Wofür wir ein schärferes Copyright brauchen

Palacio_Longoria_(Madrid)_07

Pedro Farré war Leiter der Abteilungen Business Relations und Antipiraterie bei der spanischen Musik-Verwertungsgesellschaft Sociedad General de Autores y Editores (SGAE). Bis er aktuell vom zuständigen Gericht in Madrid zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Grund: Er hatte üppige Bordellrechnungen in Höhe von 40.000 Euro über die Firmenkreditkarte als Ausgaben für Copyrightverfolgung abgerechnet.

Sein Vorgesetzter, der die Sache decken wollte, bekam 12 Monate. Ein Einzelfall, mögen Copyrightmaximalisten nun einwerfen, und keineswegs etwas, das sich verallgemeinern liesse. Warum aber fühlte sich die deutsche Schwester­ver­wertungs­gesellschaft GEMA verpflichtet, schon 2011 darauf hinzuweisen, dass staatsanwaltliche Untersuchungen wegen Korruptions- und Betrugsverdacht bei der SGAE gar nicht wichtig seien? Dieselbe Gema, deren Vorstandstrio jährlich eine halbe Million kostet. Ohne Hubschrauberflüge. Ach, deswegen müssen wir die Urheberrechtsgesetze aller Länder immer weiter verschärfen? Anders gefragt: Wieviele Künstler hätten eine sichere Lebensgrundlage, wenn die Korruption der Verwertungsgesellschaften beendet werden würde? Schwer zu sagen. Wir müssen das einfach ausprobieren.

torrentfreak, publico, gema

das Pic oben (Alex Castellá cc by) zeigt übrigens den Madrider Palast (Palacio Longoria), in dem die SGAE residiert.

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