Musikalische Entwicklung, am eigenen Beispiel

Als ich heute vormittag (vergeblich) versuchte, weitere wesentlich Teile zu meiner Steuererklärung (2012) beizutragen, fiel mir ein Loop ein und wollte nicht mehr rausgehn. Da bleibt einem natürlich nichts anderes übrig als den Zahlenkram beiseitezuschieben und dem sicherlich wichtigeren musikalischen Bauteil nachzuforschen. Einiges Überlegen förderte schliesslich das Original zutage:

Psychick Warriors Ov Gaia – Pull (Peel Session) – siehe oben.  Tatsächlich. Der Track hat mich sehr beeinflusst, in meiner eigenen musikalischen Entwicklung. Blick zurück ohne Zorn: Als ich mit 13 anfing, Gitarre zu spielen, gab es keine  vernünftige Musik. Ausser vielleicht Jimi Hendrix.

Und Kraftwerk. Da waren die aber noch Krautrock.

Alle meine Kumpels hörten schrecklichen Stadionrock. Ich lieber Steve Reich. Ich sagte schon, das ich Loops mag.

Der Befreiungsschlag, das Durchtrennen der Fesseln, die Rockmusik bedeuteten, wurde für mich persönlich durch die Stranglers durchgeführt. Oder noch mehr von Devo.

Grossartige Sache, disruptiv und gleichzeitig von unschuldiger Frische. Mit der Realität, sowohl meiner subjektiven als auch der aller anderen leute, kann sowas aber nicht auf Dauier mithalten. Das Leben wird von selber härter, nicht wahr? Klar spielte Trance für mich ne Rolle, mit meiner ausgeprägten Vorliebe für Minimal Music. Meinen zentralen Godflesh-Track als Vertreter des trancebeeinflussten Industrial Metal hatte ich euch schon mal gepostet.

Die Sampling-Variante von Industrial Metal noch nicht.

Ich finde, das führt auf (irgendwie) geradem Weg zu Dubstep und Breakcore. Auch hier: Ich mag Gitarrensamples.

Eigentlich bin ich froh, dass ich viel vom Hass meiner frühen Jahre verloren habe. Es gibt auch andere Antriebsquellen. Entsprechend ruhig fällt das aus, was ich in den letzten drei Jahren mache. Das Coda-Video kennt ihr ja schon. Hier ist ein Track (ein nicht komponierter, sondern gejamter) vom zweiten .execute-demo (clockwork lagrange): steelcraft.

Jetzt hab ich aber genug erzählt.

2 Kommentare

  1. loops haben 1993 aufgehört cool zu sein. und was ist eigentlich „steuererklärung?“

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  2. Meine Güte, ich hab‘ in meinen wilden Jahren (SDS, Barrikaden, Komune) meinen Haß – nee: meine Wut (da iss’n Unterschied) mit Tschaikovski augestanzt, oder Ravel – undmeine Ruhe gepflegt mit Beethoven und Mozart – und ich singe noch immer im Bach Chor hier (wir machen gerade Orff: Carmina Burana, und Kurt Weill) – und ich mach noch immer das, wovon der glückliche ‚einseinsnull‘ nix weiß, mit Verspätung und Anmahnung (versteh‘ das somwieso nicht, warum die das von ’nen Rentner wollen).

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