Charlie Hebdo und die Kölner Silvesternacht

Charlie Hebdo Aylan Kurdi

Besonders feige sind die Redakteure von Charlie Hebdo nicht. Aylan Kurdi war ein syrisches Kind, er ertrank im September 15 vor der türkischen Küste und wurde am Strand gefunden; das Bild ging um die Welt. Jetzt fragt Charlie Hebdo: „Was wäre aus Aylan Kurdi geworden?“ Und antwortet unter dem Cartoon: „Ein Frauenbegrapscher in Köln“. Der Sturm der Entrüstung jagt derzeit immer noch um den Globus. Natürlich wissen wir alle, dass Charlie Hebdo bereits soviele Mohammedkarikaturen veröffentlichte, dass sich fundamentalistische Arschlöcher deswegen veranlasst sahen, den Grossteil der Satiriker zu ermorden. Jetzt giessen die Überlebenden noch ein bischen Öl in die Flammen. Darf Satire denn alles? Meiner Ansicht nach: Ja. Ihr könnt das natürlich anders sehen. via vox

21 Kommentare

  1. Ja, Satire darf alles. Allerdings bin ich der Meinung, dass zu jedem Recht auch die Pflicht gehört, dieses Recht nicht zu mißbrauchen.

    So tragisch die Geschichte um C.H. auch war, ich war schon damals der Meinung, dass der Inhalt dieses Blättchens überschätzt wird – zu platt und obszön. Aber auch das ist nur meine Meinung.

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    • Mal abgesehen davon, wenn die Karikatur nicht von C.H. käme, würde man schon fragen, ob eine solche Darstellung eines Ausländers nicht weniger satirisch, als vielmehr rassistisch gesehen werden würde.

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    • „Ja, Satire darf alles, aber…….“ Tucholsky drückt das ähnlich aus. Und gerade dieses Recht haben die Redakteure von Charlie Hebdo missbraucht.
      Die Vorgänger von Charlie Hebdo wurden sogar belangt – auf Grund einer Satire Zeichnung über Charles de Gaules. Der Betrieb wurde für einige Zeit „stillgelegt.“
      Ich habe zu dieser Zeit in Paris gelebt. Viele Franzosen übten Kritik an diesem Blatt und es wurden relativ wenige Zeitungen verkauft.
      Was mich aber am meisten verwunderte, dass die halbe Welt – oder noch mehr nach dem Anschlag schrie : “ Je suis Charlie“ – obwohl kaum einer diesen Verlag und seinen Werdegang kannte. Massenhysterie im wahrsten Sinne des Worte. Und nicht nur in diesem Falle. Das halte ich für das eigentlich Gefährliche.

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    • Für meinen Geschmack ist C.H. ebenfalls häufig zu obszön und platt, wie ich denke auch zu oft auf reine Provokation ausgelegt. Ohne den tragischen Anschlag hätte das Blatt sicherlich nicht die Bedeutung und Reichweite, die es heute hat.

      Was mir in der Diskussion jedoch fehlt, ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Karrikatur. Ja, sie ist schockierend und grausam. Leider sehen viele Menschen aber nur die Provokation darin und empören sich darüber, ohne darüber nachzudenken, was die Karrikatur eigentlich darstellt: Ein treffendes Abbild genau der Denkweise, die in den Köpfen der „Besorgten Bürger“ oder „Angstbürger“ vorherrscht.

      Wenn man sich anschaut, wie eben jene Zeitgenossen ohne mit der Wimper (oder dem Kleinhirn) zu zucken die Ereignisse in meiner Heimatstadt Köln als Auswuchs der Flüchtlingskrise interpretieren und eine in Relation der Gesamtzahl der Flüchtlinge sehr geringe Anzahl von Problempersonen mit dem friedlichen Großteil gleichsetzt, erscheint die Karrikatur plötzlich passend. Für viele sind nicht ein paar ausländische Kriminelle das Problem, sonder „die Flüchtlinge“, oder auch in der etwas differenzierteren Form: „Die Neger“ (Weil ja Nordafrikaner aus Afrika kommen und in Afrika sind ja alle schwarz. Is ja klar. Alles schon in den letzten Tagen hier in Köln gehört). Wie viele dieser „Besorgten Bürger“, Pegidisten, „Asylkritiker“ und anderer Vollpfosten würden jetzt auch in Bezug auf den abgebildeten Aylan Kurdi sofort jeden Satz unterschreiben, der mit „Das mit dem kleinen Jungen ist ja schon traurig, aber diese Flüchtlinge, die hier in Deutschland ankommen….“ anfängt?

      Es ist richtig, sich wegen dieser Karrikatur zu empören, aber nicht über sie selbst, sondern über das, was sie darstellt: Den dumpfen Rassismus und blanken Zynismus der braunen Massen hier in Deutschland und ganz Europa.

      Ich finde die Karrikatur jedenfalls sehr gelungen.

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  2. Schwieriges Thema, aber ich finde auch, daß nicht nur Satire alles darf: https://falkvinge.net/2013/01/26/freedom-of-speech-is-primarily-the-right-for-stupid-people-to-say-dumb-things/

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    • Da liegt ein Fehler drin – ein Denkfehler:
      Eben nicht nur Satire darf nicht alles!
      Wir koennten von Anstand reden – aber das ist ja nicht mehr „politisch korrekt“ und bigot.
      Wir koennten von Verantwortung reden – aber das ist ja auch nicht „politisch korrekt“ und oppressive.
      Wir koennten auch davon reden, dass der ‚Soziale Kontarkt‘ im Sinne Rousseaus einen gewissen Austausch von „kleinen Freiheiten“ gegen ‚grosse Sicherheit‘ vorsieht – und da stimme ich durchaus zu:
      Auch wenn ich mich entscheide nicht rassistisch zu sein, anerkenne ich eine kleine Hingabe ‚absoluter Freiheit‘.
      Wenn ich mich entscheide, andere nicht zu verschmieren und verhoehnen, tue ich dasselbe.
      Die Leute vom Charlier Hebdo leben in einer Vergangenheit, als Marcel Piccoli noch „Flics“ am Spiess roestete zum Abendessen.
      Die Zeit von 68 war manchmal brutal, und die franoesischen Magazine zeichneten sich durch schlechten Geschmack aus. Charlie tut das noch immer.
      Und schlechter Geschmack kann nicht nur unzeitig sein, sondern auch schlicht kriminell.

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      • An der Stelle muß man differenzieren: „ich darf alles“ ist nicht gleichzusetzen mit „ich darf ungestraft alles“. Genauso, wie Hebdo sowas Geschmackloses äußern darf, dürfen wir das auch offen kritisieren (was ich mir an der Stelle allerdings spare, da ich auch das Recht habe, es einfach zu ignorieren). Echt schwierig wird es erst, wenn Meinungen aktiv unterdrückt werden, denn das fördert Radikalisierung im Untergrund. Deswegen finde ich den Schlußsatz im von mir verlinkten Artikel (der, genau hinsehen, übrigens von einem „Piraten“ stammt): „We have learned in a horrible way that the antidote to trolls isn’t banning them into the caves. It has always been sunlight. The answer to threats to democracy can never, ever, be censorship, that is itself a graver threat to democracy. Rather, it must be sunlight, it must be openness. It must be more discussion, not less.“. Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Genau wie ich Deiner Meinung, daß das schon fast kriminell ist, voll zustimme. Und das ist aus meiner Sicht kein Widerspruch.

        Gruß

        Thomas

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        • Danke, Thomas. Ich gehe auch durchaus mit Voltaire zusammen in seinem:
          „Ich stehe zwar in vollem Widerspruch zu dem, was Sie sagen, werde aber mit meinem Leben ihr Recht verteidigen es auszusprechen.“
          Damit ist aber der Inhalt gemeint – die Form kann auf anderer Ebene stehen, und dem Inhalt -wie auch anderweitig- Schaden zufuegen.
          Ein solches „Danebengehen“ ist ein, quasi, Schuss ins eigene Knie, und ich glaube, Charlie hat mit seinem Russischen Roulette etliche seiner selbsternannten Existenzen des „je suis“ abgeschossen.
          Und Charlie hat das schon lange verdient. Die Moechte-gern-ISILanten vom letzten Jahr haben in ihrem Fanatismus uebersehen, dass der „Canard Enchaineee“ noch auf lange Zeit Ketten rasseln kann – aber Charlie zu dem Zeitpunkt laengst kein sterbender Schwan , sondern eine verschmutzte halbtote Ente war.

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          • Stimme dem zu. Wenn man jemanden bis zur Weißglut triggert, braucht man sich nicht wundern, wenn der einem die Zwölf neu einnordet. An der Stelle kann der Getroffene sein Hirn einschalten und „lesson learned“ mit einen Punkt dahinter schreiben. Oder er kann weiter Öl in’s Feuer gießen und sich als Opfer präsentieren. Es ist seine Entscheidung.
            Viel wichtiger in dem Kontext finde ich die Frage, warum die Leute das Zeuch überhaupt noch kaufen. Und da kommen wir an einen Punkt, den man nur beobachten kann, wenn die Meinungsfreiheit bestehen bleibt. Denn es öffnet den Blick für eine gesellschaftliche Entwicklung, die man hinterfragen sollte. Ich unterstelle, daß das wiederum das Ergebnis einer restriktiven Informationspolitik seitens der (hier französischen, aber auch in D mittlerweile zurecht kritisierten) Regierung ist. Diese Beobachtung könnte man in der Form nicht machen, wenn das Magazin bzw. die Äußerung solcher Meinungen komplett verboten wäre.
            Was wiederum die Möglichkeit eröffnet, das Ganze distanzierter zu betrachten. Welches Problem haben wir eigentlich? Ist es wirklich „der Islam“, wie das so gerne postuliert wird? Wie das bei Hitler schon „die Juden“ waren? Was sehen wir, wenn wir unser „Islam“-Teleobjektiv abschrauben, das Weitwinkelobjektiv montieren und uns die ganze Sache mal aus der Ferne betrachten? Warum werden faschistische Gruppen wie der IS so stark? Ich frage mal aus meinem Standpunkt raus: wo haben die überhaupt die ganzen Waffen her? Die haben die doch nicht selbst produziert? Wer verkauft die denen? Wer fördert denn diesen Tunnelblick? Geht es hier nicht in Wahrheit um etwas völlig anderes? Ich lasse mal meinen Standpunkt durchblicken: irgendwie geht es doch nur um Geld… oder unterliege ich damit wiederum einem Tunnelblick?

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          • @Thomas: Ich sehe das auch so. Es gibt ja die Theorie, wenn USD nicht mehr Welthandelswährung ist, wird USA sofort einbrechen und zum failed state enden. Deswegen die ganzen Militärbasen und das Intrigieren.
            Gaddafi wollte eine neue Afrikanische WÄhrung einführen (Goldgedeckt) zack war er nicht mehr unser freund.
            russland mit seinen verbündeten ist ja sowieso ein dorn im auge, weil es immer der gegenpol zu usa war/ist. Mit Putin ist die Mc donaldisierung russlands ja „gestoppt“ worden, d.h. die USA müssen anders keile in russland reintreiben: die satellitenstaaten.

            die schwächung europens könnte auch eine preventive maßnahme sein, damit sie bloß nicht den brics staaten oder anderen allianzen beitreten/annäheren.

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  3. Wir dürfen unsere Kultur nicht aufgeben, nur um irgendwelche relgiösen Spinner zu besänftigten.

    Erst verbieten sie uns Satire, dann eins nach dem anderen unsere anderen hart erkämpften Werte.

    Darum Assimilation statt Integration. Ich sehe keinen Bedarf an der Integration dieser mitteralterlichen gewalttätigen menschenverachtenden Kultur in unsere.

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    • Ich vermute mal, Du meinst den „Islam“ damit. Mich erschreckt zunehmend der undifferenzierte Umgang mit diesem Begriff. Ich halte den „Islam“ für in sich gespalten. Ich lehne genau wie Du den fremdenfeindlich-totalitär dahinkommenden konservativen, sexistischen Part ab und bezeichne selbigen als völlig inkompatibel mit unserem Kulturverständnis. Aber auch innerhalb des Islam gibt es Leute, die gegen diesen Anachronismus anarbeiten. Und die sollten wir unterstützen, denn Moslems haben innerhalb des Islam einen viel größeren Einfluß als Nicht-Moslems wie ich (evangelischer Christ, das nebenbei).

      Daher mein Votum: gegen Pauschalisierung, für mehr Differenziertheit. Ich habe dazu ein eigenes Denkmodell entworfen, das ich gerne näher beleuchten und in Zusammenarbeit mit anderen ausmodellieren würde. Leider habe ich keinen eigenen Blog. Vielleicht sollte ich das ändern.

      Gruß

      Thomas

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      • Sorry aber diese gemäßigten Moslems scheinen wohl nur eine Ausnahmeerscheinung hier zu sein. Die Länder in denen die meisten moslems leben sind doch alle auf dem radikalisierungkurs.
        von den kurzen phasen der aufklärung in den städten muss man wohl leider absehen, das mittelalter hat in den ländlichen regionen halt alle zeiten überdauert und erstürmt die städte..

        und man spricht immermehr von moslmes statt x-länder weil sie sich eben auch immer stärker durch ihre religion definieren?

        ist es nicht auch irgendwie arrogant anzunehmen alle menschen auf der welt würden so leben wie wir?
        frauenverachtung ist halt mehr oder weniger teil der menschheitsgeschichte und viele kulturen haben das nicht überwunden.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_Islamische_Zusammenarbeit#Erkl.C3.A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam_1990
        die juden nehmen das ja zb als argument moslems zu hassen, weil sie ihnen nunmal unterstellen müssen jederzeit israel von juden befreien zu wollen.
        „Die „Befreiung“ der Moschee und Jerusalems gaben die Gründungsmitglieder der OIC damals als wichtigste Aufgabe vor“

        sicher nur paar einzfällige spinner, was? darf man nicht pauschalisieren.. ist ja nur die meinung quasi aller moslemishcen regierungen..

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        • Mir gefällt die Entwicklung auch nicht wie sie abläuft. In der Türkei gab es mal eine vielversprechende Liberalisierungsbewegung, die eigentlich immer noch Grundlage sein sollte, wovon man aber bedauerlicherweise nicht mehr viel merkt: https://de.wikipedia.org/wiki/Kemalismus
          Da sollte man wieder drauf zusteuern. Ich vertrete aufgrund eigener Erfahrungen mit Moslems die Differenziertheitsideologie: ich sehe immer den Menschen dahinter. Mit dem fundamentalistischen Islam als psychologischer Masse nach Le Bon möchte ich aber auch nichts zu tun haben, vor allem nicht in unserem Land. Da bin ich auf Deiner Seite. Das widerspricht schon alleine unseren Gesetzen, und das geht schonmal gar nicht, auch dann nicht, wenn die Bundesmutti derzeit allen zeigt, daß Gesetze nicht mehr interessieren, wenn man die passende Machtposition innehat.

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      • Hier muss ich doch ‚Knurr‘ etwas entgegen’bruellen‘, naemlich: Lies Qu’ran, sprich mit Moslems – dann kannst Du zurueckkommen.
        Der Islam ist nicht ein monolithischer Block von vorsintflutlicher Brutalitaet, und Mohammed hat nicht viel gemein mit dem, was heute in einigen Regionen als seine Lehre verzapft wird.
        Der Radikalismus der juengsten Zeit hat zweierlei Urspruenge, die beide in Afghanistan sichtbar -und dann Gegner- wurden:
        Der ländlich rueckgebliebene ungebildete Taliban-Islam, und der
        antidespotisch gegen den Wahabi-Islam des Hauses Saud gerichteten, theologischerseits relativ korrekten Islam bin Ladens, der sich vor allem gegen Machtvertreter des modernen westlichen Kapitalisnmus richtete, vor allem in Riyadh – aber auch die amerikanishe Seite dahinter sah.
        Auch der Islam der Shia, gegen den seit laengerem ein Glaubens- und Machtkrieg seitens Saudias anliegt – und der von den USA -vielleicht in Ignoranz- unterstuetzt wird ist keineswegs radikal, ueber den Glaubenssatz hinaus.
        Wir haben zu verstehen, dass sich -jeweils durch historische und politisdche Machtformen- auch viele verschiedene Formen der Sharia Rechtsform entwickelt haben, deren viele durchaus liberal genannt werden koennen – und auch Frauen durchaus Rechte der Famile, des Eigentums und der Wirtschaftstaetigkeit zugestehen.
        Wir sehen nur zuviel von den Teilen, wo sich eben ein Kampf abspielt – auch ein Kampf der Frauen.
        Bevor wir auch nur immer unseren Presseberichten voll glauben, sollten wir versuchen, andere Perspektiven wahrzunehmen.

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  4. Naja, was Satire im Allgemeinen soll und was nicht, ist ein philosophisches Thema. Im konkreten Fall ist es ein grossartiger, kreativer Angriff auf die Dummheit der „Flüchtlingskritiker“, die in jedem nicht buttermilchfarbenen Kind einen potentiellen Frauenschänder sehen und dadurch daüber hinwegtäuschen wollen, dass die durchschnittliche buttermilchfarbene Frau immer noch überwiegend von ebenso blassen „Frauenrechtskritikern“ geschändet wird. Keine Frage, wir müssen die Flüchtlinge betreuen, auch psychologisch. Viele von denen kommen aus einer traumatisierenden Situation. Am Asylrecht ändert das aber nichts. Das haben alle zivilisierten Staaten. Im übrigen freue ich mich auf den neuen Input durch die vielen arabischen Neubürger. Das arabische Essen ist jedenfalls fantastisch, und die eigentlich islamisch geprägten (ohne wahabitische Spinner) Gegenwartsbewohner in der Regel ziemlich angenehme Leute.

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    • [ Das arabische Essen ist jedenfalls fantastisch ]

      der war gut.

      was du aber meinst sind fast immer nur die verwestlichten varianten davon (vorausgesetzt man isst nicht bei leuten irgendwo auf den dörfern).

      das original arabische essen, mit den originalen zutaten aber zersetzt fast jedem westler schon beim kauen die gesichtsmuskulatur, wobei es einem in zweiter reihe dann etwas später im abgang die rostete vom arschloch brennt.
      ;-D

      das gilt eigentlich für sehr viele (betonung liegt auf) „original“ essen mit „originalen“ zutaten in asiatischen, afrikanischen, arbischen und teilweise, südamerikanischen ländern. scharf bis extrem-scharf ist im großen und ganzen alltäglich normal und nicht wie bei und etwas besonderes, gar außergewöhnliches.

      zum glück wissen die das fast alle und nehmen im großen und ganzen extrem viel rücksicht auf uns westlich-verweichlichten großmäuler (ohne das sie es uns merken lassen), so das man sogar im privaten bereich (also außerhalb der touristischen gebiete oder auch bei den hier im westen lebenden) kaum mit den originalrezepten in berührung kommt.

      eine weitere besonderheit die wir westler kaum bis überhaupt nicht vertragen sind die manchmal sehr besonderen mahlzeiten und festtags-speisen in denen oftmals (nach unserem ermessen und standards) leicht bis stark angegammelte (besonders in form von fleisch, fisch und sehr ranzigen fetten) oder noch fieser, lebende zutaten enthalten sind, die schon so manchen touristen (hauptsächlich vergangener tage) mindestens ins krankenhaus wenn nicht gleich ins jeseits befördert haben.

      von alledem mal abgesehen, hast du natürlich vollkommen recht.

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  5. tja, und wer extra öl in die flammen gießt darf sich hinterher nicht darüber wundern wenn er oder sie extra ein bisschen zB. auch ermordet wird.
    schlussendlich stellt sich nicht wirklich die frage ob „satire“ alles darf, sondern eher die frage welche antwort der/die be-satirt/e/n person/en oder gruppe/n darauf geben wird/werden.

    @sebasthos hat mit seiner analyse nämlich vollkommen recht was Charlie Hebdo angeht.

    denn vergessen oder ausgeblendet wird (dank der propaganda medien) allzu gerne das C.H. schon sehr lange nicht mehr irgendwo LINKS verortet werden kann, sondern ganz im zeichen unserer eigenen grünen und roten (spd) partein sowie auch deren pendants in FR, seit dem kosovo-krieg sich selbst in „DER MITTE“ der gesellschaft wähnen.
    und was das konkret bedeutet – sich selbst in „DER MITTE“ der gesellschaft zu wähnen – kann man sich seit dem hier in DE ja täglich LIVE und in FARBE angucken (es scheint aber sehr viele zu geben die es irgendwie nicht begreifen können oder wollen das die meisten (mitglieder) die sich zu den roten und grünen bekennen (bzw. die immer noch meinen diese leute würden irgendetwas mit LINKS zu tun haben) mit LINKS ungefähr noch so viel zu tun haben wie die klassischen kindeficker die behaupten ihre opfer aus liebe missbraucht zu haben)

    ich gehe noch einen schritt weiter und bezeichne C.H. als offen rassistisch und minderheitenfeindlich. immer in dem kontext der abwertung und herabwürdigung anderer, aber fast nie wirklich SATIRISCH (im sinne von). auch wenn sie gerne den anschein erwecken würden es sei genau andersherum.
    sie sind sogar so sehr rassistisch, gemessen an ihren bildlichen darstellungen von musilmen in abstufungen auf die herkunftsländer bezogen und juden, aber im besonderen bezogen auf alle völker aus dem semitischen raum betreffend als „rasse“ (zB. durch die besonders groteske herausstellung rassischer (gesichts)-merkmale nach aller-übelster nazi-propaganda-art) das es, ginge man in der zeit (gemessen ab dem zeitpunkt des erscheinens einer bestimmten ausgabe seit den 1990zigern) 60, 70 bis 80 jahre zurück, noch locker und leicht dem „STÜRMER“ oder der „BRENNSESSEL“ (ein NS satire-magazin) zur ehre gereichen würde.

    [ obwohl es bezüglich antisemitischer hetzpropaganda im besonderen auch in FR genügend historische belege als bsple. geben würde – und nein „antisemitismus“ bezieht sich nicht nur und ausschließlich auf das judentum – bleibe ich bei dem (zB. Stürmer) was den meisten hier in DE eher bekannt sein dürfte um unnötige verwirrung zu vermeiden ]

    natürlich werden auch politisch, religiös und wirtschaftlich hochstehende persönlichkeiten und ORGS durch den dreck gezogen. die hauptbeschäftigung aber bestand und besteht seit den 90zigern weiterhin darin unter dem deckmantel der satire über menschen und gruppen (vor allem und im schutz der masse der kleinen) herablassend herzu-ziehen, sie klein-zumachen (oder noch kleiner), aufs aller übelste zu beleidigen, zu beschimpfen, sie zu erniedrigen, auf sie zu spucken und herumzutrampeln (im sinne von „wenn sie eh schon am boden liegen treten wir nochmals kräftig nach“ – weshalb sich „unsere“ BILD ja auch gleich so hellauf begeistern konnte und sich flugs ultra-solidarisch positionierte. kennt man ja: „gleich und gleich“) und sogar auch nur reine opfer der umstände aufs unterirdisch zynischste zu verhöhnen (bspl.: russischer airbus A321 absturz über sinai) – und weniger darin politische, wirtschaftliche und religiöse übeltäter „satirisch“ zu kritisieren, anzuprangern und/oder lächerlich zu machen im kontext ihrer eigenen widersprüchlichkeit und teils (manchmal selbst noch für die aller-dümmsten leicht zu erkennenden) offensichtlichen lügen und dumm-dreisten märchenerzählungen.

    und nur mal zur information am rande:

    hier in DE hätte sich „Charlie Hebdo“ locker schon reihenweise strafanzeigen wegen volksverhetzung (z.T.) – aber beleidigung, übler nachrede und verleumdung in jedem fall) nach
    „§ 130 StGB“ eingefangen:

    teilauszug unseres gesetzes:
    (die weggelassenen teile beziehen sich auf den direkten aufruf zur gewalt gegen die im gesetzestext bezeichneten. was C.H. ja nicht (direkt) ausspricht und deshalb keinelei strafrechtlich relevante bedeutung in sich trägt.
    denn auch für C.H. gilt:
    was sie nicht aktiv tun, kann man ihnen auch strafrechtlich nicht vorwerfen. auch dann nicht, wenn man aus dem gesamtkontext darauf schließen „könnte“ was sie evtl. meinen würden. was aber dennoch nur eine rein subjektive meinung eines einzelnen oder einer gruppe ist und bleibt (jedwede andere auslegung wäre reine willkür):

    § 130
    Volksverhetzung

    (1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
    1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, . . . .

    2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

    wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

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    • Aha …. das ist ja ein netter Aufsatz den du da geschrieben hast. Aber beantworte mir mal eine Frage: Wer ist denn deiner Meinung nach „die MItte“, bzw. politisch die „MItte“ in Deutschland?
      Nachdem ich als FDPler ja auch schon Nazisprüche anhören mußte, die Piratenpartei als Sammelbecken für Rechte bezeichnet wurde und jetzt sogar Sarah Wagenknecht Naziprügel einstecken muß.

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      • @Wolfgang: mein Tip dazu ist, sich überhaupt nicht mehr zu positionieren. Es ist gesellschaftsfähig geworden, die Nazikeule gegen alles Mögliche auszupacken, daher habe ich mich dazu entschieden, mich nicht mal mehr als Deutscher zu bezeichnen (hab sowieso einen römischen Nachnamen und damit historisch gesehen einen Migrationshintergrund), sondern als Weltbürger ohne politische Zuordnung. Scheint derzeit die einzige Möglichkeit zu sein, der Nazikeule auszuweichen.

        Dennoch fände ich es falsch, irgendeine Position mundtot zu machen. Da muß ich Fritz an der Stelle zustimmen, was in der letzten Zeit ja nicht immer der Fall war. Das Unterdrücken von Meinungen halte ich für sehr gefährlich, egal wie übel es einem aufstößt, sich diese Meinungen anzuhören (beste Strategie, die ich bisher fand: ignorieren)

        Mit weltbürgerlichem Gruß

        Thomas

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      • p.s. mein Ignorieren hört exakt an der Stelle auf, an der ich persönlich attackiert werde. Dann kann ich zum Tier werden. Wenn mich jemand angreift, hat der einen Namen und ein Gesicht, seine Zugehörigkeit ist mir dabei egal. Ich fühle mich aber nicht von einer Gruppe bedrängt und sehe mich auch keiner Gruppe zugehörig. Als mein bester Verbündeter hat sich dabei Gustave Le Bon herausgestellt. Wer „Die Psychologie der Massen“ nicht kennt, sollte das Werk unbedingt lesen!

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