Warum bist du so wütend? Gamergate, Pegida und was wir dagegen tun können

Der US-Videoblogger Ian Daskin hat vor einigen Tagen seinen Youtube-Sechsteiler „Why are you so angry?“ fertiggestellt und veröffentlicht, in dem er sich vor allem mit der Geschichte und Psychologie von Gamergate beschäftigt. Die angebliche Empörung über niedrige ethische Standards im Videospielejournalismus, die aber zu 99% aus Hasstiraden und Morddrohungen gegen Frauen bestand, wenn sie es wagten, den sprichwörtlichen Platz am Herd zu verlassen und statt dessen ihre eigene Meinung zu Spielen und der Spieleindustrie öffentlich zu äussern.

Ian bringt im gut aufbereiteten Zyklus um seine Kunstfigur Angry Jack exzellente Argumente dazu, wie so eine negative Subkultur entstehen kann, wovon sie sich nährt und woran sie zu zugrunde geht. Tatsächlich kann man alles, was Ian so fundiert zu Gamergate aufzählt, auch über andere Hate Groups wie Pegida sagen:

Lauter Leute, die sich für „ganz normal“ halten, unter der diffusen Angst leiden, ihre zahlreichen Privilegien zu verlieren und denen kein Scheinargument zu erbärmlich ist, um den erhöhten moralischen Standpunkt zurückzugewinnen, der ihnen nach Eigenansicht eigentlich zustünde, weil sie ja eigentlich gute Menschen seien. Reale Probleme werden dagegen grossflächig verdrängt, mit dem Scheinargument, dass alle, deren Meinungsäusserung oder blosse Anwesenheit einem Unbehagen bereitet, automatisch moralisch tieferstehend seien. Was wir anderen, die Mehrheit, dagegen tun können? Zivilcourage. Gegen Gamergate, Pegida und alle anderen Überlegenheitsideologen dieser Welt. Ich hab mir alle sechs Teile mit grossem Vergnügen angesehen und lege euch ans Herz, dasselbe zu tun.

2 Kommentare

  1. Meiner Meinung nach haben alle Bewegungen die darauf aus sind Dinge zu verändern das selbe Problem. Es gibt einen Kern Wahrheit und ehrliche Besorgniss. Dieser Kern wird aber schnell von einem Haufen Shitheads umzingelt. Diese Shitheads sind dann alles was die breite Öffentlichkeit wahrnimmt.
    Das ist bei „politisch unkorrekten“ Bewegungen wie PEGIDA und Gamergate passiert, aber auch der Blockupy Bewegung. Zu jeder Protestaktion kam der Schwarze Block, hat massiven Sach- und Personenschaden verursacht und niemand hat mehr über die eigentlichen, legitimen Anliegen der ursprünglichen Protestbewegung geredet.
    Im Kern war Gamergate eine wichtige, wenn nicht sogar notwendige, Sache. Aber leider kamen dann die ganzen Shitheads unter ihren Steinen hervor und haben ihre Frustration und Angst vor Veränderung an den Leuten abgelassen.
    Das ändert aber nichts an der Sache das ich Sarkeesian nicht ausstehen kann.
    Sie ist m.M. nach eine Fundamentalistin. Sobald man auch nur andeutet das sie nicht zu 100% Recht hat ist man automatisch der Feind, ein Frauenhasser, wenn nicht sogar ein zukünftiger Vergewaltiger.

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    • Danke, diese Analyse gefällt mir, auch wenn ich zu wenig von Frau Sarkessian gesehen habe, um mir ein Urteil fällen zu können.

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