Cannabis als Schmerzmittel

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Cannabis ist kontrovers. Sowohl als Freizeitdroge wie auch im medizinischen Gebrauch gibt es bis dato keinerlei Einigkeit darüber, wie man mit der vielfältigen Pflanze umgehen sollte. Denn obwohl ihre Wirkungsweisen und Vorteile als Medi­kament sich bewähren, bleibt sie für die meisten Menschen, gesund oder krank, nach wie vor illegal. Nur 382 Patienten dürfen derzeit legal in Deutschland Mari­huana als Schmerzmittel konsumieren. Für alle anderen bleibt nur die Möglichkeit, auf legale Substanzen der Pflanze, wie etwa das CBD Öl, zurückzugreifen.

Cannabis birgt viele Vorteile für schmerzkranke Patienten. Vor allem Krebsleidende und Menschen mit Multipler Sklerose können von der schonenden, pflanzlichen Alternative zu den chemischen Arzneimitteln profitieren. Allerdings ist es nicht einfach für diese Patienten, an Cannabis zu kommen: denn trotz der Möglichkeit, von den behandelnden Ärzten ein Rezept ausgestellt zu bekommen, übernehmen die Krankenkassen nicht die Kosten der Medikation. Die Patienten leiden dann doppelnd: einmal unter dem finanziellen Kraftaufwand, und einmal unter ihrer Krankheit.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), will sich nun aber dafür einsetzen, dass alle Patienten mit MS und anderen Krankheiten, gleichberechtigten Zugang zu Cannabisprodukten erhalten. Diese Mittel sollen auch von der Krankenkasse finanziell getragen werden. Diesen Vorschlag hat Mortler im Jahresbericht 2014 des UN-Drogenkontrollrates vorgestellt; an ihrer Seite ist der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Bisher können die betroffenen Patienten Cannabis nur in bestimmten Fällen und als Ausnahme konsumieren. Insgesamt knapp 700 Patienten und Patientinnen haben seit 2005 nach Angaben des Bundesinstituts für Arnzeimittel und Medizinprodukte so eine Ausnahme beantragt. Bisher sind 424 Anträge akzeptiert worden.

Aufgrund der Legalisierungswelle in den Vereinigten Staaten kann man davon ausgehen, dass in Zukunft mehr Grundlagenforschung zu Cannabis gemacht werden kann. Auf dieser Grundlage können Beschlüsse zu einer weiterführenden Liberalisierung der Droge als Arzneimittel auch in Deutschland vielleicht schneller gemacht werden. Das würde den Zugang zu Cannabis als Medikament deutlich erleichtern und vielen Menschen die behördliche Belastung ersparen. Ein weiteres Problem ist die Kriminalisierung dieser Patienten, die sich ihr Medikament vielleicht auf illegalem Wege besorgen, wenn sie keine Ausnahmeregelung erteilt bekommen. Um solche Fälle zu vermeiden, wäre eine neue Regelung durchaus angebracht.

Gastbeitrag von Wolfgang Schutz, pic medihuana cc by sa

3 Kommentare

  1. [ . . . dass in Zukunft mehr Grundlagenforschung zu Cannabis gemacht werden kann ]

    das war jetzt wohl ein späßchen, oder?

    hanf – legal oder nicht – ist ja wohl eine der bestens erforschten pflanzen die es auf dieser welt bzw. in der menschheitsgeschichte gibt. und zwar bis hinein in die kleinste faser und hinunter bis ins letzte THC-molikül.
    wobei gleich angemerkt werden muss dass das heutige sogeannte „nutzhanf“ (also das gentechnisch manipulierte fast THC-lose) einfach nicht das gleiche ist.

    es gibt nur 1nen grund warum cannabis (schon gar nicht in reinform, also nicht die gen-verpfuschten varianten) immer noch nicht in vollem umfang legalisiert wird:

    zuallererst gleich mal die pharmaindustrie die sehr schnell sehr hohe verluste in etlichen branchenzweigen (krebs, MS, AIDS sind ja nur einige wenige) einfahren würden. und zum andern die papier- sowie erdöl-verarbeitenden und chemie-industrien.

    da patentierungen so gut wie ausgeschlossen sind weil (bis in die späten 1930 jahre hinein intensiv genutzte) jahrtausendealte kulturpflanze – jada jada jada – verhindern die lobbyisten dieser Industrien seit jahrzehnten (schließlich waren es ja sie selber bzw. ihre vorgänger die sorge dafür trugen das diese vielseitig nutzbare pflanze überhaupt erst verboten wurde) mithilfe ihrer käuflichen, vornehmlich „christlichen“ marionetten in den regirungen dieser welt die legalisierung. auch die organisierten kriminellen kartelle werden mit viel geld dafür sorgen das die pflanze illegal bleibt (denn auch die haben überall ihre gegauften abgeordneten herumsitzen).

    hauptgrund aber ist nicht mal der rein monätre verlust (der natürlich auch), sondern der signifikante verlust an macht und einfluß in vielen ländern diesern. innert kürzester zeit würden alleine schon die bauern immense möglichkeiten haben sich unabhängig zu machen und profitabel zu wirtschafften. auch würden sich sehr schnell etliche alternative industrien bilden und ausbreiten.
    natürlich würden die alten apparate nicht von heute auf morgen verschwinden, aber sie würden sehr viel macht einbüßen denn das ganze unterdrückungssystem aus künstlich herbeigeführten abhängikeiten (ich sage nur mal MONSANTO als bspl.) und dem diesen folgenden ausbeutungshierarchien würden in sich zusammenbechen.

    aus gen-unmanipulierten hanf lässt sich – bei geringst-möglichem einsatz (geld, arbeit, umwelt) beim anbau – ja so ewig viel verschiedenes produzieren. angefangen bei nahrungsmitteln für mensch und tier und kleidung bis hin zu medikamenten, bio-kunststoffen, treibstoffen und baumateriallien.

    die grundlagen wurden doch schon vor langer zeit erforscht und gelegt. es muss nur noch weitergeforscht werden.

    hier mal eine kleinigkeit über hanf:

    Warum Hanf? – Über die ökologischen und ökonomischen Möglichkeiten des Rohstoffs Hanf

    http://hanfverband.de/inhalte/warum-hanf-ueber-die-oekologischen-und-oekonomischen-moeglichkeiten-des-rohstoffs-hanf

    hanf und bambus – ganz unideologisch – das wäre die zukunft schlechthin.

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  2. Und CBD-Oil ist legal? Wie lange noch oder hält sich dass?

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