Warum Musiker mit Spotify so wenig verdienen

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Seit einiger Zeit hören wir die Klagelieder bekannter Musiker, Spotify (und andere Streaming-Plattformen) würde zuwenig bezahlen. US-Schlagersternchen Taylor Swift (oder ihr Management) zog deswegen unlängst alle Veröffentlichungen aus dem Streaming-Angebot zurück.

Jetzt wurde eine Studie der französischen Musikfirmenlobby SNEP bekannt, wonach die Labels 73 % aller Einnahmen aus dem Streaming für sich behalten, 16 % bekommen die Autoren/Komponisten und deren Verlage und Verwertungsgesellschaften, und ganze 11 % landen bei den Künstlern, die dann auf dem Album abgebildet sind (und auch hiervon geben die gefeierten Stars einen Teil an ihre Labels ab). Wen wunderts, dass Streaming nicht vom Boden wegkommt und kostenloses Downloaden aus dem Internet ohne Beachtung der Rechtslage nach wie vor en vogue bleibt? musicbusinessworldwide

6 Kommentare

  1. Naja, das Streamen per se läuft ja schon – Spotify ist ja ein Erfolg. So, wie es im Moment ist, nehmen die Plattformen halt nix ein, weil die meisten Menschen die Werbung ertragen statt etwas zu bezahlen. Ich würde da jetzt keine Verbindung sehen, dem typischen Kunden kann es ja egal sein, wer wieviel kriegt, der will nur seine Musik.

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  2. Wenn mehr Geld für die Künstler übrig bleiben soll, müsste eine Monopolisierung stattfinden, also Spotify die Konkurrenz von Simfy usw. aufkaufen. Dann kann man auch die Preise für die Abos anheben. Allerdings glaube ich kaum, dass jemand mehr als 10€ für die Musikflat bezahlen würde. Aber immerhin wäre das eine Verdoppelung.

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  3. den merkbefreiten fällt mal wieder nicht die simpelste rechengrundlage ins auge, das von einem eingenommenen dollar lediglich nur 27 cents bei denen landet welche die eigentliche arbeit leisten.

    lustiger finde ich noch den satz – „Menschen die Werbung ertragen statt etwas zu bezahlen“.
    diese „menschen“ bezahlen ja gerade damit das sie sich die werbung antun und anteilig mit dem was bei ihnen und vielen anderen im einkaufswagen landet.

    und natürlich kommt dann sogleich der 2te honk um die ecke mit der feststellung: „Wenn mehr Geld für die Künstler übrig bleiben soll, müsste eine Monopolisierung stattfinden“. obwohl genau das schon seit vielen jahren DAS EIGENTLICHE PROBLEM ist. nämlich, das sich in den letzten ca. 30sig jahren alles immer mehr monopolisiert hat und deshalb diejenigen, welche die eigentliche arbeit leisten und abliefern, anteilig immer weniger an ihrer arbeit verdienen (mit ausnahme ganz weniger einzelfälle)

    aber das chart gibt ein schönes bspl. dafür her wie es allgemein um die einkommen der mehrheit der tatsächlich arbeitenden menschen bestellt ist:

    27% (und weniger) für die meist hart arbeitenden menschen.
    73% (und mehr) für die gegenleistungslos abkassierenden kaviarschlürfer.

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  4. Aha, Knallbonbon meint also, böse Labels kassieren arme Künstler bloß ab. Komisch nur, dass es kaum Musiker gibt, die ausschließlich über Selbstvermarktung im Internet bekannt geworden sind. Warum bloß? Wer bringt die Musik zum Hörer? Wer finanziert große Tourneen und zahlt Vorschüsse? Wozu discountartige Konkurrenz bei den Streamingdiensten? Den Aufbau des Künstlers übernehmen doch die vielen Labels. Sprüche aus der Mottenkiste des Sozialismus helfen hier auch nicht weiter. („27% für die arbeitenden, 73% für die abkassierer“). Aber wer andere als Honk bezeichnet, ist sowie nicht an einer Diskussion interessiert. Knallbonbon kann sich dann weiter einsam mit seiner Meinung im Kreis drehen.

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    • Tut er das nicht meistens?
      Abgesehen davon, ich glaube nicht, dass eine Erhöhung der Gebühren helfen würde – die wenigsten Menschen geben im Jahr 120 Euro für Musik aus (denke ich?), höhere Kosten würden nur abschrecken.
      Das einzige, was wirklich etwas ändert wäre, wenn die Labels entdlich gezwungen werden würden, einen größeren Teil ihres Gewinns an ihre Künstler abzugeben. Wenn jetzt noch eine Idee da wäre, das breitflächig zu machen…

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  5. es ist wie immer. der dienst spotify behauptet, 80% seiner einnahmen gingen direkt an die urheber, und dann kommt irgend jemand anderes und behaupet, es seien nur 16%.

    bei beiden fällen, bei spotify und bei kritikern solcher dienste, stellt sich dem beobachter die frage, woher die das überhaupt wissen wollen, denn sie kennen die verträge zwischen den majors und den sie beauftragenden urhebern oder original verlegern überhaupt nicht.

    außerdem arbeiten beide seiten mit billigster propaganda.

    spotify behauptet bespielweise, dass sie inzwischen, jetzt wo sie langsam aus den roten zahlen herauskommen, 0,041 cent pro titel bezahlen würden. in wahrheit ist das ein alberner rechnetrick, den ich hier erst gar nicht en detail erklären möchte. (allerdings langt einfacher dreisatz, um die gegenprobe zu machen, denn umsatz, abbonenten, und auszahlung sind ja bekannt, da spotify diese zahlen selbst veröffentlicht.)

    umgekehrt ist die obige graphik ebenfalls grob irreführend.

    zum einen ist es schlichtweg unsinn, „major labels“ und „publishers“ getrennt aufzuführen.

    zum anderen sagt der anteil „künstler“ – der hier ja offenbar nicht die urheber und publisher meint, da die getrennt aufgeführt werden – rein gar nichts über die gerechtigkeitsfrage aus, da die sonstigen „künstler“, also die sänger und instrumentalisten und ggf die produzenten, produktionsassistenten und deren indirekten einkommen aus leistungsschutzrechten häufig nicht nur aus einer natürlichen person bestehen.

    danke an knallbonbon und felix für ihr prima lebendes beispiel, warum diese debatte nicht vernünftig zu führen ist, denn beide beziehen sich auf zahlen und fakten, die in wirklichkeit keiner von uns so einfach überprüfen könnte.

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