Erster Schritt zur Cannabisfreigabe in Deutschland

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Das Verwaltungsgericht Köln hat heute entschieden, dass einzelne Patienten in bestimmten Fällen und unter Sicherheitsvorkehrungen selbst Cannabis (im Unterschied zu Seilhanf) anbauen dürfen. Das war bisher nicht so und stellt einen wichtigen Schritt zur Normalisierung der Verhältnisse dar.

Im Übrigen bin ich nach wie vor der Überzeugung („ceterum censeo..“), dass das BTMG gestrichen werden muss. Cannabis ist weniger gefährlich als Tabak und kann meinetwegen in den Supermarkt oder den Automaten an die Strassenecke („ab 18“), schwere Stoffe wie Heroin gehören in die Apotheke und sollen dort gegen Therapieberatung und ohne Rezept abgegeben werden. Wir werden sehen, was das oben erwähnte Urteil für Auswirkungen hat. wdr pic snoop lion

3 Kommentare

  1. Na, wie das wohl ausgehen wird … wenn ich mir die üblichen Verdächtigen betrachte: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/13/monsanto-will-von-marihuana-freigabe-profitieren/

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  2. Richtige Richtung, OK.

    Das Bundesverfassungsgericht könnte das Urteil noch kippen. Die Sicherheitsauflagen werden überhöht sein. Das ist so, als müßten Gärtner Fingerhut, Tollkirsche oder andere potentiell psychoaktive Gewächse in Panzerglas-Kästen züchten. Es wird kein Gesetz geben, sondern es wird über jeden Einzelfall einzeln entschieden. Wenn die Pharmaindustrie bezahlbare Preise verlangt und/oder die Krankenkassen die Kosten übernehmen, werden nur Pharmafirmen eine Genehmigung zum Anbau bekommen.
    Die üblichen Verdächtigen eben.

    Die überwiegende Mehrheit der Cannabiskonsumenten (laut Bundesregierung geschätzte 3-5 Millionen Menschen) wird auch weiterhin rechtlich kriminalisiert, gesellschaftlich stigmatisiert / ausgesondert und eventuell für ihre Leidenschaft (auch Suchtkrankheit genannt und mit harten Drogen über einen Kamm geschert) unverhältnismäßíg hart bestraft.

    In meinem Fall ist es so, daß „Experten“ meinen, sämtliche meiner Probleme seien auf Cannbiskonsum rückzuführen. Konkret geht es darum, daß ich als Drogenkurier (Kokain) mißbraucht wurde, in diesem Zusammenhang ein mir unbekannter Typ u.a. Morddrohungen aussprach. Anstatt mir zu helfen, wird mir dies als „Wahnvorstellung“ (angebliche Spätfolgen von Cannabiskonsum) ausgelegt. Oder als mein ehemals bester Freund hinter dem Rücken seiner Frau und seines Sohnes anfing Heroin zu konsumieren und ich mir große Sorgen machte; ich aber hätte ein Problem (Cannabiskonsum) und nicht mein Freund. Oder als mir nach Angabe von gelegentlichen Cannabiskonsum die Amtsärztin einer Behörde Heroinkonsum unterstellte. Oder wenn meine objektive (leider) negative Sicht auf meine Umwelt als Depression (aufgrund von Cannabiskonsum) ausgelegt wird – obwohl Cannabis bei realen Depressionen wie ein Anti-Depressivum wirkt. Oder als ich selbst von Bekannten mit dem Begriff „paranoid“ („zuviel gekifft!“) verspottet wurde, weil ich weder FaceBook, WhatsApp noch Skype vertraute/nutzte und Handys wegen totaler Überwachung ablehnte; ich kam mir selbst ja „paranoid“ vor, als ich „DropBox“ beruflich nutzen mußte und es nach getaner Arbeit (2012) schnell wieder vom Betriebssystem entfernte. Auf den Punkt gebracht: Cannabiskonsumenten werden mit Unterstellungen, Gesetzen und gesellschaftlichen Schikanen das Leben zur Hölle gemacht, wenn man dieses LEGALE handeln nicht absolut verheimlicht und für sich behält.

    @Fritz
    Die Drogentoten (hauptsächlich Heroin) sind von 2012 auf 2013 erstmals wieder gestiegen. Um ~6% von 944 auf 1002 Tote. Dazu Beschaffungskriminalität, welche durch hohe Schwarzmarktpreise indirekt gefördert wird. Parallel verzeichnet die Volksdroge Alkohol ~70000 Tote pro Jahr und allein die Kosten im Gesundheitssystem belaufen sich für diese politisch geduldete Droge auf mehr als 25 Milliarden Euro pro Jahr. Alles Zeichen einer miserablen, ungerechten, unmenschlichen und unverhältnismäßigen Drogenpolitik.

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    • @BVerfG:
      „Die Frage ist nicht, ob du paranoid bist, die Frage ist: Bist du paranoid genug!?!“
      „Paranoia, das heißt doch nur, die Wirklichkeit realistischer zu sehen als andere.“
      (aus dem Film „Strange Days“). Um die eigene Paranoia zu relativieren, bediene man sich mathematisch-statistischer Methoden, die einem klarmachen: wenn man sich unauffällig genug verhält, geht man auch bei Vollüberwachung quasi im Grundrauschen unter. Zudem kann man auch noch Datamining betreiben, um das Grundrauschen zu verstärken. Fight Fire with Fire!

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