Griechenland rettet unsere Demokratie

fe_syriza

Was wir nur aus dem Kino (und Comic, und Geschichtsbuch) kennen, die Story der „300“, passiert heute und vor unseren Augen. In unserer Welt. Während wir noch mit der Schreckensnachricht ringen, dass die TV-Rechte für die olympischen Spiele zukünftig bei einem US-Medienkonzern liegen, ist Griechenland wieder einmal dabei, die freie Welt vor einem dunklen Imperium zu retten. Im Ernst.

Tsipras, Varoufakis und die 300 Abgeordneten im griechischen Parlament (es sind wirklich 300!) stellen sich furchtlos den auf den ersten Blick übermächtigen neoliberalen Truppen der Troika entgegen. Eigentlich sollten wir Bewohner des zentraleuropäischen Prosperitätsgürtels das machen, wir könnten das mit geringerem persönlichen Risiko, aber gut, jetzt sind es wieder die freien Griechen, die die Kastanien aus dem Feuer holen.

Nein, die Rentner müssen nicht verhungern, nein, nicht auch die letzten Kranken­häuser werden geschlossen, die letzten gewinnbringenden Firmen verkauft, die Bevölkerung unter die Räder der Finanzmaschine geworfen. All das nicht. Statt dessen darf jeder Grieche (auch die Superreichen) nur noch 60 Euro pro Tag von der Bank abheben, die Börsen des Planeten zittern vor Angst, und der virtuelle Staatsbankrott rückt stündlich näher. Virtuell deswegen, weil in einem solchen Fall nichts passieren würde. Ausser, dass die deutschen, französischen und britischen Banken dreihundert Milliarden Euro als Verlust abschreiben müssen. Was eben passieren kann, wenn man sich verspekuliert. Für die Griechen bedeutet dieses mutige „Nein!“ höchtens, dass sie keine neuen Schulden bei deutschen, fran­zösischen oder britischen Grossbanken mehr machen können. Nur noch bei russischen, chinesischen, brasilianischen, arabischen (etc). Was wir heute erleben, was uns gerade als „Griechische Schuldenkrise“ verkündet wird, sind die Thermo­pylen unserer Epoche, an welchen Tsipras, Varoufakis und die furchtlosen 300 Hellenen den unaufhaltsamen Eroberungszug der neoliberalen Troika aufhalten.

Das Syriza-Bekenner-Tshirt hab ich von Ebay. Das pic ist von mir und cc by.

28 Kommentare

  1. Ich glaube eher deine Ideologie hat dich blind gemacht für Tatsachen.
    1.) Griechenland tritt der EU bei und erhielt Kredite um die Infrastruktur aufzubauen.
    2.) Griechenland verwendete besagte Kedite um dem Wahlvolk Geschenke zu machen.
    3.) Geldgeber wollen Kredit zurück.
    4.) Griechenland kann Kredit nicht bezahlen weil Geld nicht investiert sondern vergeudet wurde.
    5.) Kreditgeber gibt neuen Kredit um Volkswirtschaft anzukurbeln und verlangt Einsparungen um Griechenland wettbewerbsfähig zu machen.
    6.) Griechenland verweigert Einsparungen und verschwendet weiterhin Geld.
    7.) Kreditgeber werden sauer und fordern schnellstmöglich Umstrukturierung des griechischen Haushalts
    8.) Griechen geben der EU die Schuld und bezeichnen Deutsche als Nazis
    9.) Ideologisch verblendete Menschen die keine Ahnung von Wirtschaft haben, glauben Griechenland wäre ein Verteidiger von Kultur und Recht.

    In Griechenland gibts nicht mal ein Grundbuch. Dieser Umstand wurde bereits vor 5 Jahren (!!) angemahnt, bis heute wurde nichts gemacht. In 2010 wurde von Griechenland für mehr ha Fläche Agrarsubventionen beantragt als Griechenland GESAMT Fläche hat. Wie kann man bei solchen TATSACHEN noch eine Schuld der ominösen „neoliberalen Truppe der Troika“ suchen? Vor allem, weil die Troika erst gebildet wurde, nachdem Griechenland das Geld verschwendet hat und zahlungsunfähig war!

    Im übrigen finde ich den Vergleich mit dem Comic/Film 300 sehr seltsam. Waren doch die Spartaner die Blaupause für einen faschistisch militaristischen Staat, der die Eugenik (Aussortierung minderwertigen Lebens) angewandt hat.

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    • Gleich beim ersten Beitrag Godwin´s law bestätigt. Respekt, da hat es aber einer eilig…

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      • Bedeutet nicht, dass er nicht einen Punkt hat.

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      • Nicht er hat einen Nazi-Vergleich gebracht, sondern die Griechen.

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    • Aber zum Glück hat Schäuble ein Kataster und weiss wieviel Ackerland Griechenland wirklich hat… Das zeigt nur wiedermal, dass es des Deutschen Fritz‘ (sry fritz, diesmal bist du nicht gemeint ;) BRÜRDERLICHE PFLICHT ist Griechenland einfach mitzuregieren! Wir können sowas einfach besser. Wenn erstmal alle grieschischen Oliven der Größe nach sortiert wurden, werden dort unten schon bald blühende Landschaften entstehen!

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      • Schäuble hat auch keinen Kataster, aber es ist ja nicht schwer herauszufinden wie viel Gesamtfläche Griechenland hat und da Griechenland mindestens eine Stadt besitzt kann nicht die gesamte Fläche von Griechenland aus Ackerland bestehen.

        Ich glaube nicht, dass jemand fordert Griechenland zu annektieren. Wenn die Griechen es allerdings in 20 Jahren nicht schaffen alleine ein Kataster anzulegen, sollte man vielleicht Hilfe annehmen. Ein Kataster haben andere europäische Länder schließlich seit dem Mittelalter.

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        • Haben die wirklich ganz Griechenland als Ackerfläche angegeben?

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      • Ganz ehrlich? Stell dir einen Familienangehörigen (Griechenland) vor der drogenabhängig ist (Schulden) und jeder Hilfsversuch (zusätzliche Kredite, Schuldenschnitt, mehr Zeit) der Familie (EU) endet damit das er die Hilfen (Kredite) für mehr Drogen (Geschenke an die Wähler) verwendet und sich mit immer größerer Geschwindigkeit seinem Tode (Staatsbankrott, Aufstand der Bürger) nähert.
        Wäre es dann nicht irgendwann deine Pflicht deinen Familienangehörigen vor sich selbst zu schützen?

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        • Dein Beispiel hinkt gewaltig denn was dem Junkie sein Stoff ist, sind dem Schuldner neue Kredite.
          Anstatt weiterhin Geld in Form von Krediten nach zu schmeißen wäre eine Insolvenz nötig gewesen. Im Endeffekt begingen die Troika und die griechischen Regierungen Insolvenzverschleppung und profitiert haben davon nur die Banken denn deren Risiko das Kredite auch ausfallen können wurde durch das geflosssene Geld auf die EU Bürger übertragen.

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          • Aha … wenn also eine Insolvenz (kalter Entzug) das Richtige gewesen wäre, warum haben sich dann alle griechischen Politiker dagegen gewehrt? Warum will Varoufakis gegen ein Ausscheiden aus dem Euro klagen? Natürlich wäre eine Insolvenz richtig, aber was dann? Glaubst du wirklich, wenn das Land komplett Pleite ist, das dann die nötigen Umstellungen (Aufbau einer funktionierenden Verwaltung, Abbau von Bürokratie, Bekämpfung der Korruption) angegriffen werden? Geht das Land in die Insolvenz kannst du von Volksaufständen ausgehen! Muß ich an die angezündete Bank erinnern in der eine schwangere Frau gestorben ist (Mai 2010) ?

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          • Es wäre schon gut wenn du die Handlungen der verschieden griechischen Regierungen differenzieren würdest. Wenn du den Aussagen Varoufakis gefolgt wärst müßte klar sein das zumindest diese Regierung sich darauf eingelassen hätte wenn und da kommt mein zweiter Punkt die Insolvenz kontrolliert abgewickelt worden wäre.
            Deine Schilderung wäre die Konsequenz einer ungelenkten Insolvenz. Jeder (ich zB ) der schon in einem Unternehmen beschäftigt war und das im Rahmen der Insolvenz kontrolliert geführt wurde und dann saniert wurde weiß was ich meine.
            Leider wurde anfangs auf die falsche Strategie gesetzt was die Kosten weiter hochgetrieben hat ohne etwas an der Grundproblematik zu verbessern.
            Die Klage gegen den Ausschluß ist nur verständlich. Mit der Rückkehr zur Drachme wird die Rückzahlung noch illusorischer weil die Drachme massiv abwerten müßte aber die Kredite sich auf Euro beziffern. Ein Problem das aufgrund der Abwertung des Rubels viele Russen haben das sie Wohnraum über Dollarkredite finanziert haben.
            Ich würde keine griechische Regierung heilig sprechen aber es geht hier genauso um ein gesamteuropäisches Versagen.
            Wenn man sich aktuelle Äußerungen anschaut wird die Schuld im Moment gänzlich auf die aktuelle griechische Regierung abgeladen und das ist einfach nicht aufrichtig.

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  2. Machen wir uns nichts vor: Die Griechen sind reingelegt worden, und zwar zu Zeiten konservativer Regierungen. Man hat das Land in einem kalten ägeischen Krieg mit der Türkei allein gelassen und die dadurch bedingten Rüstungslieferungen (580 Millionen DMark, schreibt die Welt) mit Krediten gedeckt, aus welchen das Land nie wieder rauskommen konnte. Die Griechen sind an der „Krise“ ebenso wenig schuld wie Hunderttausende von US-Hausbesitzern an der Subprime. Es war ein Coup der Banken, was uns unsere privatwirtschaftlichen und staatlich gelenkten Medien natürlich nicht erzählen. Für mich sind Tsipras und Varoufakis Helden der modernen demokratischen Bewegung, die zentralen Figuren eines europäischen Frühlings.

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    • Sind sie verarscht worden? Ja. Auf der anderen Seite, wer hat denn diese Regierungen gewählt, wenn nicht das griechische Volk selber? Wohin die Reise geht, konnte jeder sehen, genauso, wie man sich bereits jetzt ausrechnen kann, was mit unserem Rentensystem ist, oder was mit dem Geld passieren wird, das den Griechen, sei es durch Kredite oder durch Garantien, von Deutschland zur Verfügung gestellt wurde – das ist nämlich weg.

      Und für 80 Milliarden kann man eine Menge Internetleitungen legen, Schulen bauen etc.

      Und wieso sollen Tsipras & V. jetzt die Retter der Enterbten sein? Weil mit ihnen wieder mal jemand den Griechen das sagt, was sie hören wollen, auch wenn’s einfach nicht stimmt? So inkompetent die Regierungen vorher waren, so brutal kompromisslos agieren die beiden jetzt, und ganz ehrlich – weder Griechenland noch den Griechen wird damit geholfen. Und dem Rest von Europa auch nicht. Die beiden sind keine Helden, sondern nur Leute, die den Mund zu voll genommen haben um an die Macht zu kommen und jetzt ihre Landsleute dafür bluten lassen – und einen Haufen anderer Menschen in Resteuropa gleich dazu.

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      • Nee, schau dir die Originalvertragsentwürfe an: Die griechische Regierung hat über 90% davon mitgetragen, aber eben nicht immer weiter steigende Forderungen, die das Land völlig ruiniert hätten. Hier gehts auch eigentlich gar nicht um Griechenland oder die korrupten bürgerlichen Regierungen in der Zeit nach der Diktatur, sondern um die deutsche Hegemonie in Europa. Da hatten die Griechen einfach Pech und waren die ganze Zeit am falschen Ort. Das Geld, das die Griechen zahlen sollen, damit sie neue Kredite bekommen, geht übrigens an unsre Banken, nicht in die griechische Infrastruktur.

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        • Ja, und die Kredite haben sie bekommen um die Infrastruktur aufzubauen – haben sie aber nicht. Und was bringt es wenn 90% von Forderungen eingehalten werden, wenn die wichtigsten (Abbau des aufgeblähten Staatsapperates, Bekämpfung der Korruption, Besteuerung von Milliardären) nicht eingehalten werden?
          Und natürlich geht das Geld das die Griechen zurückzahlen sollen an die Banken, die haben es denen ja schließlich GELIEHEN. Wer soll es denn sonst bekommen? Erklär mir bitte deine Gedankengänge, ich komm mit deiner Logik nicht klar.

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    • Niemand hat amerikanische Bürger gezwungen Häuser zu bauen die sie sich nicht leisten können und diese dann auch noch mit einer zusätzlichen Hypothek zu belegen, um sich weitere Konsumgüter zu kaufen. Es ist richtig, das die Banken diesen Leuten keine Kredite hätten geben dürfen, aber ich glaube (wohl zu Unrecht) daran das Menschen selbstständig denken können und zumindest halbwegs intelligent sind. Sie sollten also erkennen können wenn ein Angebot eben kein Schnäppchen sondern „Snake oil“ ist.
      Auch du solltest den von mir verlinkten Bericht lesen. Die griechische Regierung weigert sich z. B. auch deshalb ein Kataster zu erstellen weil die (Groß-) Grundbesitzer ihnen im Nacken sitzen. Genauso wie Griechenland sich weigert Milliardäre der Reedereien zu schröpfen. Nicht gerade das Verhalten von „Helden“.

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      • Wieder ein schlimmes Beispiel. Sicher waren auch die amerikanischen Kreditnehmer mitschuldig aber es waren die Banke die aus den Krediten faule Papiere generierten und verkauften.
        Die Kreditnehmer verloren ihre Häuser, wurden Obdachlos. Die meisten Banken wurden „systemrelevant“ und durch Rettungsschirme abgefangen.

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        • Asset-backed securities sind nicht per se „faule Papiere“. Sie wurden erst zur Falle, als eben ein Großteil durch die Kreditgeber nicht gedeckt war und weil sich der Immobilienmarkt nicht wie erwartet entwickelt hat. Was ja verständlich ist, schließlich kann ein Kurs nicht 30 Jahre steigen ohne irgendwann auf ein „gesundes“ Maß einzubrechen. Ich will die Banken auf keinen Fall von der Schuld freisprechen, weiß Gott nicht. Wobei hier (m. M.) nach die Frage gestellt werden muß, wer die schlimmeren „Verbrecher“ sind. Die americanischen Banken die diese ABS zusammengestellt haben, oder die deutschen, die sie ohne Prüfung aufgekauft haben. Was ich persönlich schade finde, ist das die Banken sich nicht um ihr Image kümmern. So weiß z.B. so gut wie niemand das die Commerzbank ihre Schulden komplett an den Staat zurückgezahlt hat. Was sie ja auch nur gemacht haben um wieder massive Boni zahlen zu können. C’est la vie, ich nehme meine „Siege“ wo ich sie kriegen kann.

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    • @ Fritz Ja, für mich sind die beiden auch Helden. Und ich hoffe, dass Sie bis zu letzten Minuten diesem Pack – Merkel – Schäuble (der sollte seinen Hut nehmen und mit Mami in Urlaub fahren) Eu – EZB und wie sie alle heißen, den Stinkefinger zeigt .

      Auch hoffe ich sehr , dass die Griechen am Sonntag weiterhin zu Tsipras und Varoufakis halten, wenn auch der Drachme dann Gewissheit wird. Diese Volk ist belogen und betrogen worden.

      In diesem menschenunwürdigen Wirtschaftsverein des Euro wird nicht nur Griechenland vollends untergehen. Andere werden folgen. Und ich hoffe, dass es auch bei uns bald den großen Knall geben wird.
      Dann werden deu meisten Deutschen wieder einmal sagen. „ja, das konnten wir doch nicht ahnen“.

      „So gut“ wie es uns Merkelchen immer mit zugespitzten Fingerspitzen versichert, geht es auch den Deutschen nicht.
      8 Millionen Kinder unter der Armutsgrenze, schlecht bezahlte Jobs z. B. bei den Pflegeberufen et cetera et cetera ……

      Und 8,00€ Mindestlohn soll wohl ein Witz sein. Dafür wäre ich früher nicht einmal aufgestanden. Was für eine Rente haben denn diese Menschen zu erwarten? Wenn überhaupt eine.

      Diese gesamten Arschgeigen sollten mal ein halbes Jahr 8,50€ für ihre Tätigkeit bekommen. Dann wüssten sie vielleicht, von was sie reden.

      Außerdem sind 8,50 keine 16,00 DM .
      Lug und Trug wo man hinschaut.
      Ich hoffe sehr, dass dieser Laden bald zusammenstürzt. Denn davor haben diese Verbrecher Angst. Nicht dass es den Griechen jetzt schlecht geht.
      Die haben Angst, dass ihre künstlich am leben erhaltenen Banken jetzt in den Abgrund segeln und immer mehr Länder sich nicht mehr diesen Bedingungen fügen werden.

      Sparen, sparen sparen – auf Kosten der Ärmsten!

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      • Ich finde dieses Geheule um die armen, armen Arbeitnehmer so geil! Wirklich, jedes mal wenn jemand meint das seit Hartz IV die AN in Deutschland immer mehr abgezockt werden bekomme ich einen Harten in der Hose.
        Warum?
        Weil ich ein herzloser neoliberaler Finanzhai bin der sich am Leid anderer aufgeilt?
        Nein. Ich bin/war Koch. Für ganze 15 Jahre. Ich habe 50-60 Stunden die Woche gearbeitet obwohl nur 40 bezahlt wurden, ich habe jedes Wochenende und Feiertag gearbeitet, Teildienst (9-14.30 und 17.30-22.30) war der Standart. Allein in einem Saisonbetrieb in Österreich habe ich in 4 Monaten 300 Überstunden geleistet um die mich der Hotelier betrügen wollte. Für das Ganze gabs dann zwischen 1200 und 1500 € netto. Und ihr glaubt euch geht es schlecht?

        Den Leuten in der Gastronomie gehts seit 30 Jahren so schlecht. Jetzt bekommt ihr mal zu spüren wie eure Schnitzel mit Pommes für 6,50€ zu stande kommen.

        Oh, und noch was: Ich weiß genau das ihr euch jetzt denkt das ich selbst schuld bin, was arbeite ich halt in so billigen Kaschemmen?
        Eben nicht. Die billigen Läden zahlen meist sogar besser. In meinem letzten Job in Deutschland war ich Sous Chef in einem 5 Sterne Hotel in Bayern. Das war die meiste Arbeit für das wenigste Geld.

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        • Wenn Sie in den Luxusrestaurants für so wenig Geld arbeiten, sind Sie wirklich selbst schuld. Sie machen ja so etwas erst möglich.

          Warum nennen Sie und Ihre Kollegen nicht Ihren Preis.
          Diese Aasgeier sind doch auf Sie angewiesen, sonst können sie den Laden dicht machen.

          Ich weiß durch Bekannte, dass dieser Job wirklich miserabel bezahlt wird. Einer arbeitet in Süddeutschland als Chefkoch, oder Sous Chef, was immer das sein mag – ein anderer junger Mann, bei Adlon als Koch auch in der höheren Region.

          Die Überstunden machen fast mehr aus, als die regulären Arbeitsstunden.

          Aber warum machen Sie das, verdammt noch mal?
          Nur weil das ein berühmter Laden ist?

          Auch die Zimmermädchen werden im Adlon saumäßig schlecht bezahlt. Die Besitzer und Manager sollten sich schämen, die Menschen so auszubeuten.

          Aber Sie lassen sich ausbeuten! Und das ist genau so schlimm.

          Übrigens, ich esse kein Schnitzel mit Pommes für 6,50€. Da würde sich mein Magen umdrehen.
          Aber im Adlon wird man kaum ein Schnitzel mit Pommes zu diesem Preis bekommen. Was meinen Sie?

          Ich gehe auch zu keinem Billigfriseur, wenn ich schon mal meine Haare alle 6 Wochen schneiden lasse, weil ich das nicht selber kann.

          Meine Meinung ist: Wenn man eine gute Ware verlangt, dann soll man auch einen guten Preis dafür zahlen und nicht dauernd „Geiz ist geil“ schreien.
          Geiz ist grauenhaft und unsozial den anderen gegenüber und wird uns eines Tages Kopf und Kragen kosten.

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          • Der Grund ist ganz einfach zu benennen: Wir Köche sind Künstler. Wir sind Getriebene unserer eigenen Wünsche und Triebe. Wenn ich Gardemanger (der Posten der für Salate und Vorspeisen) nach drei Tagen Vorbereitung (also um die 35-40 Stunden pro Person) ein Galabuffet zusammengebaut habe, habe ich eine Ahnung wie sich Leonardo Da Vinci gefühlt haben muß als er die Fresken der sixtinischen Kapelle beendet hat.
            Wir lieben die Arbeit, die Kreativität, das Chaos, die Zusammengehörigkeit der Mitarbeiter ……
            Ich liebe den Beruf bis heute und denke gern an die Zeit zurück. Aber ich mußte halt feststellen, das Freunde von mir mit 30 ein Haus gebaut haben, während ich Probleme hatte meine Miete zu bezahlen.

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  3. @derseltsamedoktor von 30. Juni 2015 21:41
    Ich glaube ich kann nicht mehr auf deinen letzten Kommentar antworten, sieht so aus, als hätten wir die Kommentarfunktion ans Limit gebracht :-)
    Ja, ich gebe zu, ich schere alle griechischen Regierungen der letzten 10 Jahre über einen Kamm. Das mag ein Fehler sein, ich persönlich bin der Meinung es ist legitim, schließlich machten/machen sie alle die selben Fehler.

    Ich habe es zwar nicht mitgemacht, aber ich weiß durchaus was eine Planinsolvenz (amerikanisches Vorbild war die „Chaper 11“) ist.
    Wäre auch eine Möglichkeit, wahrscheinlich sogar eine gute. Nur gibt es dabei ein Problem:
    Eine Insolvenz, auch eine geplante, braucht einen externen Insolvenzverwalter, gerade wenn es um einen Staat geht. Denn ist der Insolventverwalter wieder „nur“ ein Politiker des entsprechenden Landes wird er wieder nicht die schweren (aber nötigen) Einschnitte vornehmen weil er und seine Partei ja wiedergewählt werden wollen.

    Also bräuchte man einen externen Verwalter, einen der unabhängig von der Wählergunst agieren kann, also einen Technokraten.

    Dann kommt aber wieder der Vorwurf, das die EU (allen voran Deutschland) angeblich Griechenland „zur Kolonie“ machen und fremdbestimmen wollen. Was natürlich Blödsinn ist, aber zugegeben, demokratisch wäre es nicht.

    Aber wie ich eben schon in meinem „Drogenabhängigen Beispiel“ verdeutlichen wollte: Griechenland ist am Rand der Selbstzerstörung, zu seinem eigenen Besten und dem der EU/Euro muß jetzt jemand was unternehmen. Und m. M. nach sollten es nicht die Leute sein, die den Karren erst in den Dreck gefahren haben. Die hatten jetzt 10 Jahre Zeit.

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  4. @Wolfgang Schaeble

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    • Jesus Christ, Max Headroom? Hab den Kerl seit garantiert einer Dekade nicht mehr gesehen.
      Nun, wenn das ihr Beitrag zu der Diskussion ist, zeigt das sehr gut ihren mentalen Reifegrad und das Leute wie sie nicht über Wirtschaft reden sollten, weil es eindeutig über ihren Horizont hinaus geht.
      Somit geben sie mir also Recht.

      Schönen Tag noch.

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  5. Ich kann nur hoffen, das das griechische Volk am Sonntag nicht vor dem goldenen Kalb einknickt.
    Dann gibt es bei den nächsten Verhandlungen, wer immer sie auch führen mag, nichts zu lachen. Hoffentlich ist sich das griechische Volk darüber im klaren.
    Dann werden von der Gegenseite – vor allem diese Lagarde – die Sau erst richtig rauslassen.
    Die gesamte Bande sollte man teeren federn und durch die Straßen jagen.

    Das bei einem „Ja“ Varoufakis und wohl auch Tsypras gehen werden, ist eigentlich klar.
    Die beiden haben Stolz und Ehrgefühl – nicht wie dieser kriminelle Haufen, der Griechenland von Anfang an in die Knie zwingen wollte und es ja auch geschafft hat.
    Wenn die Griechen trotz der Not, „Nein zum Euro“ sagen, wird das Volk und seine Regierung in die Geschichte eingehen.

    Selbst ein am Boden liegende besiegtes Griechenland ist immer noch lebendiger , als wir es je gewesen sind und sein werden.

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  6. @ Wolfgang Schaible vom 2. Juli
    Mir ist bekannt, dass Köche Künstler sind Sie leben für Ihren Beruf und müssen somit auch das Chaos lieben. Wo kämen sie sonst hin.
    Auch ich habe in einem künstlerischen Beruf gearbeitet. Beim Theater. Zur damaligen Zeit – wie das heute ist, weiss ich nicht.,
    nagten kleine Theater am Hungertuche.
    Der Regisseur bekam nicht mehr als die Schauspieler. Sie aber arbeiten für Restaurants und Hotels, die das Geld (z.B.Adlon) Sackweise scheffeln und das dürfen Sie nicht hinnehmen, bzw. hätten Sie nicht hinnehmen dürfen.
    Gerade, weil Köche ihren Beruf so lieben, ich kenne keinen, der den Beruf nicht liebt, dürfen Sie das den Aasgeiern nicht durchgehen lassen. Wenn Sie sich da einig wären – gewesen wären, würden diese Ausbeuter ihr Verhalten auch ändern.
    Diese Berufe schlauchen ungemein wie Die Pflegeberufe. Da ist man mit 50 -55 am Ende. Also, verteidigen Sie diese Ausbeuter nicht .
    Aber Sie arbeiten inzwischen ja nicht mehr als Koch. Hoffentlich haben Sie jetzt einen angenehmen Job und verdienen damit mehr als früher. Das wünsche ich Ihnen.

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