Heute vor 40 Jahren besetzte die Türkei Zypern

tagesschau_zypern

Wir müssen nicht bis nach Palästina schauen, um völkerrechtswidrige, asymmetrische Kriege zu sehen. Am 20. Juli 1974 besetzten türkische Streitkräfte den Nordteil Zyperns, nachdem griechische Nationalisten einen Anschluss an Griechenland geplant hatten und die Spannungen zwischen dem griechischen und türkischen Bevölkerungsteilen seit der Unabhängigkeit 1960 anhielten.

Die Hauptstadt Nikosia ist die einzige von einer Mauer geteilte Haupstadt Europas, die UN-Truppen bewachen in einem der längsten Einsätze der UNo-Friedensstreitkräfte seither die Pufferzone. Die griechische Republik Zypern ist von der UN anerkannt und Mitgliedsstaat der EU, die türkische wird nur von Ankara anerkannt. Obwohl auch hier mehrere Parteien zum Konflikt beigetragen haben – die britische Kolonialmacht setzte bis 1960 auf ethnische Trennung und das Aufhetzen der Nationalitäten gegeneinander, die griechischen Nationalisten versuchten nach einem Militärputsch auf der Insel einen Anschluss an die griechische Nation herbeizuführen, ohne die Interessen des türkischen Bevölkerungsteils zu berücksichtigen – ist heute einzig und allein Sache der Türkei, den Krieg und die Besatzung vollständig zu beenden. Die Inselrepublik muss wieder vereint werden, die UN-Truppen müssen abziehen können. Auch das ist in meinen Augen eine (von vielen) Bedingungen für einen möglichen EU-Beitritt der Türkei. Über mögliche Reparationsleistungen der ehemaligen Kolonialmacht Grossbrittannien für den Beitrag am den Ursachen des Konflikts müssen wir anschliessend reden.

1 Kommentar

  1. absolut nicht vergleichbar. das sind ja nicht mal mehr vergleiche zwischen äpfeln und birnen sondern vergleiche zwischen orangen und weißkohl.

    [ ist heute einzig und allein Sache der Türkei, den Krieg und die Besatzung vollständig zu beenden.]

    FALSCH

    diese beiden völker werden nie zusammenfinden können aufgrund des damals von den griechen großangelegten betruges.und der einseitigkeit mit der die EU und die internationale staatengemeinschaft mist.

    gerade die EU sollte allmählich mal das maul halten. das ist doch der gleiche scheiß wie aktuell in der ukraine.

    frag dich lieber mal selbst wem es dient!

    ———————————————————————————–

    (eine zwar bestimmt nicht völlig propaganda-freie zusammenfassung aus der wiki, aber im abgleich mit sehr vielen anderen quellen verschiedenster politischer couleur, eine doch recht gute wiedergabe der situation)

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    Am 16. August 1960 wurde Zypern auf der Grundlage des Zürcher und Londoner Abkommens zwischen Großbritannien, Griechenland, der Türkei und den Repräsentanten der griechischen und der türkischen Volksgruppen Zyperns (1959) unabhängig, Großbritannien behielt allerdings die Militärbasen Akrotiri und Dhekelia. Die griechische und türkischsprachige Volksgruppe sollten gleichberechtigt sein. In der Verfassung wurden der türkischen Volksgruppe feste Repräsentationsrechte eingeräumt. Insbesondere dem Vizepräsidenten, der stets von türkisch-zypriotischer Seite gestellt werden sollte, wurden umfassende Vetorechte eingeräumt. Großbritannien, Griechenland und die Türkei sollten gemäß dem Londoner Garantievertrag von 1959 als Garantiemächte fungieren.

    Nachdem die griechisch-zypriotische Seite mit einer Verfassungsänderung versucht hatte, das Vetorecht des (griechisch-zypriotischen) Präsidenten und des (türkisch-zypriotischen) Vizepräsidenten aufzuheben, kam es 1963/1964 zwischen türkischen und griechischen Zyprioten zu einem bewaffneten Konflikt, der erst durch eine Intervention von UN-Truppen beendet wurde. In der Folge kam es zu einer zunehmenden räumlichen Segregation der beiden Volksgruppen. Die Mehrheit der türkisch-zypriotischen Bevölkerung drängte sich in Enklaven zusammen. Politisch wollten griechisch-zyprische Nationalisten den Anschluss Zyperns an Griechenland (Enosis), türkisch-zypriotische Nationalisten die Teilung der Insel in zwei Teile (Taksim) erreichen.
    Denkmal und Soldatenfriedhof für die in der „Operation Attila“ gefallenen türkischen Soldaten

    Am 15. Juli 1974 unterstützte die Militärjunta in Griechenland einen Putschversuch griechisch-zypriotischer Offiziere gegen Präsident Makarios. Dieser Putsch hatte den Anschluss Zyperns an Griechenland zum Ziel. Die Türkei nahm dies zum Anlass, unter Berufung auf den Londoner Garantievertrag von 1959 militärisch zu intervenieren: Türkische Streitkräfte besetzten am 20. Juli 1974 im Rahmen der „Friedensoperation Zypern“ (Kıbrıs Barış Harekâtı) den Norden der Insel. Zur Rechtfertigung berief sich die Türkei auf ihren Status als Garantiemacht. 200.000 griechische Zyprioten aus dem Nordteil Zyperns wurden von der türkischen Armee in den Süden vertrieben, 1.500 gelten als vermisst. Lediglich auf der Halbinsel Karpas verblieb eine begrenzte Zahl griechischer Zyprioten. Die meisten türkischen Zyprioten aus dem Süden flüchteten in den Norden, sodass zwei weitgehend getrennte Siedlungsgebiete entstanden.

    Auf den 37 Prozent der Inselfläche, die von der türkischen Armee kontrolliert wurden, wurde am 13. Februar 1975 vom türkisch-zypriotischen Politiker Rauf Denktaş der „Türkische Bundesstaat von Zypern“ ausgerufen[8], der Teilstaat eines aus zwei Zonen bestehenden zypriotischen Bundesstaates sein sollte. Eine solche Lösung wurde jedoch sowohl von der griechisch-zypriotischen Seite als auch von der internationalen Staatengemeinschaft abgelehnt.

    Am 15. November 1983 proklamierte Rauf Denktaş die „Türkische Republik Nordzypern“; drei Tage später, am 18. November 1983, verurteilte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit seiner Resolution 541 diese Erklärung. Außer von der Türkei wird die „Türkische Republik Nordzypern“ bis heute von keinem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen anerkannt.

    Am 24. April 2004 stimmten in einer Volksabstimmung in Nordzypern 61 Prozent für den Annan-Plan der UN, der die Wiedervereinigung der Insel zu einem Bundesstaat aus zwei Zonen vorsieht und somit einen gemeinsamen Beitritt in die EU ermöglichen sollte; im griechischen Südteil lehnte eine Mehrheit diesen Plan jedoch ab. Der Annan-Plan hatte für die Türkische Republik Nordzypern den Namen „Türkisch-Zyprischer Staat“ vorgesehen, während das griechisch-zyprische Pendant innerhalb der Vereinigten Republik Zypern „Griechisch-Zyprischer Staat“ heißen sollte.

    Nach dem EU-Beitritt der Republik Zypern am 1. Mai 2004 wurde die „Green Line“ – die demilitarisierte Zone zwischen beiden Landesteilen – nicht als EU-Außengrenze definiert. Dadurch wurde es möglich, dass Güter und vor allem Personen, insbesondere EU-Bürger, die über einen Hafen oder Flughafen des Nordens auf die Insel gekommen waren, erstmals die Grenze auch vom Norden in den Süden passieren konnten, was bisher vom Südteil nicht geduldet worden war. Damit blieb die EU bei ihrer Position, dass sie völkerrechtlich von der Aufnahme der Gesamtinsel ausgeht und den Norden als Bestandteil der Republik Zypern sieht.

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