Taylor Swift, als Sack Reis verkleidet

Rette sich wer kann. Irgendwo in Nordamerika ist ein Sack Reis umgefallen. Und wer weiss, was das für Folgen haben kann? Konkreter formuliert hat Number-One-Popsternchen Taylor Swift ihre gesamte Musik von Spotify zurückgezogen. Oh! Macht nichts. Man kann sie ja immer noch umsonst runterladen. Ja, natürlich „lohnt“ es sich nicht, seine Songs auf Spotify oder einen anderen Streamingdienst zu stellen. Weil er nichts kostet. Werbefinanziert. Wobei 4 der 15 Millionen Nutzer angeblich 9 Euro 99 pro Monat bezahlen, um keine Werbung ertragen zu müssen.

Und verteilt auf Millionen von Songs kommt dabei für die Künstler eben eher wenig bei rum (Das meiste frisst auch hier der Kapitalismus). Nur: Immer noch mehr als garnichts. Das Problem der Musik im aktuellen Informationszeitalter ist ja nicht die Distribution, die geht fast von selbst. Das Problem ist die massive Konkurrenz, weil eben heute jeder zuhause mit Laptop und Mikrofon in ordentlicher Qualität Songs aufnehmen und anschliessend über das Internet verteilen kann.

Und weil es einen Ozean voller Tweets, Likes und Blogposts gibt, die dafür sorgen, dass die cooleren Tracks viel weiter nach oben gespült werden, als das in der guten alten Industriezeit möglich war. Marketing funktioniert deshalb heute auch etwas anders als damals, obwohl bezahlte Artikel in Musikmagazinen und bezahlte Auftritten in TV-Shows nach wie vor einen Einfluss haben. Wenn nun also Miss Swift (oder ihr Management) beschliessen, das neue Radio Spotify zu verlassen, um durch die daraus entstehende künstliche Verknappung Fans zu verstärktem Kauf von CDs und iTunestracks zu animieren, führte die dünne weisse Linie auf dem Glastisch im Konferenzraum des obersten Skyscraperstockwerks eben direkt in die Nostalgiefalle. Weder hatte damals irgendwer in Wirklichkeit „den Markt im Griff“, noch ist es heute möglich, die Leute davon abzuhalten, ihre Faves frei weiterzuverbreiten – selbst wenn es so gehaltlose Zuckerpampe ist wie die Liedchen des blassen Fräulein Taylor.

Richtige Musik dagegen, Soundtracks für die Realität der Gegenwartsbewohner, steht schon lange auf Bandcamp und vergleichbaren Orten im Web, wo du sie natürlich kostenlos anhören kannst und der Band, dem Künstler Geld geben, wenn du das möchtest (und dafür legale Downloadlinks bekommst, falls du sowas haben willst). Die Fans entscheiden. Tut mir leid, Taylor. Die Fans. Nicht du, nicht dein Manager, nicht Label, nein, die machtlosen Vielen da draussen. Komm damit klar und nicht. Deine Sache. Alle anderen hören inzwischen, wozu immer sie Lust haben. Schmollige Popsternchen haben da auf Dauer keinen Platz. Sorry. Tschüs.

atlantic

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