Wenn Fahrräder Staus verursachen würden

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Natürlich haben die lettischen Fahrradenthusiasten da kräftig übertrieben. Sich einen Abstandsrahmen um das Rad zu montieren, um mal zu demonstrieren, wie der Grössen- und Stauerzeugungsunterschied ist, führt zu einer gewissen Situationskomik. Andererseits: Sie haben recht. Bevor irgendwer mit „aber da regnet es“ und „Autos sind eben praktischer“ kommt:

Es ist nur eine gesellschaftliche Konvention, die uns ein so virtuelles Leben führen lässt, in Businessklamotten von unserer Wohnung per Auto zum Arbeitsplatz und zurück rollen, mit oder ohne Abstecher zum Supermarkt und dazwischen nur kurze Momente, in welchen wir uns über das ewig schlechte Wetter beschweren. Zu heiss, zu kalt, zu nass, zu windig. Das haben wir nur so definiert. Gemeinsam. Wir könnten statt dessen auch die paar Kilometer auf dem Rad strampeln, danach die Regenklamotten aufhängen und weniger jammern. Ginge auch. via io9

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4 Kommentare

  1. Ganz offen gesagt, sind mir Radfahrer letzthin ziemlich auf die Nerven gegangen – im kontinentalen Europa (zumindest eines, wo mir England noch sympathisch ist: es hat nicht diese neue religion „politischer Korektheit angenommen – noch nicht).
    Sie sind die Könige (und -innen) der Stadt- und Landstraße (zum Glück, noch nicht auf Autobahnen zugelassen), und erwarten von jedem, ob Fußgänger, Autofahrer, oder Straßenbahn, daß sie den absoluten Zweiradvorrang mit größter Verehrung anerkennen und zurücktreten – sellbst wenn die andere längst vor ihnen in der Straßenmitte waren. „Zweiräder“ gilt natürlich nur grün – ohne Motor. Wie das aber werden soll mit elektrisch-grünen, von denen ich in China schon Massen gesehen habe – auch Roller – …?
    Da verstehe ich Radwege. Mein Großvater war einer der V♀ter davon in Deutschland, bis ihn1934 ein „politisch Korrekter“ ablöste, Vorstand des deutsche Radfahrerverbandes. Die Wege und Pfade müssen aber auch verpflichtend sein – und wo Fußgänger sie kreuzen, sollte der Fuß Vorrang haben, oder der Krückstock, oder der Rollstuhl (auch mit Motor).
    Aber das ist nun mal so mit den neuen Sachen – schon seit der Reformation: Eigentlich ganz nett und brauchbar – aber übertrieben.

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    • es müsste halt mal strikter gegen radfahrer vorgegangen werden. wenn sich rumsprechen würde, das es ganz schnell teuer wird wenn man sich überall durchquetscht, dann würden die es schnell sein lassen..

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      • Vorteil vom Ohne-Licht-Fahren-In-Schwarzer-Kleidung: Niemand sieht dich, also kriegste auch keine Tickets. Wir so0llten uns aber dahingehend einig sein, dass sowas nur mit maximaldefensiver Fahrweise geht, d.h. ein Fahrrad ohne Rundumbeleuchtung hat auf der Strasse nichts zu suchen. Und hat auch nie Vorfahrt. Entweder – oder.

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        • Die Diskussion hatten wir ja schon mal mit den Stealth-Radlern. Wo ich Boost Recht gebe ist das Herrscherverhalten mancher Radler.
          Bei uns vor der Firma ist ein angenehm breiter Fußgängerweg. Auf der Straße fährt die Trambahn. Ergebnis, weil da ja soooo gefährliche Trambahnschienen sind? Radler fahren fast ausschließlich auf dem Gehweg. Sollen sie. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man das als Erwachsener schon hinbekommen sollte mit den Schienen. Aber egal. Wo es mir den Vogel raushaut, sind Vorfälle wie letztens, als ein Radler eine Gruppe Fußgänger von hinten mit einer Ballonhupe auseinander trieb, weil sie ihm nicht schnell genug gingen.

          Total bescheuert auch die Münchner Lösung, Einlbahnstrassen auf einmal für Radler in beide Richtungen aufzumachen, indem man an einer Stelle einen Pfeil und einen zwei Meter langen Strich auf die Fahrbahn macht. Das verbessert zwar die Radwegbilanz, ist aber mörderisch für die Radfahrer, die darauf hereinfallen.
          Ist da München eigentlich allein mit dem Wahnwitz, oder gibts das in anderen Städten auch?

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