Babel: Sicherheit für wohlhabende Radfahrer

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Wieviel ist uns sicheres Fahrradfahren wert? Noch 23 Tage, dann ist der Indiegogo-Spendenaufruf für die Erstfinanzierung des Babel Bikes abgelaufen. Anschliessend sollen sicherheitsbewusste Fahrradfahrer ein solches Zweirad für 1.999 Ausgesprochen Grosse Britische Pfund (umgerechnet 2775 Euro) erwerben können, um sich damit etwas höhere Überlebenschancen im Strassenverkehr zu erkaufen.

Das Babel Bike bringt tatsächlich zahlreiche Sicherheitsmassnahmen mit, allen voran der Überrollbügel und Abstandsrahmen, der verhindern soll, dass bei einem Zusammenprall mit einem Auto der Zweiradfahrer überrollt oder eingequetscht wird. Das Herausfallen verhindert dabei ein Sicherheitsgurt. Dazu kommen eine High-Tech-Lichtanlage, eine Hupe, die beim Aufprall automatisch auf die Gefahrensituation aufmerksam macht, ein tiefer Schwerpunkt, vollständig verkapselte Mechanik – im Ganzen also eine Mischung aus einem Fahrrad und einem Kabinenroller. Der Überrollkäfig ist so stabil ausgelegt, dass er einem Lieferwagen widerstehen kann.

Das alles ist sicher eine tolle Idee, die von begüterten Fahrradfreunden bestimmt begeistert aufgenommen wird, geht aber völlig am Problem vorbei: Autos (vor allem Lieferwagen mit typisch eingeschränkter Rundumsicht) überfahren regelmässig Radfahrer und Fussgänger, meistens durch einfaches Nicht-Beachten der Verkehrsregeln. Letztere sind vor allem dafür gedacht, dass Autos untereinander klarkommen – in einer Welt, die nur zu Fuss und mit dem Rad verkehrt, wäre eine Strassenverkehrsordnung nahezu überflüssig. Diesen Konflikt gilt es zu lösen, auch gegen den Widerstand der Autolobby, die jede noch so theoretische Einschränkung des Wildwest-Ideals von der freien Fahrt für freie Bürger als Zeichen der nahenden Apokalypse empfindet. Die Lösung sollte dabei nicht darauf abzielen, dass Autofahrer etwa keine Rechte mehr hätten, oder Autos überhaupt verboten würden, sondern dass einfach keine Leute mehr überfahren werden. Leicht gepanzerte Fahrräder sind hier nur eine Scheinlösung; eigentlich brauchen wir neue Regeln.

indiegogo via fastcoexist

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6 Kommentare

  1. 1. Lieber tot, als auf so einem Möchtegernbehindertenfahrrad gesehen zu werden!
    2. Was wir dem vollkommen idiotischen Fetisch „urbaner Individualverkehr“ so alles an Raum, Zeit, Geld und Lebensqualität opfern, nur damit Herr Gartenzwerg jeden Abend schön den Mittelklassewagen vom Büro in die Doppelgarage vor der Haustür und am nächsten Morgen wieder ins Büro fahren kann ist schlichtwegs wahnsinnig. Mehr als das. Die meisten Verrückten machen weniger bescheuerte Sachen – und richten um Grössenordnungen weniger Schaden dabei an.

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    • da kann ich beiden punkten nur vollkommen zustimmen. im besonderen punkt 2 !

      das rad ist ja wirklich einer der absolut hässlichsten seiner art die ich je gesehen habe. außerdem ist es als ob über dem kopf des fahrers allzeit ein schild mit der aufschrift
      „achtung hier fährt ein absolut unfähiger, ängstlicher kleiner vollpfosten auf einem. . .hmmm? soll das etwa ein fahrrad darstellen?“ hängen würde.

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    • Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Auf dem Ding muss man sich ja ähnlich fühlen , wie in einem Rollstuhl, wenn nicht noch schlimmer.
      Da sind wieder einmal Irre am Werk, die frei herumlaufen und dann solch einen“Fortschritt“ verzapfen.
      Aber es wird wahrscheinlich auch viele Bekloppte geben, die dieses Vehikel kaufen werden.
      Zum Vergnügen des Herstellers!
      Denn wenn man sieht, was die Leute sich andrehen lassen, dann kann man nur Bauklötze staunen.

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  2. „in einer Welt, die nur zu Fuss und mit dem Rad verkehrt, wäre eine Strassenverkehrsordnung nahezu überflüssig.“

    Negativ. Radfahrer fahren meisst jetzt schon so, als gäbe es keine Strassenordnung und am liebsten würde ich ihnen einfach meine Faust entgegenstrecken, dass sie in ihrer großkotzigen Art einfach selber reinfahren. Danach würde ich natürlich, um selber etwas beizutragen, auf die am bodenliegenden noch etwas eintreten.

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    • du bis ein von den „qualitäts-medien“ manipulierter armer kleiner tropf der nicht mal bemerkt das er manipuliert wird. einer von vielen millionen.opfern von „divide et impera“ und „halt du sie dumm – ich halt sie arm“ politik der oberen 10%. seit jahrzehnten wird ein millionenherr kleiner dummer bürger gegeneinander gehetzt in allen bereichen des lebens und dieses millionenherr von dummen kleinen bürgern fällt immer wieder aufs neue drauf herein . . .

      DENN

      . . . eigentlich sollte dir ohne studium klar sein das in DE ca. 90% (wenn nicht mehr) aller fahrradfahrer auch autofahrer. sind oder in einem familienverband oder anderer lebensgemeinschaft leben in deren mitten sich mindestens immer 1 oder mehrere autofahrer befinden.

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      • Mir egal, wenn du mir das nächste mal zu nahe kommst auf deinem drahtesel hast du meine faust in der fresse.

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