Die Griechenland-Eurozone-Krise aus US-Sicht

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Während die deutsche Presse (vom linken Rand mal abgesehen) noch verständnislos Richtung Athen starrt („Wie können die nur NEIN sagen? Wir sind doch die Guten“!“), analysiert die US-Presse schonungslos das Geschehen. In Kurzform: Die Deutsche Bundesregierung (als Zentralbüro der Eurozone) hat Griechenland an die Wand gefahren, um selber heil aus der Suprime-Finanzkrise rauszukommen.

Die Griechen hatten keine Chance, eben weil sie im Euroraum stecken. Und obwohl sie sich mehr angestrengt haben als andere EU-Problem­länder, sind sie trotzdem zum Abschuss freigegeben worden. Bild oben: Anleihen-Zinsentwicklung, Bild unten: Griechische Staatsausgaben. alles via vox

greece gov spending

6 Kommentare

  1. die grosszügigen europäer gegen die faulen griechen, die partout nicht einsehen wollen, was doch eigentlich zu ihrem besten ist. zocker, chaostruppe, dilettanten, schurken. die spitzenpolitiker und kommentatoren (allen voran die bayerischen vollhorsts) haben jetzt jede zurückhaltung abgelegt, wenn es um kritik an der vom griechischen volk gewählten regierung geht. geht es tatsächlich nur ums geld, oder eher doch darum, eine linke regierung loszuwerden, die sich dem (placebo)spardiktat einfach nicht beugen will?

    wie sah das so grosszügige angebot der europäer wirklich aus? gab es ein hilfsprogramm über 35 milliarden wirklich? in dem verhandlungspapier kommt die 35-milliarden-hilfe jedenfalls nicht vor. es soll keine rentenkürzungen gegeben haben? was steht im verhandlungsdokument? die krankenkassenbeiträge für rentner sollten steigen und die zuschüsse für niedrige renten sinken – eine faktische rentenkürzung. und der höhere mehrwertsteuersatz? warum verschweigen die meisten deutschen medien diese fakten?
    mehr hierzu: https://campogeno.wordpress.com/2015/07/08/vertragt-europa-keine-demokratie/

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    • Europa verträgt die Demokratie, m.M. nach sogar sehr gut. Das Problem ist nur wenn ein Volk für die Entscheidung eines anderen Volkes zahlen soll.

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  2. Eine eher merkwürdige Interpretation der Tatsachen. Ich zitiere mal aus dem von dir verlinkten Bericht:

    “ Before Greece joined the Eurozone, investors treated it as a middle-income country with poor governance — which is to say, a credit risk. After Greece joined the Eurozone, investors thought that Greece was no longer a credit risk — they figured, if push came to shove, other Eurozone members like Germany would bail Greece out.“

    Den deutschen Bürgern wurde bei der Euroeinführung versprochen das sie nicht für die Schulden anderer Länder zahlen müßten. Was hätte Deutschland also tun sollen?
    Einen korrupten Staat ohne funktionierende Verwaltung subventionieren, entgegen aller Versprechen ihrer Bürger gegenüber?

    Im Jahr 2010 galt Griechenland (laut Transparency international) als die Nummer 78 in einer Liste der 178 korrupten Länder und sogar 2014 sind sie noch auf einem erbärmlichen 69. Platz, hinter Ländern wie Georgien, Samoa, Namibia, Rhuanda, Bulgarien, Ghana, Cuba Oman.

    Besonders seltsam ist dieser Teil unter Punkt 3:
    „Greece’s problems are often framed as a financial crisis, or a political crisis. But what they really are is a human crisis.“

    Aha …. nun, die Krise wurde durch korrupte verfilzte Politiker verursacht die einen ineffizienten aufgeblähten Staatsapparat aufgebaut haben und somit ihren Staat in die Insolvenz getrieben haben. Wieso soll das keine Finanz- oder Politikkrise sein?
    Sicher, die Menschen müssen jetzt leiden, aber verursacht wurde die Krise von der unfähigen, korrupten (linken) Regierung.

    Ließt man den gesamten Bericht, so kommt man unter Punkt 11 ganz schnell auf das zweite große Problem Griechenlands: „11) Greece is crap at collecting taxes“. Ich überlaße es jetzt mal den Lesern diesen Punkt genauer zu untersuchen.

    Sehr schön auch dieser Satz unter Punkt 12:
    „The prosperity of seven years ago was a bubble, driven by imprudent lending and dodgy government finances. Meanwhile, though Greece is a lot poorer than it was it’s not actually a poor country in the global sense.“

    Tl;dr
    Bevor ich neue Luft in einen Reifen pumpe, muß ich erst mal das Loch stopfen und: Warum eigene Fehler eingestehen, wenn ich die bösen, bösen Banken beschuldigen kann?

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    • Du pickst dir auch das raus, was dir mit deinen Ansichten kompatibel erscheint, hm? Lies ruhig den ganzen Quellenartikel…

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      • Ich habe ihn gelesen und genau wie du (!!) meine Rosinen gepickt. Nur verdammst du pauschal die Geldgeber und die Banken, während ich diejenigen verdamme die das geliehene Geld in die eigenen Taschen gesteckt haben.
        Und Tatsache: Solang EU-Geld nicht für den Aufbau verwendet wird, sondern auf Schwarzgeldkonten landet, macht es keinen Sinn mehr Geld in einen maroden Staat zu pumpen.

        Als erstes müßte das ganze Fakelaki, Rousfeti und 4-4-2 System verschwinden, dann kann man denen wieder Geld geben.

        Im übrigen, bitte erklär mir dieses Statement von dir:

        “ Die Deutsche Bundesregierung (als Zentralbüro der Eurozone) hat Griechenland an die Wand gefahren, um selber heil aus der Suprime-Finanzkrise rauszukommen. “

        Wie hat Deutschland „Griechenland an die Wand gefahren“, was hat Deutschland getan, welches „Verbrechen“ hat Deutschland begangen um Griechenland zu „zerstören“ ?

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