Rassismus, und wie wir alle davon profitieren

iveneverbenefitted

Sehr schöner Comic von Barry Deutsch, der in sehr einfachen Bildern erklärt, wie grossartig Rassismus ist – und zwar für alle, die davon profitieren, ohne es richtig zu merken. Also für die meisten von uns.

Der Comicstrip erzählt die Geschichte von Bob, seinen Eltern und Grosseltern, die im Unterschied zu Menschen mit dunkler Hautfarbe auch als Einwanderer völlig problemlos in die Gesellschaft integriert werden. Die Story spielt zwar in den USA, könnte aber exakt genau so auch in Deutschland spielen. Weisshäutige Einwanderer aus bevorzugten Ländern (z.B. Russland) erhalten die Staatsbürgerschaft, Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten oder Afrika werden dagegen in Auffanglagern interniert und möglichst schnell wieder in heimatliche Kriegsgebiete abgeschoben. Weisse Neubürger bekommen Jobs, Mietverträge, Darlehen – Schwarze dagegen werden grundsätzlich als potentielle Kriminelle behandelt. Wer mit dem Gesetz in Konflikt kommt, kann froh sein, wenn er möglichst hellhäutig und nordisch aussieht.

Das alles kollidiert mit der Grundlage unseres Rechtsstaats, der Verfassung, was aber niemanden so richtig stört; statt dessen bejammern ein Drittel der Deutschen, es gäbe überall zu viele Ausländer. Richtig, man kann den alltäglichen Rassismus nicht einfach so abstellen, und die Vorteile der Rassenprivilegien nicht einfach zurückweisen, aber man kann an einem Prozess der Aufklärung teilnehmen, sich selbst anders verhalten und den vielen extremistischen Rassisten in unserem Land entgegentreten.

via boingboing, ein Klick auf das Bild macht es ein bischen grösser

9 Kommentare

  1. Man kann aber auch die Frage stellen, warum so viele Flüchtlinge Zuflucht in anderen Ländern suchen. Warum gibt es in deren Ländern Krieg? Wer profitiert DAVON?

    Ich finde es nicht gut, wenn überall versucht wird, Kulturen miteinander zu vermischen. Denn jede Kultur hat ihre eigenen Wurzeln, ihr eigenes Recht auf Existenz. Jedes Volk möchte gerne zusammenbleiben, nicht nur „die Weißen“ (die evolutionstechnisch betrachtet auch nichts anderes als ausgebleichte Schwarze sind – alle Menschen sind Brüder!). Kommen wir wieder mal auf den Kapitalismus zu sprechen….

    Nebenbei ein Bericht aus meiner direkten Umgebung (ich selbst gehöre inzwischen zu den übriggebliebenen 2% Deutschsprachigen Bewohnern dieses „Wohngebietes“): http://www.pi-news.net/2015/04/giessen-roedgen-4000-illegale-uebernehmen-1800-einwohner-ort/

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  2. p.s. ich stehe in keinster Weise auf der Seite der Rassisten. Betrachtet den geposteten Link als Provokation, als Denkanstoß.

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  3. Aha … Comic stellt also Leute die nie aktiv etwas gegen Personen anderer Rassen/Hautfarben unternommen haben unter Generalverdacht und gibt ihnen eine Teilschuld am Leid anderer.
    Gratuliere, mit solchen Methoden schafft man Nazis und/oder Sympathisanten rechter Vereinigungen.

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    • Heul doch. Sorry, aber ich hab kein Mitleid für Leute, die sofort von Generalverdacht und Mitschuld faseln, wenn man über strukturelle Missstände spricht.

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      • Über strukturelle Missstände zu reden ist wichtig, etwas gegen sie zu unternehmen, ist wichtiger.

        Aber tatsächlich finde ich den Comic nicht hilfreich, gerade weil er vermittelt, dass Bob dann doch irgendwie von Rassismus profitiert hat und deshalb irgendwie doch ein schlechter Mensch ist – auch wenn er tatsächlich in keinerlei Weise schuldig ist. Und da erhebt sich dann wirklich das Gespenst der Kollektivschuld – weder hilfreich noch richtig.

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        • JA, denn BOB hat schuld. sowie ein jeder scguld hat der wider besseres wissen schweigt. sich quasi zum stillen mitläufer deklariert und wie BOB teilweise generationsübergreifend von direkten und/oder verkappten rassisten gesetzten status quo profitiert.

          denk daran wenn das nächste mal in deinem umfeld oder auf der starße (kaffee oder sonstwo) anfängt darüber zu schwadronieren das „UNS“ die flüchtlige die arbeitsplätze streitig machen wollen, den ganzen tag nur faul herum und „UNS“ auf der tasche liegen, das alle zB. griechen, spanier, portugiesen, afrikaner, sinti & roma, türken und sonstige oftmals nicht ganz hellhäutige oder gleich-religiöse ausländer eh nur arbeitsscheue diebe und vergewaltiger seien oder wahlweise religionsfanitiker sind die „UNS“ „UNSERE“ frauen und „UNSEREN“ reichtum stehlen oder streitig machen wollen.

          usw. usf. etc.

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        • hier mal ein richtig “schönes” BSPL. für verkappten rassismus der aller-übelsten art
          (wie ich finde die übelste art von rassismus schlechthin – weiß man doch bei den offenen und ehrlichen rassisten wenigstens ganz genau woran man ist und auf was man sich einstellen muss)

          http://www.welt.de/vermischtes/article139434902/Flakka-der-Drogen-Wahnsinn-fuer-fuenf-Dollar.html

          wer weiß/erkennt was ich meine kann rsich selbst 99 antirassistische-punkte geben und ruhig weiterschreiben . . .

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  4. Doch, wir als weisse Mittelklassekids müssen uns drüber um klaren sein, dass wir Vorteile haben, weil wir nicht dunkelhäutig, ja nicht mal südeuropäisch vorgebräunt sind. Und wir dürfen uns auch nicht beklagen, wenn uns jemand darauf aufmerksam macht. Wenn wir eine gerechte und freie Gesellschaft wollen (wollen wir ja angeblich), dann muss das für alle gelten, und wir müssen bei der Verwirklichung mitmachen.

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    • Ja, das müssen wir, da hast Du recht. Und ja, wir haben Vorteile. Aber das ändert nichts daran, dass dieser Cartoon nicht hilft, indem er diejenigen anklagt, die keine Schuld tragen. Ich sage hier bewußt „Schuld“, weil die Verantwortung, eine bessere Welt zu bauen, natürlich bei uns allen liegt.

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