Neulich, gegen Hass und Rassismus

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In meiner Wohn-Schlafstadt gab es bisher keine Pegida- oder sonstige Islamhasser­umzüge; nur die üblichen Kleingruppen-Nazi-Auftritte. Trotzdem war das humorfreie Treiben in ostdeutschen Städten eklig genug, um auch hier, im ansonsten verschlafenen bayerisch-schwäbischen Prosperitätsgürtel Leute dagegen auf die Strasse zu bringen. Beim ersten Flashmob im Dezember etwa 200, beim zweiten am vorgestrigen Montag dann etwa 700 Teilnehmer (Polizei schätzte 400). Auffällig war die unter dem unverbrauchten Begriff AugeNauF breit aufgestellte, gut gelaunte antifaschistische Front, vom lokalen türkischen Kültürverein (der heisst wirklich so), über Linke, Piraten, Antifa, Attac, plus schwer zählbar viele linke/bunte Splittergruppen.

Damit ist der zentrale Platz dieser Stadt markiert, als offen, menschenfreundlich und tolerant. Wir machen damit natürlich trotzdem weiter. alle pics von mir cc by sa

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11 Kommentare

  1. Fritz, ganz unverständlich sind mir die Leute nicht.
    Sie sind jetzt schon seit Jahren auf Angst getrimmt. Wie lange geht denn schon die US Kampagne da entlang – und je „erfolgs“- und hoffnungsloser sie wird, desto mehr haben gehorsame Presse und Medien gegeifert.
    Und jetzt kommt natürlich auch wieder die alte Antisoviet, sprich Antirussen-Propaganda mit herein. Und unsere Politiker-Idioten machen alle mit – bis auf ein paar vernünftige Alte, wie Helmut Schmidt, der Schröder, aber nicht viele.
    Es ist wie von 1933 an: Am Anfang waren’s ja auch nicbt so viele – vor allem nicht in Preußen – aber bald hat das Gift sich tief reingefressen – und die Säure schafft Schmerzen, Angst – und Haß.
    Diese Leute sind auch Opfer ihrer Unwissenheit und gezielter Lügen – nicht geborene Hasser. Es ist da wie mit allen Verhaltens-abweichungen: Sie sind weder angeboren noch eigentümlich (Art.tpisch) – sie sind irgendwann, irgendwo, durch irgendetwas erzeugt. Und wir wissen ja hier, wodurch: „politisch korrekte“ (Des-) Information und geschickte Massenpsychologisch (lies Wilhelm Reich – nicht richtig in allem, aber interessant in dem Aspekt).

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    • Klar, wer – berechtigt – Angst um seine Rente hat, oder um seine allgemeinen Jobchancen, gehört auf eine Occupy-Demo. Wer statt dessen Nazis nachläuft und nicht die Verursacher der Misere hasst, sondern Leute, die’s noch schlechter haben als man selbst, der wird eben zu den Nazi-Sympathisanten gerechnet. Böse Medien hin oder her, jeder hat selbst die Verantwortung über sein Denken.

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      • Mit der“Verantwortung über das Denken“ jeder Person bist Du ein wenig intolerant und unwissenschaftlich: Unser ganzes Leben ist heute sehr sehr nicht was wir sehen, planen, wollen – sondern, was uns als richtig, gut, und sogar wünschenswert vorgestellt und (sehr schönund heimlich) injiziert wird.
        Du unterschätzt die „bösen Medien“ und überschätzt die Fähigkeiten vieler:
        1. zu sehen, was wirklich ist;
        2. es zu beurteilen, ohne Einschaltung irgendeiner (fehl-religiöser, politischer, ideolgischer, oder einfach dummen) Subjektivität;
        3. zu handeln, wie es gut wäre – ohne Rücksicht auf Folgen (auch, und vor allem) für uns selbst.
        Und Du die Macht von Angst, ob Claustrophobie, Agoraphobie, Homophobie, Islamophobie – und in mir schleicht Yanophobie hoch, ganz kalt den Rücken. Alle Ängste sind berechtigt, denn sie haben Gründe, Ursachen, oder Erfahrungen – wo sie aber in Panik und Terror verfallen, geht eben alle, oder zumindest wesentliche Urteilsfähigkeit verloren.

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        • Corrigendum:
          Und Du unterschätzt die Macht von Angst,…..

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        • Das ist nunmal das Wesen totalitärer Systeme, zu denen ich den Kapitalismus zähle: Angst schüren, Feindbilder schaffen, Massen manipulieren, damit sie sich freiwillig entmündigen. Dagegen hilft nur Aufklärung, und leider reicht das bei vielen nicht. Es gibt leider auch Bereiche, denen man sich selbst dann nicht entziehen kann, wenn man den Wirkmechanismus kennt, z.B. Lebewesen „im Namen der Wissenschaft“ quälen, verletzen, töten.

          Mit totalitärem Gruß

          Thomas

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          • In der allgemeinen Beurteilung stimmen wir ja dann überein.
            Ich habe in langen Jahren der Gerichtsarbeit die Notwendigkeit langsamen Urteilens gesehen.
            Mit sehr un-totalitären Gruß,
            J.B. (alias 007)

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        • Zu Punkt 1 wäre zu sagen, ob man überhaupt in der Lage ist, zu sehen oder zu erkennen, was wirklich ist.
          Diese Veranlagung muss man ja einmal vermittelt bekommen haben.
          Punkt 2: Wer kann schon von sich behaupten, etwas richtig einzuschätzen (Fehlsubjektivität)
          Außerdem muss jeder Gedanke auch das Gegenteil zulassen – wie es Nord und Süd und Ost und West gibt.
          Punkt 3 : Konjunktiv – wie wäre es gut?
          Diese Fragen kann man bei Jaspers nachlesen.
          In manchen Situationen gibt es nur ein Ja oder ein Nein – kein vielleicht oder mal sehen, wie‘ s ausgeht – oder aufschieben.

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          • Insgesamt durchaus mit meiner Beschreibung übereinstimmend:
            Ich wies ja gerade darauf hin, daß wir in vielem falsche Seharten erlernt – oder gar gelehrt – bekommen haben.
            Dadurch glaubt eine Mehrzahl der US Bürger tatsächlich -nur zum Beispiel- daß:bin Laden nur ein wüster Terrorist war, daß Reagon recht hatte, Tripolis zu bombardieren (mitten im Frieden), kurz: daß was immer USA tun (oder Israel) gut und gerecht sei.
            Wir haben lange Zeit ähnliches mitbekommen – habe also eine verdorbene Sicht in vielem – und es wird Zeit -UND MUT- brauchen, den Ballast ganz loszuwerden.
            Nun hat nicht jeder in DE Karl Jaspers oder Kant oder Hegel, oder gar Bultmann gelesen – wir können also nicht zuviel verlangen.
            Was aber eine gute Richtung ist, ist es, soviel wie möglich von einer mit-anderen-lebenden-Menschlichkeit auf eine überzeugende, doch nicht aufdrängende Weise mitzuteilen besonders an jüngere Menschen – was ich versucht habe, über Jahrzehnte, auf allen Ebenen, von Kindergarten bis zu Doktoranden.

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          • @J.Boost 1. Febr. 5:05
            Auch heute bekommen wir und vor allem unsere Kinder immer noch das falsche gelehrt. Das ist ja das traurige. Ein Prozess des selbstständigen Denkens lässt unsere Gesellschaft nicht zu und wer macht sich die Mühe, hinter den Vorhang zu blicken?

            Man glaubt nicht nur, dass Bin Laden nur ein wüster Terrorist war, viele glauben dies ja sogar von Che Guevara und das Obama ein Demokrat ist, der sogar den Friedensnobelpreis verdient hat.
            Wie sollen Menschen denn den Ballast von sich abwenden, wenn sie täglich von den Medien verdummt werden und selbst nicht die Fähigkeiten haben, sich woanders zu informieren.
            Wie gesagt, diese Chance muss man erst einmal bekommen haben.
            Es wäre gar nicht nötig, viele kluge Bücher zu lesen, sondern mit einem anderen Gedankengut vertraut gemacht würden.
            Aber heute werden Kinder nicht zu glücklich und denkenden Menschen sondern zu funktionieren herausgezüchtet und das mit Einwilligung der Eltern.
            Die Ausnahmen bilden nur einen kleinen Teil.
            Man sollte jedes Kind so früh wie möglich mit der Idee von H.T. Thoreau vertraut machen und das es nicht wichtig ist, den neuesten Pullover zu tragen sondern Mut zu haben, nicht in der Herde als Schaf mitzulaufen.
            Das wäre ein „guter Einstieg.“

            Ich habe auf alle möglichen Arten versucht, Menschen Mut zu machen, zu sich selbst zu stehen. Aber glauben Sie mir, es ist schwer, gegen den Strom zu schwimmen, wenn so viele freiwillig mitschwimmen.

            Das beste Beispiel ist doch erst vor kurzem auf Knopfdruck passiert mit : „Je suis Charlie. “ Wehe, wenn man da anderer Meinung war. Dann wurde man gleich auf die Liste der Islamisten gesetzt und da ohne wenn und aber.

            Darum freue ich mich so sehr über die Wahl Tsiprass. Das griechische Volk hat begriffen, dass es ausgebeutet wurde und zwar von unserer Regierung und ich wünsche Tsipras, die Kraft zu haben, seine Versprechen einzulösen, denn das Volk ist am Abgrund. Wehe, er tut das nicht!

            Natürlich die Reichen kommen wie immer davon, ob bei uns oder anderswo. Darum kann man aber nicht ein ganzes Volk bestrafen.
            Ob dieGriechen etwa: „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“ gelesen haben?

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  2. Wir können uns ja auch „Menschlichkeit“ als gemeinsamem Wert einigen. Oder es zumindest versuchen.

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    • @ Fritz Ach es wäre doch so einfach, wenn jeder auch nur ein „klein wenig Menschlichkeit“ dem anderen schenken würde. „Wie heisst es doch: „Liebe deinen nächsten wie dich selbst. “
      Aber das erwarte ich ja gar nicht. Manchmal hilft es ja schon, wenn man einem Menschen zuhören kann, ihm vielleicht einen Rat geben kann und manchmal sollte man auch material dem anderen helfen.
      Aber wenn man so durch die Straßen geht, frage ich mich, wo die heroischen Gestallten alle sind, die in der Bibel genannt werden wie Daniel, Jonathan, Ester Ruth und wie sie alle heißen.
      Im täglich Leben glauben ein Teil der Leute, eine Entschuldigung koste 5 €

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