Yeah: Gema verliert gegen Youtube

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Das Landgericht München hat gestern entschieden, dass die Gema keine frei erfundenen Millionenzahlungen von Youtube bekommt. Die Musik­verwertungs­gesellschaft denkt jetzt, nach eigenen Angaben, über weitere Schritte nach. Der Streitwert betrug 1,6 Millionen Euro, für 0,375 Cent pro Abruf von 1000 willkürlich ausgesuchten Musikvideos.

Das würde bedeuten, dass ich ein Video 266 mal ansehen soll (oder 266 verschiedene), damit die Gema einen Euro von Youtube erhält und diesen dann nach intransparenten Berechnungen an Freunde und Bekannte des Vorstands auszahlt. Überwiegend. So sieht das jedenfalls von aussen aus. Für Youtube würde diese Forderung allerdings bedeuten, dass nicht nur einzelne, sondern alle Videos für den Abruf aus Deutschland gesperrt würden (Geoblocking). In anderen europäischen Ländern gibt es übrigens schon Verträge zwischen Youtube und den jeweiligen nationalen Verwertungsgesellschaften, hier bezahlt Youtube einen Teil der Werbeeinnahmen.

Nur die Gema kriegt den Rachen nicht voll. Ausser, die Gerichte entscheiden anders, was übrigens eine wirklich grosse Sache ist, weil bisher die Gema eigentlich immer vor Gericht gewonnen hat. Tja. Glückssträhne vorbei. Willkommen in der Wirklichkeit.

Und was die Tantiemen für Youtube-Abrufe betrifft, mir wäre es lieber, die Videoplattform würde mit den Urhebern direkt abrechnen. Das wäre genauer und gerechter als über den Umweg Gema.

via zeit, heise, pic thinkgeek (29,99 USD), in Anlehnung an das Pferdekopflogo der Gema

3 Kommentare

  1. ja ja, willkommen in der wirklichkeit:

    Das Oberlandesgericht Hamburg hat heute die Urteile des Landgerichts Hamburg bestätigt, denen zufolge der zum Google-Konzern gehörende Video-Hoster YouTube von Nutzern hochgeladene Videos für den deutschen Raum sperren muss, wenn diese unlizensiertes GEMA-Material enthalten. Diese Pflicht gilt ab Kenntnis, wobei YouTube in gewissem, zumutbaren Umfang auch verpflichtet ist, die Beachtung der Verwertungsrechte zu prüfen und zu überwachen, etwa durch automatisierte Filter. (Az. 5 U 87/12 und 5 U 175/10).

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  2. solange es „spender“ gibt die sich bei der gema anmelden wird das system funktionieren.

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