Das Internet der Dinge, corporate Version

activepursuitDas Schlagwort vom „Internet der Dinge“ begegnet uns nun schon länger, beschreibt aber tatsächlich etwas, das wir wahrscheinlich in einigen Jahren haben werden: Haustechnik, Haushalts­geräte, Embedded Devices, Maschinen aller Art, die über eine Art Internet miteinander kommunizieren, steuerbar sind, und Daten produzieren. Im Moment freuen wir uns noch über „intelligente“ Fernseher (solange, bis wir merken, dass die Müllkiste alles, was man anschaut, an den Hersteller mailt), „intelligentes“ Licht (dessen Steuerungs-Smartphone-App garantiert irgendwas weiterflüstert) und die Aussicht auf Kühlschränke, die selbsttätig Bier nachkaufen. Aber auch und gerade im letzteren Fall werden Nutzerdaten generiert, die eine verdammte Menge Geld wert sind. Auf der Solid-Konferenz des O’Reilly-Verlags sagte der gleich­namige Firmengründer am Donnerstag vor einer Woche:

„Erinnern Sie sich daran, als Werbung sich als natürliches Geschäftsmodell des Internet herausstellte? Ich denke, dass Versicherungen das natürliche Geschäftsmodell des ‚Internet der Dinge‘ sein wird“. Und tatsächlich betreibt IBM bereits ein System namens Active Track, das persönliche Fitnessanstrengungen mit Versicherungs-Bonuspunkten verrechnet. Auch von KFZ-Versicherungen und Blackboxen, die Autobesitzer freiwillig in ihre Fahrzeuge einbauen sollen, um Rabattpunkte für ordentliches Fahren zu bekommen, haben wir schon gehört. In beiden Fällen werden riesige Mengen an Nutzerdaten erzeugt und auf die Clouds und Server der Finanzunternehmen gespült. Sowohl die individuellen als auch die allgemein statistischen Daten sind ein Vermögen wert. Und erzeugen einen noch gläserneren Bürger.

Zu welchen Probleme das führt, sehen wir heute am „alten Internet“, das Informationsprofile aller Nutzer zuverlässig in die ewig falschen Hände liefert. In beiden Fällen wäre der Weg, das schlimmste zu verhindern, eine gesetzliche Regulierung. Aber das muss man erstmal hinkriegen, nicht wahr? theregister, pic

2 Kommentare

  1. ich stell mir schon seit geraumer zeit die frage ob das überhaupt zu verhindern ist. die nummer mit der nsa ist ja nun schon mal ne ordentliche ansage und trotzdem hält sich der protest global in grenzen. von seiten der gesetzgeber braucht man auch keine hilfe erwarten (siehe bremens IM zum thema IMEI aktuell) und das volk geht nich auf die barrikaden solang es genug banenen für alle gibt.

    bliebe für einen persönlich nur bewusst damit umzugehen und eine strategie zu entwickeln den schaden einzudämmen oder schlicht aufzugeben. wie gesagt, solang meine buddies gmail benutzen kann ich hier eigene mailserver betreiben wie ich will. ich hab das alles schon lang nicht mehr in den eigenen händen und der einzige weg dem dauerhaft zu entgehen um wirklich mal privatsphäre zu genießen ist ins outback aussiedeln.

    mal abgesehen davon dass wir alle wissen dass das hier alles ganz doll schlimm ist und schlimmer wird: hat irgendjemand ne zukunftsweisende praktikable idee auf lager? ich befürchte nein.

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  2. Also ich finds toll. Ich freu mich schon dermaßen auf meinen neuen Kühlschrank, der mir Bier bestellt. Nach der dritten Bestellung, werden Leberschäden zwar bei der Krankenversicherung automatisch ausgeschlossen, aber was solls?

    Wenn ich dann tatsächlich krank bin, kann ich immerhin die Temperatur meines Enddarms auf meinem Handy ablesen. Toll, wa? Klar, der Chef wird dann auch gleich informiert, aber der wird wegen dem bisschen Krankfeiern schon keinen Aufstand machen.

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