Auge in Auge mit dem Auge

Jupiter_surface_motion_animation

Das Theater geht nun schon seit 11 Monaten, und ist deswegen ein solches (metaphorisch gesprochen), weil es doch relativ massiv in mein Leben eingreift (April, September, Oktober). Im Moment kann ich meinen gewohnten Tätigkeiten mit Mühe (so wie Lesen, Schreiben) und anderen garnicht (Fahrrad- oder Autofahren) nachgehen. Wie, warum?

Das rechte Auge ist nach zwei Operationen wegen einer Netzhautablösung im letzten Jahr immer noch nicht nicht bereit, etwas anderes als ein verzerrtes Bild zu liefern. So in etwa, als ob man durch schlechtes, blasiges Glas kuckt. Alle Linien, egal ob senk- oder waagrecht, kurven sich einen, Buchstaben sind grundsätzlich mit völlig alkoholisierter Polonaise beschäftigt und alle Leute sehen irgendwie deformiert aus (sorry, Mädels!). Und einen räumlichen Zusammenhang ergibt das auch nicht, also muss ich raten, was da vorne los ist, oder wie weit irgendwas wirklich weg ist, oder ob es sich bewegt. Mein behandelnder Arzt meinte, da seien Vernarbungen auf der Makula (Bildmitte) zurückgeblieben, und dass er mir viel Glück wünscht. Den Untersuchungstermin in der unterfinanzierten und überbelegten Augenklinik hab ich nach vier Monaten bekommen. Das war Donnerstag letzter Woche. Der blaue Herr Tiefenlaser stellte allerdings fest, dass das keine Narben sind, sondern Flüssigkeitströpfchen zwischen der Netzhaut und der Aussenhülle des Raumschiffs. Des Auges, mein ich natürlich. Und das kann man reparieren. Erste Stufe ist sechs Wochen Acemit (Wirkstoff Acetazolamid), wenn das nicht anschlägt, gibts andere Tricks, irgendwann kann ich wieder vernünftig sehen, mit dem Rad rumfahrn, jeden Tag bloggen, Kohle mit Schreiben verdienen und mit Mädels ausgehn, bei denen ich mir nicht dazusagen muss, dass sie in Wirklichkeit bestimmt toll aussehen. Also ein normales Leben. Wahrscheinlich noch 2015. Krass, oder?

Der Jupiter im Bild oben (nasa, pd), dachte ich mir, sieht auch nicht besonders viel mit seinem roten Auge in der Südhemisphere. Daher die gefühlte Verbundenheit.

7 Kommentare

  1. Gute Besserung! Augenlicht ist immer so eine Sache…

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  2. Ich habe selbst eine Netzhautablösung gehabt, die von Prof. Kirchhof
    1995 operiert worden ist. Damals war er noch in Köln. Jetzt ist er an der Uni in Augsburg.
    Prof. Kirchhof ist eines der bekanntesten Augenärzte.
    Ich konnte nach ganz kurzer Zeit wieder hervorragend sehen und das hat bis heute angehalten. Ich fahre sogar ohne Brille Fahrrad und lese auch teilweise ohne Brille, das ist tagesbedingt.
    Mein anderes Auge stand vor einer Netzhautablösung und wurde hier von einem sehr guten Arzt geläsert.
    Vor 6 Jahren wurden meine beiden Linsen ausgewechselt. Ich weiss es also, was es heißt, Augenprobleme zu haben.
    Scheuen Sie keinen Weg , um einen guten Augenarzt zu finden.
    Auch in Berlin Neukölln ist die Augenklinik sehr gut.
    Sollten Sie weiter Informationen benötigen, können Sie mich, wenn Sie möchten, per E-mail erreichen.

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  3. Ich war eben im Internet. Prof.Bernd Kirchhof scheint wieder in Köln tätig zu sein. Die Tel. ist für gesetzlich versicherte: 0221/478-4313

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  4. ja gute besserung.

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  5. Viel Glück, dass alles gut geht. Klingt ja alles ziemlich abenteuerlich.

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  6. Lieber Fritz, wir drücken dir hier mehr als die Daumen!

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  7. Ich drück dir die Daumen

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