Microsoft will ein Monopol auf PC-Spiele, sagen die Entwickler

minesweeper

Tim Sweeney, der Gründer und Leiter von Epic Games (Unreal, Gears Of War etc) erklärt in einem ausführlichen Artikel im britischen Guardian, wie Microsoft gerade versucht, mit Hilfe von Windows 10 und der Universal Windows Platform (UWP) Initiative die Kontrolle über den Vertrieb aller PC-Spiele zu bekommen. Auf Kosten der Entwicklerstudios, der freien Gamestores wie Steam oder GoG, der der Konsumenten/Gamer und des freien Wettbewerbs. Spiele und andere Software sollen so eng in die betriebssystemnahe UWP eingebunden werden, dass sie nur noch auf diesem Weg erworben, genutzt, upgedatet werden können. Ein Grad von Kontrolle und Wettbewerbsverzerrung, den nicht einmal Apple oder Google erreicht oder angestrebt haben.

Den Trick mit der Monopolisierung von Software hat Microsoft schon öfter versucht: Mit Office, im Browserkrieg (den MS aus technischen Gründen verlor, nachdem das Monopol rechtlich geplatzt war), bei Serversoftware und mit noch weniger Erfolg auch in anderen Softwarebereichen. UWP und seine Möglichkeiten sind ein klarer Fall für die Kartellämter, aber damit diese aktiv werden, muss die Öffentlichkeit das fordern. Am besten noch bevor TTIP unterschrieben wird. Danach wären die Kartellbehörden machtlos und PC-Gaming (wie vieles andere) völlig in der Hand eines einzelnen Konzerns.

guardian via rps, heise, pic ms minesweeper

3 Kommentare

  1. Als Google-freier Cyanogenmod-Nutzer kann ich ein Lied davon singen, dass es im mobilen Markt schon lange so läuft. Die meisten Apps gibt es ausschließlich im Play-Store oder aus zwielichtigen Quellen (F-Droid bietet für die meisten Bedürfnisse etwas, aber eben trotzdem vergleichsweise wenig), So gut wie kein Anbieter – auch kostenfreier – Apps bietet einen direkt-Download.
    Hier hat sich das scheinbar ganz einfach so ergeben, zumindest wüsste ich nicht, dass es im Play Store eine Exclusivitäts-Klausel gibt. Wie du schon schreibst, hat Google das zwar vermutlich nicht angestrebt, aber ganz nebenbei trotzdem erreicht. Ich kann nur vermuten, dass es für Entwickler angenehm ist, ihr Zeug nicht selbst hosten zu müssen.
    Dass MS neidisch auf diese Macht schaut, kann ich mir gut vorstellen. Es bleibt zu hoffen, dass der Markt (haha) oder das Kartellamt das regeln.

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  2. tja, es gibt zB. noch linux. gab es ja schon seit jahrzehnten. auch andere plattformen hätten von diesen spiele-kaspern zumindest in weiser voraussicht sich nicht zu sehr abhängig zu machen parallel unterstützt werden können.

    es wurden ebensolange warnungen ausgesprochen das sich eines tages die schlinge um den windows-unterstützer-hals zuziehen wird.
    ist doch nur eine logische konsequenz der mangelnden diversität welche in diesem bereich regelrecht bis zur selbstaufgabe kultiviert wurde.

    alle spieleentwickler hätten sich damals schon, wie auch heute noch möglich, lose zusammenschließen und erklären können das sie für windows nichts mehr coden werden und stattdessen linux die plattform der wahl ist. den entsatndenen void hätte windows nie füllen können. schon gar nicht rechtzeitig.

    gerade was spiele angeht hätte/würde sich (wie ich einschätze) nach einer kurzen durststrecke und eingewöhnungsphase für die konsumenten die situation innerhalb kürzester zeit komplett umgedreht haben und plötzlich wäre windows nur noch ein ganz kleines licht (gewesen) das hauptsächlich in business umgebungen vorhanden sein würde (gewesen wäre).

    schon seit ein paar jahren, im gegensatz zu den zeiten um die jahrtausendwende herum, wäre so etwas noch viel einfacher da fast ein jeder user blitzschnellen zugriff auf diverse linuxversionen hätte mit denen sich sogar die absoluten laien schnellstens zurechtfinden könnten, ja, sogar zu großen teilen den unterschied kaum noch merken würden.
    die normalkonsumenten – also die größte absatzgruppe – würden dann auch wie immer nach einer gewissen zeit des meckerns brav folgen und dann blindlings der massenherde hinterherlaufen.
    das monopol wäre somit zumindest weit gebrochen.

    es gibt also überhaupt keine gründe mehr (auch keine erfundenen) für die spiele-fritzen herumzujammern oder sich zu beklagen. sie müßten nur mal die hosen runterlassen und machen statt sich wehklagend über das böse windows-monopol auszuweinen (und wie früher auch noch gerne den alten schlager des unwilligen konsumenten, der nichts anderes als windows akzeptieren würde, aufzulegen).
    sie müßten sich halt nur damit abfinden das ab „von gestern auf jetzt“ alles opensource ist.
    großartig gründe dagegen wie – mangel an treibern für entsprechende hardware etc. – gibt es kaum noch, und die paar glitshes die es noch gibt würden sehr schnell ausgebügelt werden wollen doch die hardwarehersteller weiterhin gut an den spielern verdienen.

    gerade was spiele angeht würde TTIP komplett ins leere laufen wenn sich die spielehersteller in gewissen bereichen einigen statt bekämpfen würden. leicht zu benutzende alternativen gibt es ja mittlerweile zuhauf.

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    • ich bin gespannt, was aus SteamOS wird. aber ist schon richtig, gefordert wären die grossen kommerziellen Entwickler von Soft- und Hardware, Leute für Linux abzustellen. Gerade um Spiele anzupassen.

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