Wie die NSA die US-amerikanische Wirtschaft zerstörte

John McAfee, in Würde gealterter Hacker, Gründer des gleichnamigen Antiviren­softwareherstellers (siehe Video unten), Ehrendoktor, Yogalehrer und aktuell Bewerber zum Präsidentschaftskandidaten der libertären Partei der USA (siehe Video oben), erklärte in einem Beitrag im Business Insider vom letzten Freitag in klaren Worten, wo das Problem mit Backdoors liegt. Diese von Programmierern in den Programmcode eingeschleusten Hintertüren ermöglichen es Dritten, etwa Geheimdiensten, Datenübertragungen belauschen zu könnnen, auch gerade wenn diese rechtlich dazu nicht in der Position sind. Dieses illegale Belauschen funktioniert also nur, wenn die betreffende Organisation einen Programmierer in die Softwarefirma einschleusen konnte, der dann heimlich entsprechende Massnahmen durchführt. Der eigentliche Nachteil: „Wie die NSA die US-amerikanische Wirtschaft zerstörte“ weiterlesen

Wie Porn die Piraterie besiegt: The Empire Strikes Back XXX

Grundsätzlich sind Porno-Parodien bekannter Movies bereits kulturell wertvoll und unterstützenswert. Produzent und Regisseur Axel Braun geht noch einen Schritt weiter: Er will den ersten Vollformat-Porn machen, der gegen Piraterie immun ist. Mit dem pittoresken Begriff ist hier übrigens das Weiterverkaufen selberkopierter DVDs gemeint, nicht das kostenlosen Anschaun von irgendwas, das veröffentlicht wurde und deswegen, nun, eben öffentlich ist. „Wie Porn die Piraterie besiegt: The Empire Strikes Back XXX“ weiterlesen

Passives Wlan, fast ohne Stromverbrauch

Mitarbeiter und Studenten der Universität von Washington haben ein „passives“ Wlan-System entwickelt, das nur etwa ein Zehntausendstel soviel Strom verbraucht wie ein herkömmliches Wlan-Modul, etwa in einem Smartphone. Und immer noch nur ein Tausendstel von Bluetooth LE (der stromsparenden Version) oder Zigbee, den verbreiteten Internet-Der-Dinge-Standards. Der Trick am passiven Wlan ist, dass nur noch ein aktiver Sender nötig ist (zB der Router) und alle anderen Geräte in einer Reichweite bis zu 30 Metern dessen Signale weiterspiegeln. Deswegen enthält das passive Modul nur noch einen digitalen Decoder und kein analoges, stromfressendes Sendemodul mehr. Das wäre tatsächlich eine technische Revolution für den Mobilgerätesektor. Hoffen wir mal, dass dieses Prinzip bald zu haben ist – im Wesentlichen müsste das zu verwirklichen sein per Software-Upgrade und der Option, den Smartphone-internen Wlan-Sender abschaltbar zu machen.

Warum der Brexit eine gute Idee ist

Seht selbst! (Nein, tut es nicht!) Der zu erwartende Totalausverkauf Britanniens nach dem Brexit, dem Exit Britanniens aus der EU, wird mit solchen Popsongkadavern und Verbrechen an der kulturellen Geschichte dieser vor langer Zeit bedeutenden Inselnation promotet. Wäre es nicht wirklich an der Zeit, dass dieses abgehalfterte kleine Land die EU verlässt? Schottland darf meinetwegen gerne dabeibleiben. Vielleicht genügt es auch, einen Teil Britanniens (vielleicht das Bankenviertel „City of London“) zum Austrittsreservat zu erklären und den Rest als Tourismusziel zu behalten. Ja, richtig: Ebenso könnte man mit den USA verfahren, die gerade die Freedom Kids ins Popverbrechensbusiness schicken, um mit Hilfe von Donald Trump Amerika wieder gross werden zu lassen. Auch hier würden einige Counties von West-Texas genügen, denke ich. Die kann man auf superamerikanisch umpolen (ohne Nuklearwaffen, versteht sich) und den Rest der eigentlich ganz netten USA wieder relaxen lassen. Vote for Texit! Wo wir schon dabei sind: Die mutmasslich an Sibirien angrenzenden Teile Sachsens wären ein tolles Pegidareservat, wo nach dem Pexit die unfassbar kreuzblöde Pegida-Hymne in Dauerschleife läuft und Fotosafaris mit vergleichsweise reichen Touristen aus dem Westen die Finanzierung der Flüchtlingslager sicherstellen. Für die vor dem Pexit geflohenen, völlig verzweifelten Ex-Sachsen. Ja, ich glaube, hier zeichnet sich die Lösung für sehr viele aktuelle Probleme ab.

Bayern will den Rechtsstaat abschaffen

ADN-ZB/Archiv Deutschland unter dem faschistischen Terrorregime 1933-1945 Weltweit als Dokument der Schande für die Nazi-Schergen wurde dieses Foto vom März 1933. ein jüdischer Anwalt, der noch auf die Polizei als Hüterin von Recht und Ordnung vertraut hatte, wird von SA-Rowdys, die als Hilfspolizisten fungierten, über den Stachus in München getrieben. Der Mann, den das Bild zeigt, der Münchner Rechtsanwalt Dr. Michael Siegel, einer der ersten Opfer des braunen Terror-Regimes, war einer der wenigen, der es überlebte, obwohl er bis in die Kriegszeit hinein in Deutschland ausharrte. Er ist am 15. März 1983 im 97. Lebensjahr in Lima (Peru) gestorben. Foto: Heinrich Sanden

Genauer: Die bayrische Staatsregierung hat, vertreten durch den Hardliner-Innenminister Joachim Herrmann, einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der es möglich machen soll, Kriminelle als V-Leute zu engagieren und Verbrechen, die von V-Leuten begangen werden, nicht weiter zu verfolgen. Das bedeutet: Wenn „der Staat“ dann, vertreten durch kriminelle V-Männer, Verbrechen begeht, ist das egal und wird nicht weiter wahrgenommen. Das ist zwar genau das, was man dem Verfassungsschutz gemeinhin unterstellt, etwa dass Zeugen im NSU-Fall reihenweise auf maximal mysteriöse Weise Selbstmord begehen – oder eben ermordet werden. Nur dass das in Zukunft alles offiziell legal sein soll. Was das Ende des Rechtsstaates bedeuten würde. Ende, aus. Ob das Gesetzesvorhaben an allen Verfassungsgerichten vorbeikommt, bezweifle ich, aber es zeigt sehr schön die totalitäre Geisteshaltung der CSU-Spitze. merkur, orf, ntv, neues deutschland

Unfaires Bild vom verfolgten jüdischen Rechtsanwalt Dr. Michael Siegel aus dem Bundesarchiv, cc by sa, Fotograf Heinrich Sanden

Robokalypse: Atlas, Next Generation

Die neue Version des Atlas-Roboters von Boston Dynamics ist ein grosser Schritt in eine dystopische Zukunft. Erstmals kann ein Roboter ohne fremde Hilfe auf zwei Beinen gehen, auch durch einen verschneiten Wald, und wieder aufstehen, wenn er hinfällt. Das ist beides neu. Er kann Türen öffnen (wenn sie nach aussen aufgehen) und Objekte erkennen, die er von einem Ort zum anderen bringen soll. Etwa, um einen Logistikmitarbeiter kostengünstig zu ersetzen. „Robokalypse: Atlas, Next Generation“ weiterlesen

Die Befreiung der Nofretete

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Die Büste der ägyptischen Königin (Pharaonengattin) Nofretete (in anderen Sprachen: Nefertiti) wurde im Jahr 1912 von der Deutschen Orient-Gesellschaft entdeckt bzw gestohlen – je nach Perspektive. Seither ist das Kunstwerk (mit Unterbrechungen) in Berliner Museen zu sehen und die Ägypter hätten es gerne zurück. Nun hat ein irakisch-deutsches Künstlerduo, Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles, die Büste heimlich (also ohne Genehmingung durch das Museum) 3D-gescannt und die 3D-Datei zum selber ausdrucken ins Netz gestellt. „Die Befreiung der Nofretete“ weiterlesen

Kunkush kommt nach Hause

Die Familie des Katers Kunkush musste aus dem vom Daesh besetzten Mosul fliehen, und brachte es nicht über’s Herz, das Haustier in den Fängen der Unmenschen zurückzulassen. Also gingen Mutter, fünf Töchter und ein Kater zusammen auf die Flucht durch den Nordirak, die Türkei, auf die griechische Insel Lesbos, wo der plüschige Tier verloren ging. Drei Tage später entdeckten Einheimische die „refugee cat“ und Helfer aus aller Welt organisierten einen Haustierreisepass und etwas Geld für den Flug über Berlin nach Steinkjer in Norwegen, wo die Familie inzwischen lebt. So dass Kunkush mit Hilfe vieler Menschen nach Hause gekommen ist. Nimm das, Clausnitz! via arbroath

Apropos Katzen: Mustafa Efe, der Imam der Aziz Mahmud Hüdayi Moschee in Istanbul, hat angeordnet, dass wegen der kalten Witterung Strassenkatzen hereinkommen und in der Moschee wohnen dürfen. Hallo? Sachsen? Irgendwas mit Katzen? Oder kalter Witterung und Obachlosen? Ja?

Master of Orion, demnächst mit Luke Skywalker

Und Freddy Kruger. Und vielen anderen Popkulturstars. Das derzeit vom Spieledistributor Wargaming entwickelte Master of Orion (IV) bringt die Sprechstimmen unter anderem von Mark Hammill (Star Wars), Alan Tudyk (Firefly), Robert Englund (Nicghtmaree on Elm Street) und vielen anderen. Bonus: Das Video zeigt kurze Sequenzen aus dem kommenden Weltraum-4X. polygon

Die Immobiliengruppe Re/Max und die illegale Besetzung Palästinas

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Das US-amerikanische Franchise-Unternehmen Re/Max vermittelt seit 1973 Wohnungen und Häuser. Auch in meiner Heimatstadt und deren Subs, wie ich mich vergewisserte. Und im ehemals palästinensischen Westjordanland, jenem seit Jahrzehnten von Israel de facto besetzten Teil von Palästina. Dort sind es Wohnungen und Häuser in den von israelischen Siedlern angelegten und anschliessend zu Festungen ausgebauten Kolonien. „Die Immobiliengruppe Re/Max und die illegale Besetzung Palästinas“ weiterlesen

Warum die deutsche Autoindustrie sterben wird

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Weil die streng vergangenheitsorientierten deutschen Autohersteller auf das Luxus-Segment setzen und Teslas Model S inzwischen das meistverkaufte Fahrzeug dieser Klasse in den USA ist. Und in Europa ebenfalls in den Verkaufscharts nach oben klettert und dabei kleinere deutsche Marken bereits hinter sich gelassen hat. Und weil am 31. März das 31.000 Euro Listenpreis kostende Model 3 ausgeliefert wird – soviel kann man auch für einen besser ausgestatteten VW Golf ausgeben. Ja, ok, dann sind wir die Todeskralle der Autokonzerne in ein paar Jahren los und haben mehr Platz auf den Strassen für Fahrräder und Fussgänger. via electrec, pic Norsk Elbilforening cc by

Die Meinungsfreiheit als Europameister

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Tor! Toooor! Der Philosoph und Zeit-Online-Kolumnist Wolfram Eilenberger ist Europameister der Herzen, zumindest für eine Weile, und auch nur in der Extremsportart Meinungsfreiheit, die ansonsten niemanden interessiert, ausser in einem Fall wie diesem. Dann aber ganz besonders. Die nationale Aufmerksamkeit ist ihm sicher („national“! *prust*). Wie ging das? Wie konnte er, so direkt aus dem Denkersessel losgespurtet und über die Papierberge europäischer Geistesgeschichte hechtend den Ball so tief im Netz der gefühlten Lügenpresse versenken, dass der Schmerzensschrei der sichtlich nicht zu Unrecht Getroffenen fast eine Woche und 712 717 Kommentare später immer noch nicht verhallt ist? „Die Meinungsfreiheit als Europameister“ weiterlesen

Gründungskonferenz des Diem 25

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Das ist eine historische Chance für Europa. Und ich bin glücklich, dass ich dabei war. Am 9. Februar starteten Yanis Varoufakis und viele linke, grüne und andersdemokratische Politiker und Aktivisten in der Berliner Volksbühne das „Democracy in Europe Movemement 2025“, kurz DiEM25. Hier ist die Website. Wieviele Menschen anwesend waren, lässt sich schwer schätzen, weil die Zuschauer auf mehrere Räume verteilt waren und das Bühnengeschehen im Saal als auch per Videoleinwand und zum Teil mit Simultanübersetzung mitverfolgten. Ich sag mal 500-1000. Das Konzept ist, eine Nationen- und Parteien übergreifende Bewegung zu schaffen. Mit dabei sind bisher die Linkspartei aus Deutschland, die britischen Grünen, irische Unabhängige, griechische Syriza, spanische Podemos, Blockupy, Slavoj Žižek, Julian Assange (diese beiden per Videobotschaft), viele Andere. Moderator war Yanis Varoufakis, der auch blöde Zuschauerfragen sehr souverän hantierte. Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung. Ach ja, die Musik zum diem25-Videoclip ist von Brian Eno, der auch eine sehr nette kleine Rede gehalten hat. pic von mir cc by sa

Die Reichen und die Rechten

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Während wir uns noch wundern, wo denn die ganzen Naziversteher auf einmal herkommen, graben US-Journalisten, allen voran Jane Mayer mit ihrem Buch „Dark Money: The Hidden History of the Billionaires Behind the Rise of the Radical Right“ die Zusammenhänge zwischen den Superreichen (a.k.a 0,001%) und dem Aufblühen des Rechtsextremismus in fast allen Industrieländern aus. Mayer zeigt, wie die Grossväter der heutigen Multimilliardäre schon Deals mit Dikaturen (Nazideutschland, Sowjetunion) machten und deren Erben heute den aktuellen US-Präsidentenwahlkampf zum teuersten der Geschichte machen; man rechnet mit etwa einer Milliarde US-Dollar Wahlkampfkosten. „Die Reichen und die Rechten“ weiterlesen

#FF4500, das orangerote Manifest

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Mal unter uns: Mir gehen Parteien auf die Nerven. Mir gehen diese super-umständlichen, von Ego-Problemen, verdrängten Ängsten und erstarrten Vorurteilen zersetzten Meinungsfindungsprozesse auf die Nerven. Vor allem, weil weite Teile der Gesellschaft überhaupt keine Meinungsfindung betreiben, sondern einfach Verantwortung delegieren: Die CDU versteht was von Wirtschaft, die SPD sichert unsere Arbeitsplätze, die Grünen garantieren saubere Flüsse und die AfD beschützt uns vor der osmanischen Kavallerie. Ist natürlich alles hirnrissiger Blödsinn, funktioniert aber trotzdem. Zumindest für die Leute, die sich innerhalb des politischen Systems nach oben boxen und anschliessend ihre Karriereanstrengungen durch massive Einnahmen versüssen lassen. Deswegen wollte ich im grösseren Teil meines Lebens nichts mit all dem zu tun haben. Nur, so einfach geht das auch nicht. Ich kann es nicht vor mir selbst verantworten, mich auf Dauer nicht zu engagieren. Mich mit nicht anderen zusammen zu schliessen. Die Ungerechtigkeit nicht zu bekämpfen. Also bin ich 2009 zu den Piraten gegangen und 2010 mit grosser Überwindung der Partei beigetreten. Seitdem lerne ich, wie Politik geht, vor allem, seit ich 2013 in den Bezirkstag Schwaben gewählt wurde (für Nicht-Bayern: das ist so eine Art Stadtrat für eine Region, die in meinem Fall 13 Landkreise umfasst, etwas kleiner als Thüringen ist und etwas mehr Einwohner als München oder Hamburg hat). Zu den Erkenntnissen, die ich in der praktischen politischen Arbeit gewonnen habe, gehört: Parteien sind ein irgendwie schlüssiges Konzept für diesen gesamtgesellschaftlichen Meinungsfindungs- und Entscheidungsprozess, bilden aber auch ein Hindernis. Anders gesagt: Es geht nicht um Parteien, sondern um Probleme, die gelöst werden müssen. Also habe ich diesen Standpunkt, gesellschaftliche Probleme grundsätzlich in parteiübergreifender Zusammenarbeit zu lössen, in einem Manifest zusammengefasst und auf einem neuen Blog veröffentlicht, das als programmatischen Namen eine Farbe trägt: #FF4500. Orangerot.