USA: Notwehr, nur für Männer

south carolina

South Carolina ist einer der US-Bundesstaaten, in denen wirklich nicht viel los ist. Alles etwas ländlich, die grösste Stadt unter 130.000 Einwohner. Damit auch niemand Angst haben muss, dass ein fremder Krimineller einfach so in Haus eindringt und irgendwas unerlaubtes macht, darf man auf seinem eigenen Grund und Boden auf solche Kriminelle schiessen, durchaus auch lethal, ohne dass es Probleme gibt.

Kann für dunkelhäutige Zeitungsjungen und Lieferfahrer manchmal schlecht ausgehn, aber irgendwas is‘ ja immer. Das Gesetz dazu heisst: „Stand your ground“, das klingt auch schön patriotisch. Natürlich muss so ein Gesetz Ausnahmen haben, sonst wird die Gerechtigkeit in nullkommanix überdehnt und anschliessend mit Füssen getreten. Und das will ja auch keiner. Deswegen hat die Staatsanwaltschaft in Charleston, SC, auch gleich protestiert, als mehrere Frauen, die ihren Lebensgefährten oder WG-Mitbewohner lebensgefährlich verletzt hatten (auch lethal), sich auf „stand your ground“ berufen wollten. Nein, finden die staatlichen Ankläger, das Gesetz sei ganz anders gedacht gewesen und dürfe auf keinen Fall in den persönlichen Bereich eindringen. Häusliche Gewalt ist doch eben was ganz anderes als neulich, als ein Typ seine Waffe zog, weil er sich von ein paar Frauen bedroht fühlte, und dabei einen unbeteiligten Passanten erschoss. Der wurde natürlich gemäss „stand your ground“ freigesprochen, weil er sich ja gegen Fremde verteidigen zu müssen glaubte. Eben.

In anderen News zum selben Thema: Wir müssen uns über misogynen Genderfaschismus wie #gamergate nicht wundern. Ist doch ganz klar, dass grosse Chauviarschlöcher kleine aufziehen, bis die dann gross sind und alleine scheisse sein können. Natürlich finde ich, dass „stand your ground“ Blödsinn ist. Aber Notwehr muss für alle gleich gelten. Nicht für dicke weisse Hausbesitzer mehr als für andere.

slate, pic pete zarria cc by nc

5 Kommentare

  1. Ne also wenn jetzt die Frauen anfangen sich selbst zu verteidigen, also ne das geht ja wohl zu weit.
    Wenn sie wenigstens lieb nen Cowboy anlächeln würde, dass er sie beschützt, aber selbst zu Flinte greifen, ne sooo war das ja nicht gedacht….

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  2. Da ist ’ne Menge Unsinn hier im Gange – aber politisch motivierter und daher gefährlicher.
    Ad 1: ‚Standing your ground‘ ist eine Umschreibung von Selbstverteidigung, die eigentlich überall als gerechtfertigt gilt, nicht nur in South Carolina.
    Ad 2: Dazu gilt allerdings in meisten Ländern „angemessene Mittel“ – was in den meisten Fällen, besonders zuhause, Schußwaffen ausschließt (daß Frauen Messer 4mal so oft wie Männer benutzen, ist schon schlimm genug – vor allem, daß sie meist damit davonkommen – mit Geschwätz wie hier oben).
    Ad. 3: Wenn mehrere Frauen einen Mann in einem Haus/einer Wohnung lebensgefährlich anfallen – ist das ihr „Recht“? Da sind sicher die Mittel nicht „angemessen“ – und wenn die Lebensgefahr in Kauf genommen war, war es versuchter Mord.
    Ad 4: Seltsam – Attacken von Frauen (Mehrzahl!) scheinen hier als „normal“ zu gelten. Und wenn ein Angegriffener zur Waffe greift – und dabei eine unbeteiligte Person trifft? – Zuwenig Detail: Was für eine Art Angriff? Wieviele Frauen? Zu welchem Zweck. – Und: War deshalb dieses Mittel berechtegt? Wenn ja, so steht den Frauen Gefängnis wegen -tja, wenn sie den Angegriffenen töten wollten – aber ein(e) andere(r) starb, ist es Mord – sonst Murder second degree (Titschlag).
    Ad 5: Was hier als Misogynie verzapft wird, ist schon pervers – ist doch eigentlich reine Misandrie (Männerhaß).
    Ad 6: Wollen wirdoch auch klarstellen: Das meiste Aufziehen wird von Frauen gemacht. Wir sagen deshalb aber nicht daß „solche Weibarschlöcher andere Weibarschlöcher aufziehen, die dann wieder solchen Männerhaßscheiß von sich geben (ich bin nett, ich lasse das andere Loch aus).

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    • Danke, ich hätte es nicht besser formulieren können.

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  3. Die bösen Frauen. Immer sind sie böse zu uns armen Männern. Buhu. Buhu.

    Ich hab kein besonderes Mitleid mit Apologeten.

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