Die NASA sagt den Zusammenbruch unserer Zivilisation voraus? Natürlich nicht!

Nafeez Ahmed

Viele von euch haben die Aufregung um die „NASA-Studie“ mitbekommen, die das Ende der Welt (wie wir sie kennen) voraussagen würde. Tut sie natürlich nicht. Weder, noch. Die Geschichte deckt nur das allgemeine latente Bedürfnis nach anhaltender Dystopie ab.

Tatsächlich wurde das Originaldokument nicht von der NASA herausgegeben, sondern von einigen Wissenschaftlern, die zuvor auch für die NASA gearbeitet hatten, und in dieser Arbeit mathematische Modelle entwickelten, die sie nun auf allgemeine gesellschaftliche Entwicklung anwenden wollten. Letztendlich stellen die Autoren eine These vor, und sind sich selbst darüber im klaren, dass diese reichlich gewagt, und die daraus folgenden mathematischen Modelle nicht sehr stabil sind.

Woher dann die Aufregung? Daher, dass ein Blogger für den britischen Guardian einen Artikel verfasst hatte, in welchem er seine subjektive Ansicht zu diesem Thesenpapier darstellte, und das auf eine ziemlich farbenprächtige Weise. Richtig, Blogs sind Publikationen, die persönliche Meinungen verbreiten, während Journalismus sich mit nachprüfbaren und mehrfach nachgeprüften Fakten beschäftigt. Oder das zumindest sollte. Unübersichtlich wird es, wenn die Meinungsäusserung im Layout einer Tageszeitung erscheint, und ohne als Blogbeitrag gekennzeichnet zu sein. Aber selbst das genügt noch nicht, auch die 11k-beiträge werden mitunter als Journalismus missverstanden.

Im konkreten Fall von Nafeez Ahmeds Artikel „Nasa-funded study: industrial civilisation headed for ‚irreversible collapse‘?“ im britischen Guardian vom 14. März wurde daraus schnell ein Medien-Hype erster Güte. Nafeez hatte ein Vorabexemplar der Arbeit in die Hände bekommen und daraus eine „Enthüllungsstory“ gebastelt. Mehr nicht.

Schämt euch, alle. Ich sags nochmal: Journalismus ist das mit den nachprüfbaren Quellen. Also ist, richtig gefolgert, der grösste Teil des nationalen und internationalen Presseblätterwalds (plus elektronische Medien) kein richtiger Journalismus. Weil da nur Dinge behauptet werden, einseitig dargestellt und nicht nachprüfbar belegt. Und jetzt die gute Nachricht: Die Menschheit geht doch nicht unter.

lest dazu auch: NASA-Stellungnahme, Keith Kloor auf Discover, der Freitag, pic youtube

2 Kommentare

  1. [ Die Menschheit geht doch nicht unter. ]

    oh doch – vllt. nicht in dem zeitraum dieser these, aber sie wird unweigerlich untergehen, auf die eine oder andere weise.

    ich persönlich gehe davon aus das sie sich (besser ein paar davon) – in einem anfall irgendeines religiös motivierten dünnschiss’s – selber auslöschen wird.
    denn angesichts der vielen möglichkeiten – zB. staaten mit übervollen atomarsenalen, labore – nein, ganze fabriken zur herstellung von B und C waffen (und wiederum ganze bunker und lagerstätten voll mit dem zeug) ist es doch nur eine frage der zeit wann (und nicht ob) mal einer oder mehrere selbstmordgefährdete fanatiker ihre hände an die berümten „roten knöpfe“ bekommen. von da an sind wir (die menschheit) nur mehr ein kleine kettenreaktion (in anbetracht aller zivilen chemiefabriken, atomanlagen und gift-lagerstätten aller art etc.etc etc.) entfernt davon – to kiss our asses farewell forever.

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  2. sowas – und dabei sieht der Kerl so pfiffig aus…! ^^

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