Europas Zukunft, aus russischer Sicht

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Im Zug der Ukraine-Krise werden in unserem ehemaligen, grossen, östlichen Bruderland Karten diskutiert, die vor 2 Jahren in der Boulevardzeitung Express Gazeta zu sehen waren. So stellen sich wohl nationalistisch gesinnte Russen das Europa des Jahres 2035 vor.

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Dann, so nimmt man im post-sowjetischen Vaterland an, hat sich Schottland erfolgreich von Britannien abgespalten (was ja kurz bevor steht), ebenso wie Nordirland. Frankreich, Italien und Spanien verlieren den Kampf um die nationale Identität und teilen sich in ethnische Regionen, der Balkan ordnet sich neu, Russland übernimmt kleinere Gebiete ehemaliger postsowjetischer Nachbarstaaten unter völliger Verdauung Weissrusslands, nur Deutschland entwickelt eine märchenhafte Anziehungskraft und bringt Elsass-Lothringen, Schlesien, Pommern und Ostpreussen, dazu, sich föderal anzuschliessen. Ist das wirklich euer Ernst, russische Nationalisten? Oder veröffentlicht die russische Yellow Press einfach nur genauso wirres Zeug wie das auch in anderen Ländern der Fall ist? Obwohl Nationalstaaten klar nachweisbar eine Sackgasse der gesellschaftlichen Evolution darstellen? In jedem Fall ist es erfrischend, einfach mal die wilden Zukunftsfantasien anderer Nationen zu sehen. Na dann Sasdorowje!

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express gazeta, springtimeofnations

3 Kommentare

  1. Was steht denn da immer auf den Ländern?

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    • Landes- und Regionsnamen in Kyrillik, also nicht immer Staaten.
      Etliches davon ist historisch, z.B in Italien. Anderes ganz interessant, z.B. Groß-Albanien(?) Und das Imamat (zumindest nicht großsüchtig genug für ein Kalifat) des Kaukasus.
      Noch interessanter wird die Karte an der Oder-Neiße und bei der Neugestaltung Ostpreußens, wo sich dann eine Direktverbindung Deutschlands mit Rußland ergäbe – wenngleich das alte Problem des „polnischen Korridors“ wieder da wäre, der Polen einen verringerten Zugang zum Meer ließe.
      In Sachen Polen und Ukraine ist natürlich das negeschaffene Galizien (Hauptstadt sicher Lvov – schöne alte KuK Stadt) etwas neues. In Bezug auf diese Region hatte ich ohnedies schon auf Probleme für Kiev gewartet.
      Was Die Ost- und Südukraine angeht, na ja
      – Die Krym ist weitgehend russisch (einen tatarischen Staat gab es wohl nie) – und war es bis 1954. Da gebe ich den Bewohnern recht, sich selbst zu entscheiden – was sie ja getan haben. Menschen sind kein Vieh, das als Besitz behandelt werden kann.
      In der Richtung muß, wenn Recht geschehen soll, auch Donbass und der Rest gehört werden – von der UN, nicht von Kiev!
      Die Küstelinie von der Krym bis Odessa und zu Moldavia ist mehr fraglich: die Bevölkerung ist nicht überzählig russisch – obgleich es einen starken Anteil gibt. Der Massenmord and den 40+ russisch-stämmigen Menschen in Odessa hat bestimmt den Frieden nicht gefördert. Und die derzeitige Ausbildung und Bewaffnung faschistischer „Milizen“ wird den Schaden überall verschlimmern.
      Was die Karte insgesamt jedoch angeht, sieht sie fast nach einem Plan des 19.Jh. aus – sicher kein Produkt Putins: der Mann ist nicht so dumm wie viele unserer US-Kolonialdiener.

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      • Eigentlich wollt ich nur trollen. Kann aber kein Kyrillisch. Danke für deine unerwartet aufschlussreiche Antwort. Du hast meinen Tag versüßt – mit Informationen und guter Laune.

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