Die Lufthoheit über den Wahlurnen

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In Schweden liegen die Piraten in aktuellen Umfragen zur kommenden Wahl des Europaparlaments bei 3,9 %. Das könnte aufgerundet für einen Sitz reichen (nominell brauchen schwedische Kandidaten für einen der 20 EU-Sitze je 4,0 %). Wow. In Deutschland mit seinen 96 Sitzen (also etwa ein Sitz pro Prozent) liegen die Piraten bei… Moment… irgendwas.

Ach, die stehen da bei „Sonstige mit drin“, und weiter unten sehen wir bei Yougov 2% Piraten und 5% Sonstige. Aber nur da. Die anderen Umfrageinstitute pauschalisieren lieber. War klar, oder? Wenn man den Kapitalismus kritisiert, freien Zugang zu Wissen und Kultur fordert, ticketfreien Personennahverkehr und ein garantiertes, menschenwürdiges Grundeinkommen – dann schlägt „der Kapitalismus“ eben zurück. Durch Verschweigen etwa. Das wird aber auf Dauer nicht ausreichen, lieber „Kapitalismus“. Dazu läuft zu viel schief. Ab nächster Woche wissen wir dann genau, wieviele Piraten im EU-Parlament gegen Lobbyismus und Korruption kämpfen werden. Und gegen die Omerta der Medienkonzerne.

8 Kommentare

  1. Genau, das ist eine bösartige Verschwörung des Militärisch-Industriellem Komplex.

    … Oder vielleicht das Ergebniss von einem systematischen Linksruck (Antifa-Flagge, bombergate, Nazianwalt und co.) und Selbstzerfleischung, die beide auf Kosten der Kernthemen gegangen sind und die dazu geführt haben, dass es eine Abwanderungsbewegung weg von den deutschen Piraten gegeben hat? Ich wähle bei dieser Wahl zum erstan Mal seit dem ich die Piraten als Wahlmöglichkeit habe NICHT die Piraten, weil ich die Kandidaten, die ins EU-Parlament einziehen würden, auf keinen Fall dort sehen möchte. Die Austritte, nicht bezahlte Mitgliedsbeiträge, #keinHandschlag und ähnliches sind auch nicht durch Auéneinwirkung entstanden, sondern stammen aus der Partei selbst.

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    • Sowohl die Kernthemen als auch die Parteimehrheit sind ausgesprochen linkslibertär (früher hiess das auch „anarchistisch“), und das ist auch gut so. Natürlich seh ich mich als gewählter Volksvertreter der Antifa verpflichtet. Was denn sonst? Dass sich diese innerparteiliche Mehrheitsmeinung nicht mit deiner eigenen deckt, ist sicher nicht der Grund für die öffentliche Wahrnehmung.

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      • Von einem gewählten Volksvertreter würde ich erwarten, dass er Gewalt als politisches Mittel (selbst wenn es gegen Nazis geht) ablehnt. Recht auf körperliche Unversehrtheit und so ;-)

        Die von dir postulierte innerparteiliche Mehrheit hat die Piraten innerhalb von kurzer Zeit zwei Bundesvorstände gekostet; der Orga-Streik war laut deiner Wahrnehmung nur eine zu ignorierende Minderheitenmeinung?

        Bei den Piraten hängt seit einiger Zeit der Haussegen schief, was zu schlechten Zustimmungswerten bei Wahlumfragen führt, was zur Eingruppierung in die „Sonstige“-Kategorie führt. Keine Verschwörung des kapitalistischen Systems, sondern eine Konsequenz aus dem immer weiter schwelenden Richtungsstreit.

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        • Ja, ich lehne Gewalt ab. Antifa geht auch ohne. Nazidemos gehn garnich. Nein, nur der aktuelle Bundesvorstand wurde wegen eines Richtungstreits aufgelöst, die Rücktritte waren imho ein undemokratischer Akt. Nein, die Wahlergebnisse sind nicht Folge innerer Meinungsverschiedenheiten.

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          • Arbeit gegen Faschisten geht auch ohne, ja. Aber die Antifa-Bewegung ist explizit auch eine „Gewalt ist eine Lösung“-Bewegung.

            Bei der Europawahl hat es nur zu 1,5% der Stimmen gereicht; immerhin ein Sitz im Europaparlament. Die Aufsummierung unter „Sonstige“ war also gerechtfertigt.

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          • Lesenswert finde ich die Analyse der FAZ (http://blogs.faz.net/deus/2014/05/26/die-piraten-anatomie-eines-desasters-2060/) was ist deine Meinung dazu?

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  2. Meine Meinung zu Don Alphonsos Hasspredigt ist: Quatsch. Er macht seiner Abneigung Luft, äussert Behauptungen, begründet aber nicht.

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    • Warum war mir das nur klar, dass deine Antwort darauf so sein wird.
      Machmal hat es der Autor etwas übertrieben, aber er schreibt genau das, was ich mir seit einiger Zeit über die Bundesebene die Piraten denke. Und anscheinend bin ich nicht der Einzige.
      Bitte realisiert endlich, dass ihr den Karren an die Wand fahrt.
      Ich hasse Politik eigentlich, da ich darin einen einzigen Kindergarten sehe, aber einige der Piraten setzen irgendwie immer noch einen drauf.
      Besinnt euch auf eure Grundideale, macht die Oberfeministen etwas unwichtiger und schmeißt vorallem die Antifa raus.
      Der Kampf gegen Rechts ist gut und wichtig, aber einige sehen nichts mehr anderes (bezeichnend ist auch der erste Twitterpost von Julia Reda).
      Mit meiner 1,5% Prognose in einem meiner letzten Kommentare war ich gar nicht so falsch. Und ich bin mir sicher, wenn ihr so weitermacht kommt ihr nächstes mal auf unter 1.

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