Der inner-islamische Konflikt

Mid_East_Religion_sm

Fast immer, wenn im Nahen Osten geschossen wird, bemühen unsere Medien­vertreter das Erklärungsmodell „da kämpfen Sunniten und Schiiten aus religiösen Gründen“. Ein Blick auf die obenstehende Karte der University of Columbia (hier in gross) zeigt, dass die Grenzen der islamischen Konfessionen keineswegs entlang irgendwelcher Staatsgrenzen verlaufen. Statt dessen sehen wir, dass Sunniten und Schiiten mit den anderen zahlreichen weltanschaulichen Gruppen des Irans bunt gemischt durcheinanderwohnen. Mit Ausnahme einer Sekte, die nur im unwirtlichen Inneren der arabischen Halbinsel anzutreffen ist: Wahabiten. Diese besonders fundamenta­listische Lesart des Islam war eines der Werkzeuge, die den Stammes­fürsten der Saud so weit zur inner-arabischen Macht verhalf (spätestens nach der Eroberung von Mekka und Medina), dass sie als wirtschaftliche und militärische Vertragspartner für die USA in Frage kamen. Heute verfügt diese funda­menta­listische Sekte über umfangreiche Öl-Einkünfte (Zum Vergleich: Deutschland hat ein etwa 6mal höheres Bruttoinlandsprodukt) und setzt diese zur Machtgewinnung in Arabien (Daesh), Asien (Taliban) und Afrika (Boko Haram) ein. Mit Sunniten und Schiiten hat das alles nichts zu tun.

1 Kommentar

  1. scheiss farbskala.

    und was ist mit den aufständen jetzt nach der hinrichtung?

    Gefällt mir


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