Der Turing-Test fragte eigentlich nach Männern und Frauen

voigtkampff

Der geniale britische Mathematiker Alan Turing half den Aliierten nicht nur, den zweiten Weltkrieg zu gewinnen (Danke nochmal, Alan), sondern schuf dabei auch noch massgebliche theoretische Grundlagen für die Entwicklung der heutigen Informationstechnik. Der nach ihm benannte, weil von ihm erfundene Turing-Test wurde dieser Tage angeblich von zwei Programmierern und ihrem Chatbot bestanden. Ausser, dass das nicht stimmt.

Der Chatbot stellte nämlich einen 13jährigen russischen Einwanderer mit dem Chatbotnamen Eugene Goostman dar. Einem russischen Teen sieht man gerne mal ein paar sprachliche Ungereimtheiten nach, nicht wahr? Und selbst diese Nachsicht hat nur 30% der menschlichen Prüfer dazu verleitet, den Bot für einen Menschen zu halten. Etwas, das der Cleverbot vor drei Jahren doppelt so gut hingekriegt hat. Eugene ist also eigentlich mehr so eine Art Sommerlochbot, nicht wahr?

Und überhaupt hatte Alan Turing anfangs, also 1950, einen Test erfunden, an dem ein Mann und eine Frau teilnehmen sollten, und dazu eine menschliche Jury. Und erst danach schlug er vor, einen der beiden Prüflinge durch eine Maschine zu ersetzen. Die potentielle künstliche Intelligenz mit Genderfragen und Genderidentität zu prüfen, erfordert nämlich sehr viel mehr Rechenleistung als ein virtueller russische Teenager. Wir sollten auf Alan Turing hören, finde ich.

popsci, newscientist, wikipedia, pic bladerunner

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