Die globale Plastik-Krise

plastiglomerate

An den Stränden Hawaiis haben nordamerikanische Wissenschaftler eine neue Art von Gesteinsformation entdeckt: Plastiglomerat. Das sind Steine, Sand, Muschelschalen, was auch immer, und geschmolzenes Plastik. Geschmolzen in Strandlagerfeuern, Müllverbrennungsaktivitäten, Vulkanausläufern. In Hawaii inzwischen so ubiquitär, dass sich ein eigener Namen dafür lohnt. Die Plastiglomerat-Brocken rollen mit den Wellen auf den Meeresboden und sedimentieren dort ein. Zusammen mit mineralischem Sand, organischen Abfällen, und noch mehr Plastikteilen.

Millionenfach weggeworfene Kunststoff-Tüten und -teile sammeln sich vor allem in Gewässern, werden in ein bis fünf Millimeter kleine Stücke zerrieben, die dann als Habitate für bislang unerforschte Bakterienkolonien dienen und kleinere Wirbeltiere umbringen (d.h. Hochseefisch kann Plastiksprengsel enthalten), werden in polares Eis eingefroren oder blinken in Sandburgen am Strand auf.

Die zuständigen Forscher geben offen zu: Wir wissen nicht, was die Millionen Tonnen von schwer abbaubarem Plastik in unseren Ökosystemen anrichtet. Möglicherweise sterben einige Spezies deswegen aus, vor allem im Ozean, und neue, plastikresistentere nehmen ihren Platz ein. Ob die essbar oder irgendwie mit uns kompatibel sind, wissen wir ebenfalls nicht. Die „Plastikkontinente“ in den ozeanischen Strudeln jedenfalls sind keine neuen Landmassen, auf welchen irgendwann Palmen wachsen, sondern tote Meeresgebiete voller fremder Organismen und winzigen Plastikflocken.

Wir sollten das weiter beobachten. Wir sollten für vor allem dafür sorgen, dass kein Müll mehr ins Wasser geworfen wird, weder von Land noch von Schiffen aus, das der Mülltransport in die dritte Welt verboten wird und dass Plastik überhaupt durch Umwelt-Abgaben verteuert wird. Diese Möglichkeiten haben wir.

io9 hawaii, io9 mikroplastik, io9 meeresboden, sciencemag polareis, westernU sandburgen. pic dr. patricia corcoran

3 Kommentare

  1. „Diese Möglichkeiten haben wir.“

    Nicht im Kapitalismus.

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  2. Da hat sich ein Fehler eingeschlichen. “ wir sollten FÜR allem“

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  3. Mikroben gegen Plastikmüll im Ozean
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-11435-2010-03-29.html

    man müsste es halt nur mal richtig hoch finanzieren das ganze – vllt. mal mit 25-50 milliarden . . .

    . . . aber nööööööööööö, dafür hat man kaum geld übrig.

    und noch eins: PROST und MAHLZEIT

    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17624-2014-06-02.html

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