Online-Werbung in der Post-Internet-Ära

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Ja, das hier ist eine wichtige Entwicklung. Zum Verständnis: Das Internet, wie wir es kennen, ist eine Kulturtechnik, die mit Hilfe von PCs (und Notebooks) Webseiten und Emails (und RSS-Reader etc) nutzt. Dieses Internet der ersten Generation ist aber bereits dabei, zu veralten und einem Internet der zweiten Generation zu weichen, das eine andere Kulturtechnik nutzt. Nämlich Apps auf Smartphones (und Tablets). Das heisst, dass die heutigen Teenager (und angrenzende) Internet ganz anders erleben als wir, die wir mehrheitlich noch ohne Internet sozialisiert wurden.

Online-Werbung ist etwas, das wir alle lästig finden (oder wer von euch hat innerhalb der letzten Jahre auf ein Banner-Ad geklickt und anschliessend den Eindruck gehabt, eine wertvolle Information erhalten zu haben?), das aber das Internet (wie wir es kennen) finanziert (oder wer von euch hat in den letzten Jahren Geld bezahlt, um eine Webseite anzusehen?). In der Post-Internet-Ära, oder dem Internet der zweiten Generation stehen andere Möglichkeiten zur Verfügung.

Ein Beispiel dafür: Auf der Messenging-App Kik (200 Millionen registrierte Nutzer) haben innerhalb von sieben Monaten nach Einführung von „Promoted Chats“ junge Menschen rund 350 Millionen Chatnachrtichten mit Bots ausgetauscht. Chat-Bots sind eine Erfindung aus dem letzten Jahrhundert (Alice), gelangen aber als App erst so richtig zur Blüte. Werbung wird heute (in der Post-Internet-Ära) also durch künstliche Personen (ohne echte künstliche Intelligenz, aber mit komplexen Anweisungen) betrieben. Chatbots gab es schon auf Webseiten, als Support-„Mitarbeiter“, aber nicht in dieser Grössenordnung. Und nicht als effektive Werbung mit Hilfe sprechender (chattender) Charaktere aus Filmen und Spielen, die so aus der Scheinwelt ihrer Existenz heraustreten und mehr oder weniger zusammenhängende Antworten geben. Natürlich wissen auch die 11jährigen, dass das alles nur Schwidnel ist. Aber transportiert unsere Welt eine grossen Schritt näher zu Technomagie von SciFi-Szenarien, die gemeinsam von Menschen und KIs bevölkert sind. Und es hebt Werbung auf ein neues Level. Ich bin gespannt, wir das weitergeht.

forbes, pic second life

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