#FF4500, das orangerote Manifest

ff4500

Mal unter uns: Mir gehen Parteien auf die Nerven. Mir gehen diese super-umständlichen, von Ego-Problemen, verdrängten Ängsten und erstarrten Vorurteilen zersetzten Meinungsfindungsprozesse auf die Nerven. Vor allem, weil weite Teile der Gesellschaft überhaupt keine Meinungsfindung betreiben, sondern einfach Verantwortung delegieren: Die CDU versteht was von Wirtschaft, die SPD sichert unsere Arbeitsplätze, die Grünen garantieren saubere Flüsse und die AfD beschützt uns vor der osmanischen Kavallerie. Ist natürlich alles hirnrissiger Blödsinn, funktioniert aber trotzdem. Zumindest für die Leute, die sich innerhalb des politischen Systems nach oben boxen und anschliessend ihre Karriereanstrengungen durch massive Einnahmen versüssen lassen. Deswegen wollte ich im grösseren Teil meines Lebens nichts mit all dem zu tun haben. Nur, so einfach geht das auch nicht. Ich kann es nicht vor mir selbst verantworten, mich auf Dauer nicht zu engagieren. Mich mit nicht anderen zusammen zu schliessen. Die Ungerechtigkeit nicht zu bekämpfen. Also bin ich 2009 zu den Piraten gegangen und 2010 mit grosser Überwindung der Partei beigetreten. Seitdem lerne ich, wie Politik geht, vor allem, seit ich 2013 in den Bezirkstag Schwaben gewählt wurde (für Nicht-Bayern: das ist so eine Art Stadtrat für eine Region, die in meinem Fall 13 Landkreise umfasst, etwas kleiner als Thüringen ist und etwas mehr Einwohner als München oder Hamburg hat). Zu den Erkenntnissen, die ich in der praktischen politischen Arbeit gewonnen habe, gehört: Parteien sind ein irgendwie schlüssiges Konzept für diesen gesamtgesellschaftlichen Meinungsfindungs- und Entscheidungsprozess, bilden aber auch ein Hindernis. Anders gesagt: Es geht nicht um Parteien, sondern um Probleme, die gelöst werden müssen. Also habe ich diesen Standpunkt, gesellschaftliche Probleme grundsätzlich in parteiübergreifender Zusammenarbeit zu lössen, in einem Manifest zusammengefasst und auf einem neuen Blog veröffentlicht, das als programmatischen Namen eine Farbe trägt: #FF4500. Orangerot.

6 Kommentare

  1. ich unterschreibe dir alles, aber

    [ Allerdings schwächt die Aufsplitterung der progressiven Kräfte deren Wirkung. ]

    das problem sind die zum einen dummen „spinner“, und zum anderen (oder vor allem) die soziopathischen und psychopathischen „spinner“ an denen die positiven „spinner“ (deren ehrliches anliegen es ist wirklich etwas für viele menschen – bzw. am besten für alle – zum positiven bewegen und verändern zu wollen) meistens scheitern und sich irgendwann einmal komplett entweder entnervt, oder völlig resigniert (manchmal sogar beides) zurückziehen.

    bestes anschauungsmaterial sind „die grünen“ nach der wende und im besonderen ab mitte der 1990ziger jahre.
    und in der neuzeit sind „die piraten“ geradezu ein parade-bspl. dafür.

    leider hören und folgen die meisten menschen nur allzu gerne den ihnen nach dem maul redenden soziopathischen und psychopathischen „spinnern“ und zT. sogar den dummen, ja geradezu völlig verblödeten und/oder/auch den für jedermann sichtbaren bis ins rückenmark korrumpierten. hauptsache ist, sie müssen nicht selber denken und/oder verantwortung übernehmen und sei es nur die moralische verantwortung für die eigene wahl (gutes bspl. dafür sind diejenigen die immer die gleiche wahl treffen, selbst wenn sie sich dabei offensichtlich selber schädigen).

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  2. Hab ich das jetzt richtig in Kurzform zusammengefaßt: Wählen gehen ist keine Lösung? Und zwar aus den genannten Gründen, die von mir hätten stammen können?

    Genau mein Reden. Der Text gefällt mir.

    Gruß

    Thomas

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    • Hahaha. Du liest, was du lesen willst. Nein, das parlamentarische System ist da, wie müssen es also nutzen. Nur müssen wir uns den Kopf freihalten.

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      • Natürlich lese ich was ich lesen will. Macht doch jeder von uns ;) – dennoch entspricht der Text durchaus meiner Denkweise, auch der vermeintlich von mir „überlesene“ Teil.

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  3. […] unseren Hajo Betz den Parteiauftritt nahegelegt hat. Da Fritz Effenberger laut eigener Aussage Parteien -damit auch unsere – nerven. schmiedet er gerade am der überparteilischen Platt…Von linken Sozialdemokraten bis hin zu denen, die Bürgerrechte und Meinungsfreiheit nur […]

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  4. […] Effenberger veröffentlichte vor kurzem sein Orangerotes Manifest, in welchem er seine Idee folgendermaßen zusammenfasst: „Parteien sind ein […]

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