Weniger Autofahren durch Suchtbehandlung

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Die britischen Verkehrsplaner („transportation consultancy“) Steer Davies Gleave berichten, dass sie bei einer Beratungsaktion in 25.000 Haushalten in 9 Städten die Zahl der Autofahrten um 11% senken konnten. Einfach so, mit einem je 2stündigen Gespräch. Was ist der Trick?

Sie verwendeten eine Interviewtechnik aus der Alkohol- und Suchtberatung. Es sei mit dem Autofahren wie mit dem Rauchen, erklärten die SDG-Mitarbeiter, man wisse, dass es nicht gut für einen sei, wolle aber nicht daran aufhören, weil man so sehr daran gewöhnt ist. Das ist ein bisher zuwenig beachteter Aspekt der Verkehrsplanung: Die Sucht nach Autofahren. Überlegt mal selber: Mit dem Auto herumzufahren ist eine der letzten Möglichkeiten in unserer überregulierten Gesellschaft, so etwas wie Individualität zu erleben, freie Entscheidung, Souveränität über die eigene Bewegung, Geschwindigkeit und dabei Schutz für Wetter und Temperatur. Natürlich entwickelt sich da Suchtverhalten. Natürlich muss das behandelt werden. fastcoexist, pic hillman54 cc by

7 Kommentare

  1. Also ich fände es sehr gut wenn weniger Idioten (sowohl auf zwei, vier oder noch mehr Rädern) auf den Straßen unterwegs wären. Dann könnte ich deutlich Stressfreier Gas geben.

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    • Nach dem Kommentar ist zu befürchten das deine Auspuffanlage defekt ist und Abgase ins innere des Autos entweichen.

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      • Was ist denn gegen weniger Straßenverkehr einzuwenden?

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        • Dein letzer Satz in dem du klarstellst das du einer dieser chronischen Bleifüße bist sagt alles…

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  2. Fritz, bei Dir weiß ich manchmal nicht, wie Du das meinst. Ich tippe mal auf Ironie in dem Fall. Die wahre Freiheit ist das Radfahren. Und nein: ich habe kein KFZ.

    Gruß

    Thomas

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    • Nee, das mein ich schon genau so: Autofahren kann durchaus Suchtverhalten erzeugen, und den Therapieansatz finde ich grossartig. Ich benutze übrigens alle verkehrsmittel durcheinander, mein Auto seit 3 Monaten leider nicht.

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      • Okay, verstanden. Guter Denkansatz in dem Kontext zum Satzteil „Mit dem Auto herumzufahren ist eine der letzten Möglichkeiten in unserer überregulierten Gesellschaft, so etwas wie Individualität zu erleben, freie Entscheidung, Souveränität über die eigene Bewegung,[…]“: was hat es mit Freiheit zu tun, wenn man an der Zapfsäule hängt wie ein Junkie an der Nadel…

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