Der Satanische Tempel kämpft für Frauenrechte

tst

Satanisten in ihren verschiedenen Spielarten entpuppen sich beim nachfragen in der Regel als aufgeklärte, humanistisch orientierte Atheisten. Die natürlich keinen Gott der Finsternis anbeten, weil Anbeten schon mal doof ist. Zuallermindest. Statt dessen schwimmen die in den USA teilweise als Kirche anerkannten Jünger Satans auf der Woge der allgemeinen Religionsbegeisterung der Ultrakonservativen mit und führen diese ad absurdum. Neues, unterhaltsames Beispiel:

Das (angebliche) Recht, wegen seiner Religion alles mögliche anders machen zu dürfen, gegen das (angebliche) Recht, Frauen vorzuschreiben, was sie mit ihrem eigenen Körper machen können. Im konkreten Fall kämpft der lokale Tempel in St.Louis gegen die abtreibungsfeindliche neue Regel, dass zwischen der persönlichen Anmeldung in der Klinik und dem eingriff volle drei Tage verstreichen müssen – und das, obwohl es im ganzen Bundesstaat Missouri nur noch eine einzige zugelassene Klinik gibt, die Abtreibungen durchführen darf. Dies, so erklärt der Präsident des lokalen Satanstempels, verstosse gegen das religiöse Recht der 22jährigen Tempelangehörigen, und verweist im selben Atemzug auf das Spendenkonto, um die Frau bei den medizinischen Kosten zu unterstützen. Korrekt. Wo kann ich beitreten? Hail Satan!

jezebel, pic: the satanic temple

5 Kommentare

  1. Lieber Fritz, wir stimmen offensichtlich in manchem nicht ueberein, wie z. B.:
    A. „Dem (angeblichen) Recht, wegen seiner Religion alles mögliche anders machen zu dürfen.“
    – Das ist doch eine gewisse Verdrehung der Tatsachen:
    Die meisten wirklichen religioesen Regeln haben vernuenftige Grundlagen, die der Gesundheit oder Gesellschafts-Fairness dienen – zwargelegentlich ueberholt sein koennen, oder der Anpassung beduerfen, aber keineswegs Erfindungen gegen Frauen sind.
    „Alles nach eigenem Willen und Wuenschen zu tun“, ist doch eher das Verlangen unserer „neuen Menschen“ ohne Geschlecht (und allem damit Verbundenen), aber mit viel Lust.
    B. „Dem (angeblichen) Recht, Frauen vorzuschreiben, was sie mit ihrem eigenen Körper machen können.“
    – Darum geht es in all dem „Recht der Abtreibung“ nicht, sondern um das ‚Grundrecht zum Leben‘, das auch Ungeborenen Menschen zusteht – also um die Ausschliessung von Selbstsucht und ‚Totaler Macht ueber Leben und Tod‘!

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  2. …“aber keineswegs Erfindungen gegen Frauen sind.“

    Du hast vergessen zu erwähnen, dass es ja auch noch nieeee vorgekommen ist, das diese so vernünftigen Regeln dazu missbraucht wurden um Frauen zu unterdrücken.

    Diesem ganzen Reborn-Christ-Gesockse geht es doch einen alten Dreck um das oh so heilige ungeborene Leben. Wie alle anderen Arschlöcher wollen sie Macht ausüben über andere.

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  3. Spätestens seit der Geschichte mit der Statue in Oklahoma bin ich großer Fan von dem, was die da auf die Beine stellen.

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  4. Ursprünglich war Satan ja auch nie eine böse Gestalt. Alles was er tat war den Menschen zum Nachdenken anzuregen (ihn auf die Probe zu stellen, von göttlichen Geboten abzuweichen). Gott hingegen beging ja bekanntlich Massenmorde und allerlei, also ist er eigentlich das Böse.

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    • Dazu braucht’s sowenig einen „Satan“, wie es einen Gott dazu braucht. Dazu braucht es Verstand, Ratio. Also genau das, was die Kreuzfuchtler dem Menschen in letzter Konsequenz abzusprechen versuchen. Und was die „Gesundheitstips“ betrifft: Vielen herzlichen Dank, aber wenn ich krank bin, gehe ich zum Arzt und nicht zum Weihrauchschwenker.

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