Studie: Paracetamol ist statistisch wirkungslos

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In einer 3,5 Jahre dauernden Doppelblindstudie des australischen Hunter Medical Research Institute an über 1600 Patienten zeigte sich, dass das bekannte Schmerzmittel Paracetamol statistisch gesehen genauso viel bringt wie Placebos.

Ach? Jetzt hätte ich gerne genau so kritische Studien zu allen anderen Medikamenten. Und dann auch zu allen alternativen Behandlungsmethoden (Homöopathie, Akupunktur, etc). Und dann eine Neubewertung von Pharmaerzeugnissen und den Alternativen dazu. Jeweils beide. Damit mal klare Fakte auf dem Tisch liegen, statt Marketingplänen.

thelancet via io9, pic ParentingPatch cc by sa

12 Kommentare

  1. … bei Rückenschmerzen. Bei Kopfschmerzen mit Fieber sieht die Welt schon anders aus. Schätze Apirin bzw. ASS nähme auch keiner bei Rückenschmerzen.

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    • tja das kleine detail hat uns fritzl natürlich in seinem reisserischen stil vorenthalten.

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  2. ich hoffe das diese artikel weiterhelfen.

    ursprünglich war ja so etwas ähnliches angedacht worden und der witz ist das ja schon seit fast 30 jahren darüber debattiert wird – es sogar schon gesetze etc. gab und gibt – aber immer wieder wurde auch nur der zarteste ECHTE ansatz einer änderung zum wohle der patienten aus allen rohren torpediert und zugrunde gerichtet. im prinzip ging es ursprünglich sowieso um eine „NEGATIVLISTE“. aus der wurde dann die „POSITIVLISTE“. die hat aber – vielfach klientel-politisch gewollt – auch so gut wie keine wirkung (mehr – und weiter abnehmend), denn in aller regel landen nur medikamente drauf die ihren patent- oder sonstigen schutz verloren haben.

    aus dem wirtschaftslexiocon:

    POSITIVLISTE

    In der Gesundheitswirtschaft: Eine Liste, die jene Arzneimittel umfasst, welche zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verschrieben werden dürfen. Ziel einer Positivliste ist die qualitative Verbesserung der Arzneimittelversorgung in der GKV sowie die Eindämmung der Arzneimittelkosten. Es soll eine Nutzenbewertung der Arzneimittel über die Kriterien der Zulassung hinaus vorgenommen werden. Eine Positivliste ist trotz mehrerer gesetzgeberischer Versuche in Deutschland bisher nicht eingeführt worden. In der Gesundheitswirtschaft: (drug) positive list Eine Positivliste umfasst alle zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnungsfähigen Arzneimittel. In Deutschland hat es mehrere gesetzgeberische Versuche gegeben, eine solche Liste einzuführen, die letztlich durch nachfolgende Reformen jedoch wieder revidiert wurden.

    weiterlesen

    http://www.wirtschaftslexikon.co/d/positivliste/positivliste.htm

    —————————————————————————————

    NEGATIVLISTE

    Mit der Negativliste sollen unwirksame und damit unwirtschaftliche Arzneimittel von der Verordnung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen werden. Wer dennoch ein Mittel, das auf der Negativliste aufgeführt ist, beansprucht, muss dafür selbst bezahlen. Die Negativliste soll bei Bedarf aktualisiert werden.

    Beabsichtigt ist, dass in Zukunft nur noch die Kosten derjenigen Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, die auf der so genannten Positivliste stehen. Die Einführung der Positivliste war Bestanteil der Gesundheitsreform im Jahr 2000. Ihre Ausarbeitung wird voraussichtlich noch Jahre dauern. Die Negativliste gilt bis dahin als „Zwischenlösung“.

    Schon im Gesundheitsreformgesetz von 1989 wurde die Ermächtigung für eine Negativverordnung verankert. Die geltende Negativliste, die auf die Verordnung von 1990 zurückgeht, umfasst 200 bis 300 Stoffe. Diese Stoffe waren in etwa 6.700 Präparaten enthalten. Die Hersteller riefen damals rund 4.000 Fertigarzneimittel zurück, so dass die publizierte Negativliste noch etwa 2.700 Präparate umfasst.

    weiterlesen:

    http://www.wirtschaftslexikon.co/d/negativliste/negativliste.htm

    —————————————————————————————

    wenn auch aus der SPON – ein interessantes interview. die zT. industrie-anschleimenden und dümmlichen fragen der „journalisten“-votze (oder eigentlich nur VOTZE?) kann man getrost vernachlässigen. dem spagetti-monster sei dank sind die antworten des interviewten kompetent, themen-erhellend und aussagekräftig genug.

    hoffe dir gehen die augen auf:

    [ Pharmakritiker Sawicki: „Es gibt zu viele Medikamente, die schädlich sind“

    Sein Rauswurf als Chef der Arzneimittelbehörde war umstritten: Der streitlustige Peter Sawicki war der Pharmaindustrie ein Dorn im Auge. Jetzt meldet er sich im Interview zurück und kritisiert die Flut sinnloser und gefährlicher Medikamente, die in Deutschland verschrieben werden.

    Der Krimi um Peter Sawicki ging im Januar 2010 zu Ende: Der Chef des obersten Arzneimittelinstuts, dem IQWiG, musste seinen Posten räumen. Regierungspolitiker hatten seine Ablösung gefordert, nach langem Ringen wurde diese beschlossen. Es war ein Sieg der Klientelpolitik und der Pharmaindustrie über den Mann, der ihr lange Zeit ein Dorn im Auge war, sagen Insider. Sawicki hatte zahlreiche Arzneimittel negativ bewertet. Entscheidungen, die Konzerne um Millioneneinnahmen brachten.

    weiterlesen:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/peter-sawicki-pharmakritiker-fordert-transparenz-a-916893.html#js-article-comments-box-pager

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  3. Ja Fritz, bitte lies die Dinge die du verlinkst auch durch! Wie schon von BesserWisser korrekt angemerkt bezieht sich das schlechte Ergebnis nur auf Rückenschmerzen.
    Ich habe 2004 meine pharmazeutische Ausbildung abgeschlossen und ich hätte es nie erlebt das Kollegen oder ich selber einem Patienten Paracetamol als Mittel der Wahl gegen Rückenschmerzen empfohlen hätten. Das taucht auch in keiner mir bekannten Fachliteratur so auf. Möglich das es da nationale Unterschiede gibt aber aus meiner Sicht ist der Erkenntniswert dieser Studie dürftig.
    Also bitte Fritz, nächstes mal die Überschrift richtig lesen und dann posten ;)
    Paracetamol hat durchaus eine Daseinsberechtigung, aber gegen Rückenschmerzen empfehle ich im Allgemeinen Ibuprofen oder Diclofenac.

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    • ich fand diclo immer sehr gut. bei mir reichte sogar schon das gel, obwohl der arzt mir 75er tabletten verschrieben hat..
      er hat mir auch Flupirtin gegeben, aber das hat überhaupt nichts gebracht..

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  4. mir helfen die bei koppaua. is mir völlig wurscht ob placebo oder nich … s hilft.

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  5. Ich hab ne Packung da, und in den Beipack geschaut. Das steht „Bei Schmerzen und Fieber“ – keine Wort davon, dass es bei „Rücken“ nicht hilft. Ich glaube, es ist komplizierter. Nicht alles hilft jedem. Deswegen brauchen wir klarere Tests, wie oben erwähnt. (Ich hab die auch mehr so für Kopfweh zuhaus)

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  6. Auf meiner Gartenleuchte steht „Für den Außeneinsatz geeignet“. Kein Wort davon, dass sie im aufblasbaren Swimmingpool nicht funktioniert. Ich glaube, es ist komplizierter. Nicht alles leuchtet überall. Deswegen brauchen wir klarere Tests. (Ich hab die auch mehr so für den Garten.)

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  7. Was einige bereits hier anmerkten, kann ich nur bestätigen: es ist komplizierter. Schon die Fantastischen Vier haben festgestellt: „Es könnt‘ alles so einfach sein, isses aber nicht“.

    Ich hab‘ mal geplant, eine eigene Homepage zu diesem Thema zu erstellen. Ich hab‘ aber zugegeben Angst, daß ich mir damit die Lobbyisten (Pharmaindustrie in dem Fall) aufhalse. Gegen die bin ich nicht stark genug, also lasse ich es im Moment sein. Ich habe aber durchaus Einiges dazu zu sagen, was hier von der Menge her schon nicht hinpaßt.

    Gruß

    Thomas

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    • Immer her damit!

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      • Fritz, eröffne mir bitte mal einen privaten Channel zu Dir. Meine Mailadresse hast Du ja.

        Gruß

        Thomas

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  8. Ich kann bei Kopf- und Rückenschmerzen ohnehin eher einen kräftigen Zug aus ner Tüte empfehlen. Hilft und ist weniger schädlich denke ich.

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