Facebook, die Währung des 21sten Jahrhunderts

Buchstäblich. Heute nehmen weltweit über 1,4 Milliarden Menschen am sozialen Netzwerk Facebook teil. Ungeachtet aller Datenschutzprobleme. Weil es einfach zu benutzen ist. Und nichts kostet. Die Probleme dagegen sieht man nicht. So ähnlich wie Radioaktivität. Sieht man auch nicht.

Die Kommunikation via Internet und mobilem Internet geht weit über Katzen- und Urlaubsbilder hinaus (Revolutionen in arabischen Ländern machen hier nur einen sehr kleinen Teil aus). Ein immer grösserer Teil der Verkäufe an Konsumenten wird über Plattformen wie Amazon und Ebay abgewickelt, was zum einen das althergebrachte Einzelhandelsgeschäft zum Fossil stempelt, zum andern unseren Umgang mit Geld verändert. Und noch mehr virtualisiert als die Erfindung der Kreditkarte.

Jetzt führt Facebook, zunächst in den USA, als neue Eigenschaft seiner Messenger-App eine Bezahlfunktion ein. Kostenlos. Mit einem Klick. Wir können davon ausgehen, dass ein grosser Teil der 1,4 Milliarden Facebook-Nutzer das gerne haben würde. Und dass Facebook damit zum grössten kreditkartenlosen Kreditkarten-Unternehmen der schönen neuen Welt wird. Und auch weiterhin und für immer diesen Service kostenlos anbieten kann, weil Unternehmen natürlich dort inserieren möchten, wo man ihre Produkte gleich mit einem Antippen kaufen und bezahlen kann. Und diese Anzeigen kosten dann Geld, was nur einen Teil des Geschäfts darstellt – Facebook hat dann die weltgrösste Datenbank dafür, was jeder einzelne Mensch wirklich zu welchem Preis gekauft hat. Und kann damit noch präzisere, personalisierte Werbung anbieten und damit richtig viel Geld verdienen. Mehr als Google. Irgendwann auch mehr als Apple.

Der Trick ist immer derselbe: Es ist kinderleicht zu benutzen, und es ist kostenlos. Und es verändert unsere Wirtschaft zu etwas, das der Waren- und Dienstleitungsökonomie der guten alten Industrieära ebenso fremd und entgegengesetzt ist wie die Wirtschaft des Feudalismus vor der Agrarrevolution der frühen Neuzeit oder der neolithischen Jäger- und Sammlergesellschaft.

via techcrunch

5 Kommentare

  1. a) eine Grundregel des Internets: „If it’s free, you are the merchandise.“

    b) Ich würde den Einzelhandel noch nicht für tot erklären oder auch nur in die Nähe eines Fossils stellen. Natürlich haben Geschäfte wie MediaMarkt nur einen Mehrwert darin, dass man die Ware gleich mitnehmen kann. Auf der anderen Seite sind kleine Einzelshandelsgeschäfte vom Service und der Beratung oft um Welten besser und nicht unbedingt viel teurer – Stichwort Buchhandel oder kleiner Computerhändler um die Ecke. Können preislich mit Amazon mithalten (solange es um bestimmte Produkte geht zumindest) und sind viel besser in Beratung und Hilfestellung vor Ort.

    c) Umgang mit Geld – für einige Menschen sicher. Aber viele werden auch weiterhin sehr sorgfältig darauf schauen, was sie wie ausgeben – den Wechsel von Scheinen auf Überweisung halte ich zumindest für nicht soooo bahnbrechend.

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  2. [ Wirtschaft des Feudalismus ] ???

    irgendwie kommt es mir so vor als ob ihr nicht wirklich mitbekommt was los ist heutzutage.

    wir sind doch schon wieder mittendrin im neo-feudalismus, neo-raubtier-kapitlismus in übelster verbindung mit neo-religösem konservatismus und neo-nationalimus sowie neo-raubrittertum (alles im aller-übelsten und verwerflichsten sinne).
    dazu noch neo -stasi, -gestapo und -kgb überall.

    die neo- ismuse sind überall am steigen und auf dem vormarsch.

    als zukerguß obendrauf einschränkung von demokratie, freiheits- und menschrechten einhergehend mit sozial-abbau (+ verelendung breiter schichten) und volksverhetzungen aller art.

    was facebook und ähnliches anbelangt:

    tut mir ehrlichleid, aber auf sogenannten sozialen seiten wie zB. facebook usw. treiben sich nur idioten herum. ich zumindest kann diese menschen überhaupt nicht mehr erst nehmen. ich hatte aber auch schon früher probleme damit und habe mich all die jahre von sollen portalen immer ganz weit ferngehalten..
    nur spätestens jetzt – nach all den skandalen und aufdeckungen – kann doch keiner der seine ACCs nicht sofort kündigt nicht mehr ganz dicht in der birne sein.

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    handy ist mittlerweile abgeschafft. WLAN abgeschaltet (kommt mir erst wieder ins haus wenn das mit dem „optischen WLAN“ richtig funktioniert)

    internet läuft über kabel, virtuelle machinen, sandboxes, spezialisierte browser,, firewalls, peerblocker, tunnelling etc. obligatorisch – extra hardware server (ich weiß – auch alles nicht zu 100% sicher aber mind. 90+% besser als normal ohne). ganz heikle anwenungen laufen über u.a. KNOPPIX LIVE-DVD.

    meistens linux – windows wo es sein muss (im netz angezeigt werden aber alle möglingen systeme, browser und sys-konfigs.

    ist ja heute mit den starken maschinen und mehrkernern ja kein großes mehr sich einigermaßem abzusichern.

    ein rest-risiko bleibt leider immer.

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    • du hast vergessen den aluhut zu erwähnen!

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      • war ja klar das sich irgendein depp in dieser richtung äußern musste.

        es wäre ja sonst kein von der realität längst überhollter ,parolen herum werfender,massenmensch der mit der herde richtung abgrund rennt, sondern ein Individuum welches eine eigene meinung vertreten könnte.

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