Sex, Soziologie und Videospiele

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Das US-Forschungsinstitut Quantric Foundry beschäftigt sich ausschliesslich mit Nutzern von Computer- und Videospielen und ihrem Verhalten. In einer aktuellen Veröffentlichung beschäftigen sich die Gründer Nick Yee und Nicolas Ducheneaut mit Geschlechterunterschieden im Gaming. Dazu sind eine Vielzahl an Gerüchten und Mythen im Umlauf, die sich allerdings bei einer statistischen Auswertung von über 100.000 Studienteilnehmern schnell verflüchtigen sollten. Bei einer Gegenüberstellung der Bewertung von 12 Motivationen durch männliche und weibliche Gamer fällt zunächst auf, dass für Frauen eher Design, Phantasie und Erreichen von vollständigen Lösungen im Vordergrund zu stehen scheinen, während nach Eigenangaben Männer eher zerstören, entdecken und planen wollen – die grössten Geschlechter­unterschiede scheint es bei Wettbewerb und Heraus­forderungen zu geben (pic mitte).

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Diese Differenzen schrumpfen allerdings auf Null, wenn man auch die Altersstruktur berücksichtigt – dann sind etwa am Thema Wettbewerb Männer in einer Alters­gruppe unter 24 Jahren weit mehr interessiert als Frauen, was sich allerdings mit zunehmendem Erwachsenwerden ausgleicht und im Alter über 65 Jahren sogar umkehrt (pic unten). Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind statistisch grösser als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das zieht sich durch alle Motivationen für das Spielen von Computer- und Videospielen. Und selbst im Bereich der grössten Unterschiede zwischen von Männern und Frauen bevorzugten Spielegenres liegt die statistische Übereinstimmung zwischen beiden geschlechtern immer noch bei 87 %. Die Betrachtungder Zahlen zeigt uns also: Ja, es gibt Unter­schiede zwischen den Geschlechtern, auch bei Games, aber diese Unter­schiede sind ziemlich klein, und kleiner als die Unterschiede zwischen jungen und älteren Gamern. Das sollte einiges Licht ins Dunkel aktueller Geschlechterdiskussionen gebracht haben.

quanticfoundry, pic oben aus dem trailer zu gtfo

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2 Kommentare

  1. wenn man nun die thesula aufnimmt, das geschlecht nur anerzogen wäre, dann würde diese studie z.b. unterstützen, dass wir unsere kinder anders erziehen als wir selber leben/denken?

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    • ich denke, so einfach ist es nicht. Eher, dass es eine Veränderung der bevorzugten Unterhaltung über die Jahre hinweg gibt. Es gibt sicher irgendeinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Nur eben keinen sehr grossen.

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