„Happy Birthday“ ist endlich frei

choir

Das weltbeliebteste Geburtstagslied „Happy Birthday“, auch in Übersetzung, kostete bisher bei jeder öffentlichen Aufführung Tantiemen. Weil der Verlag Warner/Chappell nach Eigenangaben die Rechte an dem von Mildred and Patty Hill im späten 19. Jahrhundert geschriebenen Song besass. Jetzt urteilte ein Bezirksgericht im son­nigen Kalifornien, dass die Rechte hinfällig seien und der Song daher gemein­frei.

Also wird es nur noch ein paar Jahre dauern, bis auch die deutsche Gema das zugibt, dann können wir uns wieder unbeschwert gegenseitig Geburtstgsständchen singen, auch wenn Fremde zuhören oder jemand mitfilmt. Im Ernst: Das Urheber­recht ist an dieser Stelle ein Witz. 70 Jahre nach dem Tod des Autors noch Geld an Konzerne bezahlen? Gehts noch? 10 Jahre nach Erschaffung des Werks sollten genügen. Oder lasst es, wie bei Patenten für 20 Jahre, maximal (in besonders schweren Fällen) 25 gelten. Mehr muss nicht sein, egal, welche Art von geistiger Leistung. Und das sag ich als hauptberuflicher Urheber…

torrentfreak, pic pd

2 Kommentare

  1. Also ich habe es so verstanden, dass das Lied NICHT public domain ist, es ist IM MOMENT nur nicht bekannt wer das Copyright hält.

    Bei den Patenten gebe ich dir Recht, mit einer Ausnahme:
    Medikamente

    Nehmen wir als Beispiel ein Medikament gegen Alzheimer. Ein Unternehmen entwickelt ein Medikament das den Ausbruch der Krankheit verlangsamen, wenn nicht sogar verhindern kann.
    Bevor man eine Studie (die man ja braucht um das Medikament verkaufen zu können) anfängt, wird das Patent erteilt.

    Dieses Patent läuft während der Studie. Wenn die Studie jetzt (was z.B. bei Alzheimer nötig wäre) 20, 25 oder 30 Jahre läuft, schließlich geht es um die Langzeitwirkung, dann ist das Patent abgelaufen, bevor man das Medikament verkaufen konnte. Außerdem bleibt man komplett auf den Kosten sitzen.

    Und Medikamentenstudien sind nicht grade billig. Btw, bevor jemand damit kommt, ja, ich weiß das viele Medikamentenstudien nach Indien ausgelagert werden und das da erst vor kurzem hunderte Medikamente die Zulassung verloren haben.
    Und ich weiß auch von dem Investorenarsch der jetzt den Preis für ein AIDS MEdikament um 5000% hochgesetzt hat.

    Ja, Patente kann man mißbrauchen, ja, es passiert sehr oft. Aber wer soll denn dann sonst bitte die Medikamente entwickeln?

    Wenn ihr ne bessere Lösung habt, bitte sehr, her damit.

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    • Die Komponistin von Happy-Birthday starb 1916, der Song ist also seit 1986 gemeinfrei. Die Originaltexterin starb im Mai 46, der Text hat damit ab nächstem Mai (2016) keinen urheberrechtllichen Schutz mehr.

      Medikamente werden überwiegend in Universitäten entwickelt und geprüft. Pharmakonzerne geben nachweislich weit mehr für Marketing als für Forschung aus. Es ist kein Schaden, wenn ein Medikamenten-Monopol nach spätestens 25 Jahren ausläuft.

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