Besorgte Pegida-Eltern im Politfasching

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In mehreren Bundesländern versuchen seit einigen Monaten nicht nur Islam-, Demokratie- und Pressefreiheitshasser, sondern auch selbsternannte Kinderschützer den politischen Schwerpunkt nach rechts zu verlagern. Mit dürftigem Erfolg. Die „besorgten Eltern“ wollen angeblich Sexualkundeunterricht in der Schule und ähnliche Monströsitäten verhindern, werden dabei von den selben Leuten unterstützt wie die Dresdner Ausländerhasser und deshalb von der Presse als „Pegida für die Schule“ betitelt. Auch in meiner schönen und nur ganz leicht verschlafenen Heimatstadt wollten die vor allem russischstämmigen Abendlandverteidiger mit mangelhaften Dativkenntnissen („Gebt die Kinder Zeit!“) ihre bizarren, sexualisierten, etwas ekligen Ansichten zu Kindheit und Schule verbreiten.

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Angereist waren dazu etwa dreissig slawische Neudeutsche (mit Kindern), die auf dem dafür viel zu grossen Augsburger Rathausplatz vor einem mitgebrachten Gartenpavillon im jahreszeitlich bedingten (Fasching!) Schneeregen herumstanden. Währenddessen sammelte sich die Fraktion der Aufklärung und Vernunft (alles zwischen Antifa und Grünen) einhundert Meter entfernt auf dem Moritzplatz, wo die rund vier mal so starke, linksalternative Gruppe wegen stetig steigender guter Laune spontan beschloss, zur nicht angemeldeten Gegendemo auf den Rathausplatz zu wechseln. Die leicht überforderte Handvoll Polizei-Einsatzkräfte macht gute Miene zur nicht genehmigten öffentlichen Versammlung (in Bayern ein Riesenproblem) und die Lautsprecherparolen der Ewiggestrigen gingen in den munteren Sprechchören der progressiven Mehrheit unter. So sollte es auch sein. So machen wir das nächstesmal wieder.

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Besondere Erwähnung: die markige Leather-Pride-Gruppe, mit Flagge, und den Herrn im Aufblas-Penis-Anzug. Alle pics von mir und cc by sa, falls ihr euch in letzter Zeit gewundert habt, warum hier im Blog sowenig passiert: Ich bin so gut wie jeden Tag auf Demos, in Orgagruppen und in zivilgesellschaftlichen Projekten unterwegs. Und ihr so?

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3 Kommentare

  1. Ich tue mir so einen Quatsch erst gar nicht an. Alleine, dass 30 Leutchen eine „nicht genehmigten öffentlichen Versammlung“ darstellen sollen und man deswegen gefickt werden kann…nicht mein Ding. Handys abnehmen lassen usw…das sollen die Trottel mit sich machen lassen, die wenig genug Hirn haben.

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    • Die beiden Demos waren genehmigt, aber nicht auf dem selben Platz, und 10 Cops können bei 120 Gegendemonstanten wenig machen, also blieben alle cool. Doch, es ist schon wichtig, ab und zu Zivilcourage zu zeigen.

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  2. Also ich lasse mich von keiner dieser Gruppierungen instrumentalisieren um eine Demokratie vorzugauckeln. Auch wenn die Demos verschwinden/eingehen, wird blinder Rassismus und anderes durch das Land spuken. Das kann man nur durch Aufklärung, Verständnis und Toleranz beenden. Auch wenn die Meinung des Gegenübers einfach total krank und/oder abwegig ist, sollte man diese wenigstens aussprechen lassen. Das nennt man, glaub ich, Demokratie. Andernfalls wird die Realität verzerrt und schafft „weiße Märtyrer“, die dann irgendwo im Untergrund auf noch blödere Gedanken kommen; einer von dieser Sorte hieß Breivik. Da finde ich es besser, wenn diese ihre Gedanken -seien diese auch noch so daneben- der Öffentlichkeit mitteilen und nicht jeder gleich verbal mit der Nazikeule niedergeknüppelt wird. Oder wie Schäuble es jetzt macht, den demonstrierenden Rentnern pauschal vorzuwerfen, sie würden zu hohe Renten bekommen. Solche dreisten Aussagen lassen den Alltags-Rassismus nur weiter keimen.

    Deutschland ist so eine geile „Demokratie“, daß an manchen Orten die Polizei den demonstrierenden Menschen (beider Seiten), welche kein Smarphone/Handy bei sich tragen, schon für sehr verdächtig hält. Die Geilheit hängt damit zusammen, daß sich diese schlecht orten lassen.

    Wann gibts den ersten D-Waffeneinsatz auf die Zivilbevölkerung?

    Interessanter Link: http://www.mahnwache-hamburg.de/2015/01/09/pegida-und-anti-pegida-eine-inszenierung/

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