicht verstanden?

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    • Ich glaub dir, dass du sehr idealistisch an die Sache rangehst, aber ich kann mich nur auf das beziehen, was da steht, und nicht, was du meinst.

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  3. Wer in München wählen kann…. Jerzy Montag ist auf der Stadtratliste von den Grünen relativ weit unten zu finden.
    Er hats letztens leider nicht mehr in den Bundestag geschafft.

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