Robokalypse: Atlas, Next Generation

Die neue Version des Atlas-Roboters von Boston Dynamics ist ein grosser Schritt in eine dystopische Zukunft. Erstmals kann ein Roboter ohne fremde Hilfe auf zwei Beinen gehen, auch durch einen verschneiten Wald, und wieder aufstehen, wenn er hinfällt. Das ist beides neu. Er kann Türen öffnen (wenn sie nach aussen aufgehen) und Objekte erkennen, die er von einem Ort zum anderen bringen soll. Etwa, um einen Logistikmitarbeiter kostengünstig zu ersetzen.

Mit Hilfe heute verfügbarer Objekterkennungssoftware (Boston Dynamics ist eine Google/Alphabet-Tochter) kann er sich in beliebigen Situationen orientieren, eingebautes Radar gibt ihm ein weit besseres räumliches Orientierungsvermögen als uns Humanoiden. In einigen Jahren wird die Robotertechnik zusammen mit der Batterietechnik soweit entwickelt sein, dass simple körperliche Arbeiten nur noch von den Enkeln Atlas‘ ausgeführt werden. Klar, die benötigen weder Bezahlung noch Pausen noch Gewerkschaften. Die Profite gehen dann zu 100% an den Besitzer- und Betreiberkonzern der Maschinen, Menschen werden im Wirtschaftszyklus nur noch vereinzelt gebraucht.

Andererseits werden die Roboter auch Waffen in die Hände bekommen, um autonom Grenzen zu schützen, auf Flüchtlinge zu schiessen, leicht zu rechtfertigende Kriege zu führen: Wer will noch einem Krieg widersprechen, wenn die eigenen Söhne und Töchter nicht mehr ihr Leben riskieren müssen, sondern nur Maschinen aus Stahl, Silizium und Plastik?

Dieser Teil der Informationsrevolution stellt ebenfalls extreme Anforderungen an unsere Bereitschaft, unsere demokratische Selbstbestimmung zu verteidigen. Ganz konkret und aktuell auf einem rechtlichen Schlachtfeld wie TTIP. Und auf dem angrenzenden Schlachtfeld an Europas Aussengrenzen, auf dem Flüchtlinge aus den Stellvertreter- und Rohstoffkriege der Industrienationen geopfert werden, um von Entwicklungen wie der oben zu sehenden abzulenken.

Wir dürfen hier keinen Fehler machen: Heute ist es schon so weit, dass wir Menschen uns verbünden müssen. Um unsere Menschlichkeit zu bewahren. Nicht „gegen die Roboter“. Die haben keine eigene Entscheidungsfähigkeit. Sondern gegen einzelne Menschen, die ihrem eigenen Macht- und Erfolgsstreben keine Grenzen setzen und jedes Mittel – wie etwa Roboter – nutzen werden, um ihr virtuelles Ziel anzustreben. Natürlich werden Maschinen irgendwann ein Bewusstsein entwickeln. Bürgerrechte erhalten und sich in die Gesellschaft denkender Wesen einfügen. Aber die Zeit bis dahin müssen wir erst überleben. Also seht euch das Video oben noch mal an, und überlegt dabei, was eine Junta vollkommen gewissenloser Kapitalisten mit diesen Robotern anrichten kann.

2 Kommentare

  1. „…was eine Junta vollkommen gewissenloser Kapitalisten mit diesen Robotern anrichten kann.“

    Wie wir schon alle bitter erfahren durften, handelt es sich nicht um eine Kann-Bestimmung. Sie WERDEN! So gründlich wie immer. Alles, was nur möglich ist und die Profite steigert. Logistikarbeiter sind da auf jeden Fall nachrangig zu behandeln. Selber schuld, wenn die faulen Schweine alle paar Stunden Pause machen wollen und Nachts gar nicht da sind.

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  2. […] bis zum Videoende. Erinnert ihr euch an Atlas, den gequälten, geschundenen Arbeitsroboter? Und dann hört zu, was Sophia sagt. Am 18. März […]

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