Anita Sarkeesian, und warum das keine Killerspiel-Debatte ist

femfreq

Ein Blick in dieses neumodische Twitter, und die Headline des gegenwartskulturellen Vordenkers Andi Popp springt mir entgegen: Das neue Gesicht der Killerspiele-Debatte. Da muss ich doch sofort… das würde euch genauso gehen, nicht wahr? Ein weiterer Blick in den ausführlichen Blogbeitrag allerdings verrät mir: Es geht wieder um die Sarkeesian. Ja, aber? Was hat die mit der Killerspieldebatte zu tun? Und warum zieht ausgerechnet der Popp den Zusammenhang auf? Ich finde nämlich, dass hier gar keiner besteht, aber mir ist auch klar, dass viele Gamer das anders sehen – und hier ist es völlig richtig und anerkennenswert von Andi, sich wort- und faktenkundig vor die Gamerschaft zu stellen. Aber lasst uns das mal auseinanderdivieren…

Soweit ich das alles verstanden habe, hat Anita nämlich den Finger in eine Wunde gelegt, die zunächst gar nichts im Speziellen mit Games und der Gamerkultur hat: Sexismus. Der Geisteshaltung, Frauen als schlechtere, weniger wertvolle Menschen zu behandeln – nur weil sie Frauen sind. Klar, mit solcher Nazischeisse wollen Gamer erstmal nichts zu tun haben. Vor dem Bildschirm sind alle gleich, gezockt wird, bis der Highscore glüht (bildlich gesprochen). Trotzdem hat Anita natürlich recht: Da mischen sich sexistische Elemente ins Gamedesign, in der Regel aus Faulheit, seltener als fehlgeleiteten Marketingeinschätzungen.Natürlich gibt es jede Menge Games, in welchen jede(r) als männlicher oder weiblicher Avatar auftreten kann, mit den genau selben Ingame-Eigenschaften. Und ebenso gibt es jede Menge (männliche) Arschlöcher, die glauben, Frauen auch ingame schlechter behandeln zu müssen. Weil sie Frauen sind.

Und es gibt sehr, sehr viele Gamer, die zunächstmal reflexhaft durchdrehen, wenn irgendjemand irgendwas an Games kritisiert, und dabei schlimmstenfalls auch noch das Wort „Gewalt“ vorkommt. Diese sinnlose Diskussion mussten wir Gamer lange genug führen. Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang wurde der längst widerlegte Mist von der Gewalt erzeugenden Bildschirmgewalt breitgetreten. Games erzeugen genau so wenig Gewalt im wirklichen Leben wie Krimis, Theaterstücke, Comics, Rocknroll, Jazz, der bürgerliche Roman, was eben jeweils nicht in die Gewohnheiten einer vorangegangenen Epoche passt. Tatsächlich sind Games ein ziemlich harmloser Spass (wie auch die anderen aufgeführten Kulturformen, bei Jazz bin ich mir da nicht völlig sicher).

Nur: ich hab mir auch das neueste Video Miss Sarkeesians aufmerksam angesehn, und fand keine Stelle, in der behauptet wurde: „Games machen euch sexistisch, wenn ihr sie spielt“ oder „Games bringen euch dazu, im wirklichen Leben verstärkt Gewalt gegen Frauen auszuüben“. Statt dessen stellt die Kritikerin fest: „Gamedesigner nutzen das Klischee der Gewalt gegen Frauen, um ihre Story auf bequeme Weise voranzubringen und die Situation in ein düsteres Licht zu tauchen, ohne sich selber Storyelemente ausdenken zu müssen“. Und dabei geht es, für alles sichtbar, um Cutscenes, oder Settings, nicht etwa um PvP im Deathmatch – dort kommen einem zwar mitunter auch weiblich aussehende Personen vor die Flinte, das ist aber dann harmloser, irrealer Pixel-Paintball-Sport.

Sexismus dagegen ist etwas, das zwar im realen Leben vorkommt, und deswegen auch in Spielhandlungen aufscheinen darf, im Gegensatz dazu aber auf gar keinen Fall als normal dargestellt werden darf. Ich jedenfalls will keine Games mehr sehen, in welchen leicht bekleidete junge Frauen geschlagen, gequält und ermordet werden, nur damit das Game besonders „noir“ aussieht, und eben auch damit man auf eine billige Art sexualisierte Gewalt darstellen kann. Ich bin davon überzeugt, dass der in unserer Gesellschaft allgegenwärtige Sexismus sich eben auch in mehr oder minder verdrängten, latenten sexuellen Gewaltphantasien ausdrückt. Dessen sollten wir uns bewusst werden, um da raus zu kommen. Ebenso wie aus dem latenten Rassismus oder Materialismus, der uns umgibt.

Das kritisiert Sarkeesian sehr richtig. Und deswegen ist es auch keine Killerspieldebatte, die hier geführt wird, sondern eine Sexismusdebatte. Etwas, das wir auch in der Gamingkultur dringend führen müssen – wie man schon an den Hassreaktionen auf „Women as background decoaration 2“ sehen kann. Ich bin übrigens dem oben erwähnten Vordenker Andi Popp sehr dankbar, dass er dieses Missverständnis so ausführlich auf den Bildschirm gebracht hat. Genau das ist eine Diskussion.

Pewpew.

15 Kommentare

  1. Tja, und wenn du dich mit Anitas Masterarbeit beschäftigt hättest, wüsstest du, dass

    „Natürlich gibt es jede Menge Games, in welchen jede(r) als männlicher oder weiblicher Avatar auftreten kann, mit den genau selben Ingame-Eigenschaften.“

    für sie ebenfalls ein Zeichen von Sexismus ist.

    Herzlichen Glückwunsch, du verteidigst hier jemanden, der deine Sichtweise für sexistisch hält.

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    • Das müsste ich im Extremfall mit Anita selbst ausdikutieren, bis dahin führe ich die „Sexismus-In-Spielen“ Debatte von meinen eigenen Standpunkten aus. Hier gehts doch nicht um pro- und anti-Anita. Sondern um Sexismus.

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      • Viel Glück damit, Sarkeesian schäut sich nämlich genau diese Debatte zu führen. Sie stellt Thesen in den Raum die wunderbar zu widerlegen sind und sperrt gleichzeitig jede Form von Kommentar auf ihren Kanälen. Sexismus ist ein Problem, Sexismus in Spielen ist kein Problem, genauso wie er in Filmen und Büchern kein Problem ist.

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    • Btw: Ihre Masterarbeit beschäftigt sich nicht mit Games, sondern TV-Shows. Aber du kannst natürlich behaupten, was immer du möchtest…

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      • Korrekt. In der Arbeit geht es aber eben um Charakterisierung von Männern und Frauen in neuen Medien. Ob es jetzt TV-Serien oder Spiele sind, ist bei meiner Aussage oben relativ irrelevant.

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  2. »Lock’n’load« ;)
    Ich würde ja spontan sagen, du hast einen Teil meiner Kritik gecherrypickt, aber: why not, dann mach ich das halt auch ;)

    > Nur: ich hab mir auch das neueste Video Miss Sarkeesians aufmerksam angesehn, und fand keine Stelle, in der behauptet wurde: „Games machen euch sexistisch, wenn ihr sie spielt“ oder „Games bringen euch dazu, im wirklichen Leben verstärkt Gewalt gegen Frauen auszuüben“.

    どうぞ: http://youtu.be/4ZPSrwedvsg?t=29m16s

    > Sexismus dagegen ist etwas, das zwar im realen Leben vorkommt, und deswegen auch in Spielhandlungen aufscheinen darf, im Gegensatz dazu aber auf gar keinen Fall als normal dargestellt werden darf. Ich jedenfalls will keine Games mehr sehen, in welchen leicht bekleidete junge Frauen geschlagen, gequält und ermordet werden, nur damit das Game besonders „noir“ aussieht, und eben auch damit man auf eine billige Art sexualisierte Gewalt darstellen kann.

    Ok, hier haben wir einen Knackpunkt. Was darf denn dann in dystopischen Settings dargestellt werden? Dürfen stark bekleidete alte Frauen geschagen, gequält und ermordet werden? Oder leicht bekleidete junge Männer? Oder sollen unsere dystopischen Settings lieber ohne Schlagen, Quälen und Morden auskommen?

    Ok; leicht bekleidete junge Frauen wegen der latenten sexuellen Gewaltphantasien. Vielleicht liegt es auch nur an mir, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie einem auch nur latent einer abgeht wenn in (um bei Sarkeesians Beispielen zu bleiben) eine Prostituierte in Red Dead Redemption auf offener Straße erstochen wird oder in Bioshock die zerschundene Leiche einer Prostituierten mit einem Speer an die Wand getackert ist. Zu unterstellen, dass das quasi ständig der Fall wäre, ist genau einer der Aspekte der hier halt an Diffamierung grenzt und ist halt leider eines der typischen sexistischen Motive des modernen Feminismus (»all men are rapists«).

    > Da mischen sich sexistische Elemente ins Gamedesign, in der Regel aus Faulheit […]

    An der Stelle stimme ich dir zum Teil ja zu. Denn das ist die Stelle an der ich der Serie auch was abgewinnen kann. Tropes sind häufig halt eine Form von lazy story telling. Das liegt halt auch daran, dass viele Spiele auch nicht vorhaben eine komplexe Story aufzumachen sondern mehr Fokus auf das Gameplay legen. Super Mario Bros. ist das bekannteste Beispiel, das greift hier auf »Damsel in Distress« zurück. Dieses Trope ist halt durchaus sexistisch und bedient Geschlechterklischees, weil immer die Frauen die Damsels sind und die Kerle die Helden. Das ist eine durchaus interessante Diskussion. An der Stelle wo sie halt ihr Ball-Motiv aufzieht und von »women as price in a male dominated power struggel« spricht, greift sie halt Dinge aus der Luft und es wird abstrus.

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    • Selbst wenn wir beide uns aktiv bemühen, eine sachliche Diskussion zu führen, passieren uns bestimmt trotzdem Dinge, die man im Katalog der Eristik wiederfindet. Grundsätzlich: Auch wrenn Anita Sarkeesian für mich eine Heldin der Gamerkultur ist, weil sie die Sexismus-Frage stellt, muss ich nicht in jedem einzelnen Punkt ihrer Meinung sein, schon gar nicht in jedem Punkt, der in ihre Videos reininterpretiert wird.

      Aber lass mich auf deine Antwort eingehn, Andi: Ja, Anita sagt im von dir verlinkten part1-Video „there are studies…“ mir egal, ob es da Studien gibt. Das Problem ist nicht die „Anleitung zur Gewalt /zum Sexismus durch Medienkonsum“, den Quatsch haben wir hinter uns, sondern darum dass wir anerkennen müssen, dass der in unserer Gesellschaft allgegenwärtige Sexismus auch in unsere geliebten Spiele hineinspoilt. Wir dürfen nicht so tun, als wären Spiele eine sexismusfreie Zone.

      Was in dystopischen Settings ok ist? Bitte keine sexualisierte Gewalt gegen Frauen oder Männer, keine billigen Sexobjekte, keine Bestätigung des Ungleichgewichts im RL. Industrielle Ruinen, in deren Mitte wir uns gegenseitig die Köpfe runterballern sind Sport und Spass, aber wie bitte kann Sexismus Sport oder Spass sein?

      Wir Gamer würden uns vor Spielen ekeln, in welchen man gezielt gegen andere ethnische oder weltanschauliche Gruppen vorgeht, und der eigene Avatar den Kopfschuss mit „Dreckiger Nigger!“ oder „Nimm das, Jude!“ kommentiert. Wenn es um Gewalt gegen Frauen (oder sexualisierte Gewalt gegen Männer, auch die gibts, und sie geht ebenfalls von Männern aus) geht, sind wir alle weniger sensibilisiert. Im Gegenteil, der Grossteil der Gamerschaft reagiert empört, wenn auf vorhandenen Sexismus in Games hingewiesen wird.

      Wenn „leichtbekleidete Frauen“ in Games oder anderen Medien Opfer sexualisierter Gewalt werden, geht wahrscheinlich keinem Betrachter direkt einer ab. Es passt nur in eine Haltung, die in unserer Gesellschaft immer noch viel zu verbreitet ist. Und das sollte man auch so kritisieren.

      Nein, nicht „all men are rapists“, aber „all rapists are men“ (oder 99,99%). Und „women as price in a male dominated power struggle“ ist 100% richtig. Das ist genau die Backgroundstory mancher älterer und immer noch zuvieler neuer Games.

      Im Grunde geh ich davon aus, dass 99% aller Gamer die Sache genau so sehen wie du und ich und Anita – von den 99% reagieren aber 98% mit Panik, wenn man andeutet, dass sie selbst womöglich Teile einer sexistischen Haltung nicht reflektiert, bewusst gemacht oder losgeworden seien. Ich sags ganz deutlich: Das ist keine begründete Reaktion. Wir Gamer neigen nicht wirklich zu sexualisierter Gewalt, kein mensch wirft uns vor, potentielle Vergewaltiger zu sein. Dennoch können wir, gerade wir als Bewohner (Nutzer) einer sehr modernen Kulturform, einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft leisten, indem wir uns bewusst machen, dass eine sexistische Geisteshaltung in unseren Games genau so wenig was zu suchen hat wie rassistische oder sonstwie gruppenausgrenzende Überlegenheitsphantasien.

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      • Ich kann deiner Meinung zum einen großen Teil was abgewinnen, aber es geht halt hier primär um die Meinung von Sarkeesian. Und die sagt halt: »je mehr man glaub nicht von den Spielen beeinflusst zu werden umso mehr wird man es.« Und das ist halt wieder dieser beschissene »Computerspiele machen uns alle zu geifernden Barbaren!«-Alarmismus, den wir schon bei der Killerspiele-Debatte hatten. Wie gesagt, toll dass du das differenzierter siehst, Sarkeesian tuts halt nicht ^^

        Was deine Interpretation der dystopischen Settings angeht, da kann ich nicht ganz folgen. Dein Vergleich hinkt gewaltig. Wir reden ja nicht von einem Arena-Shooter a la Quake, sondern von einem Single-Player-Spiel, das ein dystopisches Setting hat, z.B. eben Bioshock. Und je nach Setting passen bestimmte Elemente rein und manche nicht. Und da raff ich halt nicht, warum es ok ist wenn aufgeschlitzte und ausgeweidete männliche NPC-Leichen auf Tischen liegen, aber wenn eine leicht bekleidete weibliche NPC-Leiche mit einem Speer an die Wand getakert ist, ist es plötzlich inakzeptabel.

        Bei »women as price in a male dominated power struggle«, kann ich nur widersprechen und sagen: nein, es ist 100% Blödsinn. Es käme doch auch keiner darauf die Geiseln des Lufthansa Flug 181 als »Preis im Macht-Kampf zwischen der GSG und den palistinensischen Terroristen zu bezeichnen«. Wieso also bei Peach?

        Was »most rapists are men« angeht, ist das eine richtige Aussage. Die Botschaft die hier halt drinsteckt ist aber »most men are rapists« und das ist eine vollständig andere Aussage.

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        • Wir nähern uns dem Punkt, an welchem wir Konsens und/oder klar definierte unterschiedliche Meinungen erreicht haben.

          Ich finde nicht, dass Sarkeesian Computerspiele allgemein als Untergang des Abendlandes darstellt. Wir sollten uns nicht von ihrem ernsten Gesicht irritieren lassen, zumal sie ja immer wieder darauf hinweist, dass ihre Beispiele (für Sexismus in Games) eine Fehlentwicklung zeigen, nicht für das Genre an sich stehen.

          Leichen in dystopischen Settings: Doch, es gibt einen Darstellungsunterschied, und du beschreibst ihn selbst recht deutlich „…wenn aufgeschlitzte und ausgeweidete männliche NPC-Leichen auf Tischen liegen, aber wenn eine leicht bekleidete weibliche NPC-Leiche mit einem Speer an die Wand…“ – im einen Fall ist es eine menschenfeindliche, totalitäre gegen Menschen gerichtete Situation, im andern eine Aggression mit sexuellem Unterton. Dreh mal das Bild um und leg eine normal bekleidete, wenig attraktiv aussehende Frauenleiche auf den Labortisch oder setze einen männlichen Körper in eine Situation, die eine Vergewaltigung vor der Ermordung nicht ausschliesst: Hier werden nämlich zwei verschiedene Stories/Situationen erzählt/ins Bild gesetzt.

          Wieso Peach eine Trophäe ist, und die Lufthansa-Geiseln nicht? Weil Peach als Trophäe präsentiert wird (your Princess is in another castle…), nicht so die Flugzeuggeiseln. Games sind zum grossen Teil bildschirmsportliche Wettkämpfe, und wenn Frauen darin als Trophäen dargestellt werden, müssen sich diese Games den Vorwurf des Sexismus gefallen lassen. Alternativ könnte man ja Freddy Mercury retten, oder sonstwen aus einem bunten LGBT-Karussel.

          Ansonsten, ja, ist es schwierig, zwischen den Aussagen Sarkeesians und Interpretationen davon zu unterscheiden. Mir war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sehr wohl eine Sexismus-in-Games-Diskussion geführt werden muss, eben weil es einige Games gibt, in welchen unbedacht (oder unverfroren) sexistische Storyelemente benutzt werden. Was aber in keinem Fall jeden einzelnen Gamer auf die Anklagebank teleportiert. Und mir war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Sarkeesian eben keine neue Killerspieldebatte aufmacht und etwa behauptet, Games wären schlecht fürs Gehirn, sondern eben nur Elemente kritisiert, die in Games genausowenig Platz finden sollten wie im meatspace.

          Sind wir jetzt schon am Punkt, an dem wir die Diskussion als gelungen abschliessen können?

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          • Die Frage ist vielleicht eher ob wir irgendwann an dem Punkt sind an dem das CSS die Kommentarspalte zu klein macht XD

            Ich finde auch nicht dass Sarkeesian Computerspiele als Untergang des Abendlandes darstellt. Sie sagt aber, Spiele beeinflussen uns mit ihren bösen gewalttätigen/sexistischen/etc. Inhalt und da ist halt eine deutliche Parallele zur Killerspieldebatte.

            Leichen in dystopischen Settings: Es wird nirgendwo angedeutet, dass eine Vergewaltigung der Ermordung vorher ging. In dieser einen Szene die Sarkeesian da cherrypickt, handelt es sich um eine Prostituierte innerhalb eines Bordells. Und es gibt mehr als genug Frauenleichen in anderen Situationen und attraktiv ist keine davon. Und selbst wenn eine Vergewaltigung vor der Ermordung nicht ausgeschlossen ist, völlig egal ob männliche oder weibliche Leiche, dann ist das halt die Frage ob es ins Setting passt. Wenn wir Mord, Folter und Verstümmelung akzeptieren um ein dystopisches Setting zu kreieren, warum ist Vergewaltigung plötzlich ein NoGo?

            Peach: Da werden wird jetzt nitpicky, aber der Text ist „our pricess is another castle“, „our princess“ weil sie halt die politische Führungsfigur der Toads ist. Und Super Mario Bros. ist kein bildschirmorientierter Wettkampf sondern ein single player jump’n’run mit einer ziemlich simpel gehaltenen Story. Es gibt keinen Gegenspieler für den Wettkampf, nur der Spieler kann gewinnen. Mir fällt spontan nur ein bekanntes Multiplayerspiel ein, bei dem NPCs tatsächlich zumindest entfernt sowas wie Trophäen sind und das ist auf den Hostage-Maps von Counterstrike. Und da sind alle Geiseln ältere weiße Männer mit Halbglatze und Brille.

            Ich stimme dir (und auch Sarkeesian) dabei zu, dass die Rollenverteilung in diesem Kontext geschlechterklischeebeladen ist und man das auf jeden Fall in Frage stellen muss. Aber mit den ganzen Überinterpretationen (wovon die von uns gerade diskutierte nur eine ist) wird diese Diskussion halt IMHO in den meisten Fällen im Keim erstickt.

            Ob die Dikussion damit gelungen ist, hängt jetzt davon ab, ob du noch was zu sagen hast :)

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  3. ich möchte festhalten:

    1) gewalt in spielen – auch die sexuell-motivierte bis hinzu den extrem erniedrigenden varianten und formen davon – richtem sich in games und anderen unterhaltungsmedien hauptsächlich und zu mind. 90% vornehmlich gegen männer.

    2) „wertlose drecks-politiker und sich selbst als elten definierende drecksäue sowie ins gehirn geschissene reliogionsspastiker aller couleur machen euch sexistisch, wenn ihr ihnen zuhörtt und/sowohl auch/oder folgt“ oder „wertlose drecks-politiker und sich selbst als elten definierende drecksäue sowie ins gehirn geschissene reliogionsspastiker aller couleur bringen euch dazu, im wirklichen leben verstärkt hass (allgemein) zu empfinden und gewalt gegen menschen (im besonderen sehr viel schwächeren gegenüber) auszuüben“!

    könnt ihr jetzt so nehmen oder auch nicht.

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    • Nehm ich so. Danke.
      Wo bleibt eigentlich mein Gleichstellungsbeauftragter, wenn in der Waschmittel- und Kochwerbung Männer immer so dargestellt werden, als würde Ihnen schon das Bedienen einer Geschirrspülmaschine oder das Anbraten von 5 Stücken Geschnetzeltes unüberwindliche kognitive Schwierigkeiten bereiten?

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      • Ja, da müssen wir noch an der Männerbefreiung arbeiten.

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        • Vielleicht nicht die Männerbefreiung, aber man kann ja damit anfangen die Vergewaltigungen in Gefängnissen nicht als Stilmittel zu missbrauchen, nur weil man sich selbst in der moralisch höheren Position sieht (wenn womöglich auch berechtigt) oder es gesellschaftlich anerkannt ist darüber Scherze zu machen (nach der Seife bücken und so…).

          Setz kurz die Feminismusbrille ab und setz die Humanismusbrille auf, steht dir viel besser.

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          • Ja, Humanismusbrille ist toll. Allerdings muß ich sagen, dass mir die unglaublich gehypte, ich nenn es mal Correctness-Welle deftig auf die Nüsse geht.
            Mir macht auch das Stilmittel „Nach der Seife Bücken“ nichts aus. Man muß nicht alles ändern, nur weil sich irgendeine Splittergruppe plötzlich drüber aufregt.
            Ich bin auch mit zwei Geschlechtern bis jetzt ganz gut über die Runden gekommen. Bei Facebook gibt es jetzt 14? Oder so.
            Ich esse immer noch Negerküsse. In meinem Wortschatz finden sich auch noch so Ausdrücke, wie Zwerg oder Depperl, statt vertikal- und kognitiv Herausgeforderten oder Andersbegabten.

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