Mehr Verletzte und Tote bei Autounfällen durch TTIP

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Der VW-Diesel-Skandal (#dieselgate) ist zwar hysterisch und möchte über den Umstand hinwegtäuschen, dass Dieselabgase seit jeher weit mehr krebserregende Stoffe enthalten als Benzinverbrennung das verursacht – hat aber auch sein Gutes. Indirekt. Die Presse wurde nämlich auf weit grössere Skandale aufmerksam. Eine ganze Menge. Und alle heissen: TTIP. Wie das geht? So geht das:

Nachdem knapp 50% des angeblichen Wirtschaftswunders nach Abschluss TTIP-artiger Verträge auf einen erhofften Boom der Autohersteller entfallen sollen, liess die US-amerikanische Alliance of Automobile Manufacturers (AAM) ein Gutachten anfertigen. Die von renommierten Experten der University of Michigan (Transportation Research Institute) und der Chalmers University of Technology in Göteborg, Schweden (SAFER transportation research centre) erstellte Studie sollte zeigen, dass US-Autos denselben Sicherheitsstandards entsprächen wie euro­päische, weswegen es eine guten Idee sei, diese Standards durch internationale Verträge zu „harmonisieren“. Was aber nicht der Fall ist (beides nicht…), wie die Fachleute herausfanden. Bei Frontalaufprall, einem besonders häufigen Unfall­hergang, erwiesen sich europäische Fahrzeuge als um 33% sicherer als US-Autos (oder andersrum gerechnet, sind diese 50% unsicherer) für die Fahrzeuginsassen.

Und dann? Die mit Fanfaren angekündigte angekündigte Untersuchung wurde nie veröffentlicht, und kam erst aktuell ans Licht. Wegen Dieselgate. Abgesehen von der Trickserei der Autokonzerne haben wir eines gesehen: Wenn TTIP unterschrieben wird (was hierzulande sowohl Merkel als auch Gabriel propagieren), werden wir neue Autos bekommen, die bei Frontalaufprall um 33 % unsicherer sind und mehr Verletzte und Tote im Strassenverkehr verursachen. Wollen wir das?

independent via techdirt, pic iihs cc by

2 Kommentare

  1. Das mit der Prozentrechnung üben wir aber nochmal ;)

    Ansonsten: natürlich will das der Verbraucher nicht, wie so vieles. Hast Du zufällig einen Direktlink zur Studie, oder ist die noch nicht öffentlich? Wikileaks?? War gerade zu faul zum suchen, daher frage ich direkt…

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  2. „dass US-Autos denselben Sicherheitsstandards entsprächen wie euro­päische“

    das problem ist das die amis (und da spreche ich aus erfahrung – weil dort u.a. aufgewachsen und zur schule gegangen) immer noch ihren kopf im arsch tragen und darüber fantasieren wie gut ihre produkte sind. also die paar wenigen die tatsächlich noch hergestellt und nicht nur noch zusammengebaut werden. wozu aber die autos schon lange nicht mehr gehören.

    [ was ja hier in DE auch immer weiter voranschreitet, mit dem unterschied – noch – das ausländische hersteller die schon sehr früh immer weiter angehobenen hohen DE standards – in allen bereichen – erfüllen müssen. in den USA wurden ja im gleichen zeitraum die ehemals sehr hohen anforderungen in sachen sicherheit und umwelt immer weiter abgesenkt.].

    das war einmal. und zwar in den 50ziger, 60zigern und 70zigern jahren als fast alle fahrzeuge – auch die kleineren modelle – noch relativ stark „gepanzert“ waren.

    was journalisten im bereich auto und verkehr aber schon lange hätte auffallen müssen ist das es im prozentuellen vergleich gerade in den USA 3 mal wahrscheinlicher ist bei einem verkehrsunfall ums leben zu kommen oder schwer verletzt zu werden als in DE. und das obwohl die USA im vergleich zur EU, und hier im besonderen DE, schon jahrzentelang sehr viel strengere und restriktive gesetze (und deren einhaltung und verfolgung) in bezug auf alkohol und geschwindigkeit haben.

    erst recht ergeben sich extreme diskrepanzen sobald man zB. verkehrsdichte in bezug auf ausbau der infrastruktur (zB. lange zeit, aber auch heutzutage noch zum teil sehr viel breitere straßen und großzügig ausgebaute verkehrleistsyteme usw.) mit in betrachtung nimmt.

    woher sonst sollen also so viel mehr verkehrstote und schwerverletze herkommen, wenn nicht durch sicherheitstechnisch signifikant schlechtere fahrzeuge?

    die punkte hätten also schon vor sehr langer zeit miteinander verbunden werden können. natürlich nicht von allen journalisten, aber doch von denen die sich hauptsächlich mit auto und verkehr befassen bzw. von denen die in mehreren bereichen arbeiten.

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