Google erklärt, wıe man das Problem der unbezahlten Kopien löst

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Auch in Australien wird derzeit darüber beraten, in welcher Weise man das dortige Urheberrechtsgesetz “verschärfen” kann, um das angekündigte Ende unserer Zivilisation zu verhindern. Das amtierende Parlament berät andernorts bereits gescheiterte Massnahmen wie “3strikes” (in Frankreich hat Hadopi “absolument rien” gebracht), nun hat Google einen Brief nach down under geschickt, in dem die Lösung für das ganze vertrackte Problem mit diesen unbezahlten Kopien erläutert wird:

“We believe there is significant, credible evidence emerging that online piracy is primarily an availability and pricing problem”.

Wir haben das hier schon öfter diskutiert; wenn Kultur- und Wissensinhalte weltweit und grenzüberschreitend sowie zu angemessenen Preisen angeboten werden, fällt das Problem fast vollständig weg (den Rest kann man in das vorhandene System der Pauschalabgabe packen). Das zentrale Problem ist also nicht eine etwaige Unwilligkeit der Konsumenten, auch nur das geringste Geld auszugeben, sondern die feststellbare Unwilligkeit der Distributionsunternehmen, Geschäftsprinzipien des vergangenen Jahrhunderts aufzugeben und statt dessen mehr Geld zu machen. Das Internet (und seine Geschwistertechnologien) vereiteln nämlich jeden Versuch der künstlichen Verknappung und der nach Ländern und Weltregionen aufgeteilten Verkaufsstrategien, wie auch die der einseitig vom Anbieter festgesetzten Preise. Würde der Download eines Musikalbums oder Films etwa nur noch 25 Cent kosten (wie das 11k2-Leser in einer Umfrage mal statistisch häufelten), kämen eine Menge Extraeinnahmen in die Kassen der Distributoren und Kreativen. Dass die Preiskartelle der Unterhaltungsindustrie deshalb keinen verschärften gesetzlichen Schutz verdienen, muss eben so oft wiederholt werden, bis es auch wirklich jeder gehört hat. Der hierzulande anhaltende Streit zwischen Google-Tochter Youtube und der Musikrechteverwertungsgesellschaft Gema ist hier ein gutes Beispiel: Es geht hier nämlich gar nicht darum, ob Youtube überhaupt irgendetwas bezahken will, sondern nur um das Wieviel – hier verlangt die Gema weit mehr, als die weltbeliebteste Videoplattform anlegen möchte. Umgekehrt beteiligt Youtube die Videoproduzenten an den Werbeeinnahmen, währen die Gema ihren Mitgliedern keine saubere Abrechnung vorlegt, sondern ein kompliziertes Umverteilungssystem betreibt, damit einige wenige von der Arbeit vieler profitieren. Der Streit wäre sofort vorbei (zu Gunsten von Kreativen und Konsumenten), wenn die öffentliche Meinung die oben zitierte Position der Vernunft einnähme. Das nämlich ein umfassendes Angebot zu Preisen, die zwischen Anbietern und Nachfragern ausgehandelt werden, das Problem nahezu von alleine und ohne weitere statliche Eingriffe löst.

torrentfreak

5 Kommentare

  1. [ wenn die öffentliche Meinung die oben zitierte Position der Vernunft einnähme. ]

    öffentliche meinung: sprich die mainstream-medien und politiker.

    wie soll mit denen was vernünftiges bei herauskommen?

    die eine öffentliche meinung in händen von nur mehr ein paar weniger (ich sags mal mit dem zZ. gerade populären wort) (medien)-OLIGARCHEN, die anderen öffnetlichen meinungsvertreter mehrheitlich korrupt wie drecksau und mehr oder weniger in ersteren schmier-hände (zu großen teilen freiwillig) gefangen.

    zudem obendrauf noch eine größtenteils vollkommen korrupte, willfährig und höchst einseitig selektiv handelnde justiz.

    da soll dann was gerecht(er)es bei rumkommen?

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    • Mal wieder knallig formuliert, aber durchaus auch meine Meinung. Solange die Abmahnlobby Milliardenumsätze mit der derzeitigen Gesetzeslage macht, ist es für die viel „billiger“, die Medien passend zu schmieren, um die zurecht geforderte „öffentliche Meinung“ passend zu verhindern.

      Wir leben im Kapitalismus (hab ich das nicht schonmal irgendwo geschrieben?)

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  2. Öffentliche Meinung ist nicht Medien+Politik. Öffentliche Meinung lässt sicher schlechter kaufen.

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    • du weißt aber ganz genau was gemeint ist bzw. das es großteils genauso ist wie ich es beschrieben habe. was soll also die erbsen-zählerei?

      öffentliche meinung ist das was von den zu über 90% gleichgeschalteten mainstream-medien in den öffentlichen raum getragen und von den volksverhetzern -äh- volksvertretern propagiert wird.

      beweise: siehe die zZ. hochaktuelle fast vollkommen einseitige und interessengruppengesteurte ukraine-berichterstattung. putin und russenhetze oder die total einseitigen debatten über die energiewende, über fukushima, über die griechen, die roma, über ausländer allgemein, über die permanete hatz4ler-, und rentner-, pflege- bzw. hilfs-bedürftigen-hetze. andersdenkende- linken- relions-hetze etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc.

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  3. Genau so sehe ich das auch. Durch Spotify gebe ich jetzt im Monat 10Euro für Musik aus und das schon fast zwei jahre, also 240Euro. Gut ich bin mit 27 nicht sonderlich alt aber trotzdem habe ich in diesen zwei Jahren mehr geld für Tonträger/Audiodaten ausgegeben als in allen Jahren davor zusammen. Leider sehe ich das immer mehr Musiker (die ich höre) ihre Musik wieder von Spotify entfernen und wenn dieser trend so weiter geht werde ich ganz schnell wieder zu alten methoden greifen!

    Bei Videos währe es das gleiche ich würde liebend gerne 10 bis 20Euro/Monat für einen Videoservice ausgeben. Nur leider sind alle diese Anbieter scheiße. Die Auswahl ist sehr begrenzt, manche filme verschwinden wieder nach 3 Monaten, Ich kann die filme nur auf Deutsch schauen, Bluray’s und DVD’s sind früher erhältlich, und das Streamen läuft schlechter als bei den illegalen freunden (max. 15sec buffer) was bei meiner unzuverlässigen Internetverbindung zu viel geruckel führt!

    Fazit: Wenn ihr also geld von mir wollte dann müsst ihr schnell und besser sein als das was es gratis im Internet gibt.

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